05.08.14

SnapPiCam: Digitalkamera-Bausatz auf Basis eines Raspberry Pi

SnapPiCam

Die SnapPiCam ist eine Digitalkamera zum Selberbauen – oder soll es werden: Gregory Holloway aus Oxford sucht via Kickstarter nach Unterstützern. Das Projekt klingt spannend: So kommt die fertige Kamera je nach Modell gar mit einem Touchscreen daher und die Objektive sollen sich dank Magnethalterung einfach austauschen lassen.

 

Es gibt bereits so viele Digitalkameras – muss man sich da seine tatsächlich selbst bauen? Muss nicht, aber kann! Deshalb hatten wir euch auch bereits erklärt, wie man das Camera Module für den Raspberry Pi einrichtet. Wir haben euch die nicht ganz ernst gemeinten Raspberry-Pi-Kameras Otto und Otto vorgestellt. Und auch die DIY-Camera Bigshot sowie das Lomography Konstruktor DIY Kit kamen gut bei euch an.

Unter dem Namen SnapPiCam will der britische Raspberry-Pi-Experte Gregory Holloway aus Oxford eine besonders spannende Bausatz-Kamera herausbringen. Im folgenden kurzen Video stellt er euch sein Projekt vor:

Mit Blick auf die Größe des Gehäuses und der Fotoqualität kann die Kamera sicherlich nicht mit der zahlreichen, konventionell in Fabriken hergestellten Konkurrenz mithalten. Auf der anderen Seite aber ist die Qualität je nach Objektiv durchaus beachtlich. Vor allem das Makro-Objektiv finde ich hier sehr spannend. Unbearbeitete Beispiele findet ihr in unserer Bildergalerie oben. Wir haben sie lediglich mit Blick auf die Ladezeit verkleinert. Die Originale hat Holloway bei Kickstarter verlinkt.

Insgesamt vier Modelle hat der Macher im Kopf:

  • „Compact“ ist als Immer-dabei-Kamera gedacht und das technisch einfachste Modell von allen. Der Bausatz kostet umgerechnet rund 150 Euro inklusive internationalem Versand.
  • „Adventurer“ hat zusätzlich u.a. einen Touchscreen mit 2,8 Zoll Diagonale sowie eine Ladestandanzeige für den Akku. Preis: gut 210 Euro.
  • „MegaZoom“ kommt wie der Name schon nahelegt mit einem Zoomobjektiv (12-fach). Da die Magnethalterung hier nicht mehr ausreicht, ist außerdem ein Objektivring aus Aluminium enthalten, den man am Gehäuse befestigt. Preis: gut 280 Euro.
  • „MegaZoom+“ zu guter Letzt kann bis zu 16-fach vergrößern. Preis: rund 310 Euro.

Allen Kameras gemein ist, dass sie auf einen 5-Megapixel-Sensor setzen. Jedes Set enthält außerdem wahlweise ein Weitwinkel-/Makro-Objektiv oder ein Fisheye-Objektiv. Die Kamera kann man übrigens auch ganz ohne Extra-Objektiv nutzen. Außerdem ist das Gehäuse in diversen Neonfarben erhältlich – sogar die Farbe der Schrauben steht zur Auswahl...

Mich persönlich macht es ja immer ein wenig nervös, wenn ich ein Crowdfunding-Projekt mit so vielen Optionen sehe. Der logistische Aufwand für den Macher des Projekts steigt dadurch enorm an, ohne dass er zwingend mehr Geld einsammelt. Selbst große, erfahrene Unternehmen bringen neue Produkte zunächst in einer Variante heraus, um den Aufwand klein zu halten.

Bauanleitung inklusive Teilelisten für Bastler

Allerdings gibt es bei Gregory Holloways Projekt auch einige positive Signale. So hat er bereits ein erfolgreiches Kickstarter-Projekt vorzuweisen. Wie er selbst erklärt, hat er daraus vor allem einiges über unzuverlässige Zulieferer gelernt. Diesmal kommen alle Teile aus Großbritannien und den USA, so dass dies kein Problem mehr sein sollte, hofft er.

Außerdem ist sein Projekt Open Hardware und Open Software. Bedeutet: Jeder Interessierte kann selbst nachvollziehen, wie die Kamera aufgebaut ist. Wer mag, kann sie sogar komplett selbst bauen. Seine Anleitung findet ihr hier. Hauptproblem ist dann das Gehäuse, das man aber bei Gregory Holloways Kickstarter auch getrennt als Bausatz bestellen kann.

Wer es noch genauer wissen möchte: Letztlich basiert sein Projekt auf der DIY WiFi Raspberry Pi Touchscreen Camera von Adafruit. Er hat sie weiterentwickelt und damit den Raspberry Pi Contest von Instructables gewonnen.

Mit dem Geld von Kickstarter möchte er einen Software-Profi bezahlen, damit die Kamera auch Videos aufnehmen kann. Im Dezember 2014 sollen die Bausätze an die Kickstarter-Unterstützer ausgeliefert werden.

Viele weitere Informationen findet ihr auf der Kickstarter-Projektseite sowie auf der Produktseite, wo ihr SnapPiCam auch ohne Kickstarter vorbestellen könnt. Gefunden haben wir dieses Gadget bei Technabob.

Lizenzhinweis: Alle Beispielfotos stammen von Gregory Holloway und stehen unter der Lizenz CC BY-NC-SA 4.0.

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