19.09.06

Sonos - Soundsystem: Fast unbegrenzte Möglichkeiten

Sonos Produktfamilie

Das Musiksystem Sonos lässt Musik-Träume wahr werden. Der Spass hat jedoch auch seinen Preis: knapp ?900 muss man für das System mindestens auf den Tisch legen.

Wenn man das erste Mal von Sonos hört oder eine Beschreibung liest, kann man fast nicht glauben, was dieses System alles kann: über einen einzigen Controller können alle digitalen Musikfiles in einer Wohnung abgespielt werden und dies auf bis zu 32 angeschlossenen Geräten (welche natürlich separat zu kaufen sind). Sonos kann sich aber auch mit Musikdiensten verbinden (im europäischen Raum leider nur in beschränktem Umfang) und so auf Songs zugreifen. Sie können der Sache noch nicht richtig folgen? Schauen wir uns Sonos mal im Detail an.

 

Im Prinzip besteht Sonos aus zwei Geräten: dem Controller einerseits und dem sogenannten ZonePlayer andererseits. Ferner benötigt man einen Internetanschluss (ADSL oder Kabel), sowie einen Router (welcher oftmals ins Modem integriert ist). Der ZonePlayer wird nun an den Router angeschlossen. Da der Computer ebenfalls mit diesem Router verbunden ist (um ins Internet zu gelangen), kann Sonos nun auf die Festplatte zugreifen - und zwar automatisch! IP-Adressen, WEP-Codes oder SSIDs müssen vom User nicht eingegeben werden! Einzige Voraussetzung: der Computer (PC oder Mac) muss laufen - that's it!

Was heisst nun aber: "Sonos kann auf die Festplatte zugreifen"? Das heisst, dass man mittels Controller alle auf der Festplatte gespeicherten Musikfiles (MP3, WMA, AAC, Ogg Vorbis, WAV ...) abspielen kann, wozu man natürlich Lautsprecher benötigt. Sonos sieht zwei Varianten vor: einerseits kann man den ZonePlayer ZP80 an eine bereits bestehende Sound-Anlage wie z.B. Computer mit Boxen, Stereoanlage oder Home Cinema System anschliessen - andererseits besteht die Möglichkeit, Sonos als standalone mit separaten Lautsprechern zu betreiben, wofür man den ZonePlayer ZP100 mit integriertem Verstärker benötigt. Es wäre also folgende Konfiguration denkbar: im Büro schliesst man einen ZP80 an den Computer an, im Wohnzimmer wird ein ZP80 mit der Stereoanlage verbunden und in der Küche und in Hobbyraum stehen je ein ZP100 mit einem Set Lautsprecher. All diese Geräte sind per Wireless miteinander verbunden und können über den Controller (welcher ebenfalls über Wireless läuft) angesteuert werden. Man kann also von jedem Raum aus die auf dem Computer gespeicherten Songs abspielen - wenn gewünscht, auf jedem ZonePlayer (und damit in jedem anderen Raum) ein anderes Lied. Auf dem Controller werden derweil Infos wie Songtitel, Album oder das CD-Cover angezeigt. Playlisten werden natürlich ebenfalls unterstützt.

Etwas Sorgen bereitet der Hinweis: "Apple ,Fairplay' und Microsoft ,PlaysForSure', DRM-verschlüsselte und WMA Lossless-Formate werden derzeit nicht unterstützt." Auch ein Gerät wie Sonos ist also vor den Auswucherungen des Formate- und DRM-Dschungels nicht gefeit.

Wer den Computer nicht nonstop laufen lassen will, kann ein NAS-Gerät wie z.B. die Ethernet Disk mini von LaCie an Sonos anschliessen. Andere Audiogeräte wie z.B. MP3-Player können mittels Line-In-Buchse ebenfalls genutzt werden. Die Bedienung per Controller ist dabei logischerweise nicht möglich (zaubern kann Sonos dann doch nicht). Da aber normalerweise alle auf einem MP3-Player gespeicherten Files auch auf dem Computer vorhanden sind, sollte dies eh kein grosses Problem darstellen. Cool wäre eine USB-Buchse gewesen, über welche man auf USB-Sticks gespeicherte Songs hätte anhören können.

Was ist nun, wenn einem die eigene Musiksammlung zu klein ist? Über den Controller kann man auf die Dienste emusic (primär Independent-Labels) und audible (Hörbücher) zugreifen. Ferner wird Sonos mit 300 Vorinstallierten Internet-Radiostationen ausgeliefert. Die Möglichkeiten des Sonos voll auskosten können die Amerikaner: Sonos ist nämlich mit dem Musikdienst Rhapsody kompatibel. Für knapp $15 im Monat kann man dort auf über 2 Millionen Songs zugreifen. Leider wird Rhapsody zur Zeit nur in den USA angeboten. In Kombination mit diesem Dienst wird Sonos zum Traumgerät für Musikliebhaber.

Sonos an sich ist absolut cool - weniger cool ist allerdings der Preis. Ein ZP80 kostet ?399, ein ZP100 ?559 und der Controller ?459 (die Ladestation kostet dabei nochmals extra: ?59). In der absoluten Minimalkonfiguration muss man für Sonos also um die ?900 aufbringen. Ein Bundle mit Controller und zwei ZP80s gibt es für ?1149. In der Schweiz kostet das selbe Bundle knapp CHF 2000. Erhältlich ist das Audiosystem direkt über die Homepage von Sonos (in Deutschland) oder über Audiohändler wie z.B. Audiotools (in der Schweiz).

Vor allem die fehlende Anbindung an Rhapsody macht den Preis jedoch unerträglich hoch. In den USA ist Sonos aber sicher eine Investition wert, worauf auch die Posts von Walt Mossberg (Wallstreet Journal) und Mark Frauenfelder (BoingBoing) schliessen lassen. [via gizmodo]

Weiterführende Links:

Sonos

Rhapsody

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