01.08.11

Sony ICD-UX513F im Test (1/2): Das Diktiergerät der Neuzeit

Schön anzusehen und gute Aufnahmequalität

Das Diktiergerät Sony ICD-UX513F scheint wie aus einer anderen Zeit: Es kann nicht telefonieren, keine Emails verschicken, sondern nur Geräusche aufnehmen. Die Anschaffung kann sich aber trotzdem lohnen.

 

Für einen Geek fast unvorstellbar, doch der Bedarf ist weiterhin da: Single-Purpose-Devices, Geräte, die nur einen Zweck erfüllen können. Nicht 1000 Applikationen in einem Smartphone, sondern 1000 Geräte in der Tasche. Was für Geeks ein prä-smartphoner Alptraum ist, kann ein Genuss sein für weniger technik-affine Menschen.

Das Dictaphone ICD-UX513F von Sony, versucht mit der Konzentration auf das Wesentliche die Gunst geneigter Käufer zu erhaschen. Stimmen Leistung und Preis oder ist das Smartphone die bessere Alternative? Es sieht auf jeden Fall schon mal edel aus – mit einem Preisschildchen jenseits von Gut und Böse ist es garantiert nicht jedermanns Sache: 130 EUR verlangt Sony für ein simples Diktiergerät. Dementsprechend hoch sind die Erwartungen.Angefasst

Kräftiges, glattes Plastikgehäuse umhüllt das hochwertige Innere – und stellt Schmutz und Fingerabdrücke etwas überdeutlich zur Schau. Bereits nach zweimaligem Anfassen wünscht man sich eine Putzkolonne für die Hosentasche.

Mit einem einfachen Bandaufnahmegerät hat dieses HightTech-Gerät nichts mehr gemein, Knöpfe und Schieberegler wohin man blickt. Ein microSD-Slot auf der Rückseite nimmt auch Sonys eigene Memorysticks M2 auf. Ein Knopf aktiviert den LowCut-Filter, der alle Frequenzen außerhalb des menschlichen Sprachbereiches auslöscht und an der Seite findet man A-B-Repeat und Pitch-Control. Das einfarbige Matrix-Display informiert über den aktuellen Aufnahmestatus und zeigt auch Namen der Musikstücke an. Hinter der Menü-Taste verbergen sich Unmengen von einschüchternden Einstellungen. Einzig das altertümliche AAA-Batteriefach und die zwei Buchsen für Mikrofone und Kopfhörer erinnern an vergangene Zeiten.

Angetestet

Als Gadget-Tester würde ich mir ein gewisses Mass an Technikverständnis attestieren. Doch beim Sony ICD-UX513F stand ich erstmal wie der sprichwörtliche Esel am Berg. Aufnehmen, wiedergeben, Lautstärke anpassen, alles kein Problem. Aber was sind das für Ordner, wozu braucht man das Menü "VOR", was bewerkstelligen "LCUT" und "Noise Cut"? So gab es erstmal entspannte Lektüre der Bedienungsanleitung mit erhellenden Momenten. 15 Minuten später war ich dann gewappnet. "VOR" zum Beispiel bedeutet, bei einem Geräusch startet automatisch die Aufnahme - war doch klar...

Aufnahme läuft

"Qualität hat ihren Preis", und Sony liefert diese - das ICD-UX513F kann nur eines und das sehr gut: Sprache und Musik aufnehmen. Das liegt nicht zuletzt an den vielfältigen Einstellmöglichkeiten: Egal ob Mikrofonempfindlichkeit, Equalizer, Filter oder "VOR", Bedürfnisse eines Hobbytontechnikers oder -musikers werden befriediegt

Das Menü ist geradlinig und teilweise selbsterklärend. Ab und an wird man jedoch mit unschönen Abkürzungen und verunstalteten Textschnippseln überfordert. Die wichtigen Bedienelemente wie Rec/Pause, Stop sind prominent unter dem Display angeordnet und sofort erreichbar. Neu sind die speziellen Aufnahmeprofile. Mit diesen lassen sich situationsspezifische Voreinstellungen aktivieren.

Außer der Dateibenennung läßt sich alles anpassen: Zwischen unkomprimierten LPCM 44,1kHz (.wav) und einer Spanne von 192kbps Stereo MP3 bis 8kbps Mono können der Aufnahmesituation angepasste Dateien erzeugt werden. Die Mikrofonempfindlichkeit wird in drei Stufen reguliert, bereits bei der Aufnahme schaltet man den Sprachfilter hinzu und wählt den Aufnahmeeingang (Standard sind die beiden integrierten Mikrofone). Als Kostprobe habe ich einmal drei Stücke zusammengestellt.

Beispielaufnahmen

Nummer eins ist eine improvisierte Gitarrenaufnahme, die zeigen soll, wie schlecht die Aufnahme werden kann, wenn man das falsche Profil auswählt. In diesem Falle war zwar PCM 44,1kHz ausgewählt, aber die Emfindlichkeit zu niedrig (Abstand ca. 1 Meter) - das führte zu einem geringen Signal-Rauschabstand. Hinzu kamen die ungestimmte Gitarre, das Fehlen eines Plektrums und die blöde "Brumm-"Saite.

In Beispiel Nummer zwei hört man den Regen und wie ungeschützt die Mikrofone gegen Wind sind.

Das letzte Beispiel ist eine Aufnahme von Laptop-Lautsprechern (Aufnahmeabstand ca. 0,1 Meter), das leichte Knacken in den Höhen ist nicht das Gerät, sondern die mindere Qualität der Lautsprecher. Man möge mir das bitte nachsehen.

Vorläufiges Fazit

Das Sony ICD-UX513F nimmt in sehr guter Qualität auf. Der Dynamikumfang, wie an der Gitarreneinspielung erkennbar, ist groß und der Frequenzumfang sehr natürlich. Die Bedienung zum Aufnehmen erschliesst sich sofort; alles andere muss sich auch Herr "Ich-fass-keine-BDA-an" über das Durchlesen der Anleitung aneignen. Es gibt weitere Funktionen wie Radio und MP3-Player, die im zweiten Artikel behandelt werden. In den Kommentare könnt Ihr mir gerne spezifische Fragen stellen, die ich im zweiten Teil beantworten werde.

Der Sony ICD-UX513F kostet knapp 90-130 EUR je nach Anbieter.

Die Produkthomepage findet sich bei Sony

[postlist "and" "Sony" "ICD-UX513F" "Test"]

Schlagworte zu diesem Artikel

Jetzt gratis anmelden und wir unterstützen Sie mit Informationen und aktuellen Lernangeboten!