02.01.14

Smokio: E-Zigarette und App versprechen gesünderes Rauchen

Smokio mit iPhone-App. Alle Bilder: Smokio

Smokio will Rauchern die Zigaretten ab- und eine elektronische Zigarette angewöhnen. Ein kleiner Chip hilft dabei, jeden Zug aufzuzeichnen und dem Nutzer mitzuteilen, wie viel Geld er spart und wie viel sauberer seine Atemluft dadurch angeblich wird, wenn er keine Tabakzigaretten mehr raucht.

 

Als lebenslanger Nichtraucher musste ich zum Glück nie versuchen, mir das Rauchen abzugewöhnen. Aber gemeinhin wird Rauchern ja dazu geraten, die Glimmstängel aus gesundheitlichen und oft auch finanziellen Gründen in den Wind zu schießen. Allein: Das geht so einfach wohl nicht.

Die Lösung des französischen Startups Smokio: eine intelligente E-Zigarette. Die soll den Konsumenten nicht nur "gesünderes" Nikotin in die Lungen pusten, sondern dank eines cleveren elektronischen Chips eine genaue Statistik darüber führen, wie viel und wo man raucht, wie viel gesünder das vermeintlich gegenüber einer herkömmlichen Zigarette ist und wie viel Geld man außerdem dabei spart.

In öffentlichen Gebäuden nicht erlaubt

Ein Chip mit Bluetooth 4.0 sendet die Daten in Echtzeit an das Smartphone. Der Nutzer kann also vergleichen, wie viel er raucht. Hübsche Statistiken der mitgelieferten Apps für Android oder iOS geben darüber Aufschluss. Ein Video stellt die Zigarette vor:

vimeo.com/80931238

Ob das in der Praxis auch funktioniert, müssen Tests zeigen. Das ganze Konzept scheint mir technisch gesehen interessant. Es gibt nur ein Problem: Die E-Zigarette ist umstritten, und die Frage ist, ob sie nun wirklich gesünder oder gar gesund ist, wie Smokio es beschreibt.

Die Meinungen gehen hier auseinander. Die EU hat sich jüngst gegen eine geplante Einstufung der E-Zigarette als Arzneimittel ausgesprochen. Der Dampfstängel wird jetzt wie ein Tabakprodukt behandelt, ist damit weiterhin leicht zu beziehen, der Einsatz in öffentlichen Gebäuden wird aber nicht erlaubt sein. E-Zigaretten produzieren Dampf statt Rauch, sind deswegen für Passivraucher leichter zu ertragen. Und die Raucher blasen keinen Rauch in die eigene Lunge. Dennoch kann die eingesetzte Aromaflüssigkeit der E-Zigarette gesundheitsgefährdende Inhaltsstoffe enthalten. Wissenschaftler beklagen hier eine bislang nicht ausreichende Deklaration.

Gesundheitlich umstritten

Laut einer aktuellen Studie kann eine E-Zigarette die Nikotinsucht bei jüngeren Rauchern gar noch erhöhen. Mediziner haben sich indes kürzlich trotzdem für einen weiterhin freien Verkauf der E-Zigarette eingesetzt. Ohne den Rauch sei sie in jedem Falle gesünder als eine Tabakzigarette. Und während die Tabakkonzerne die E-Zigarette einst torpedierten, springen nun die ersten auf den fahrenden Zug auf. Es ist so ähnlich wie bei Mineralölkonzernen, die plötzlich in erneuerbare Energien investieren: Wenn du sie nicht besiegen kannst, verbünde dich mit ihnen, oder auf die konkrete Situation bezogen: mische wenigstens mit.

 

Wir können uns da natürlich nur schwer auf eine Seite schlagen. Zum Rauchen wollen wir schonmal gar nicht aufrufen - egal ob Tabak oder E-Zigarette. Deswegen entscheiden wir uns für die Technik. Die Idee von Smokio ist pfiffig, die Anbindung an das Smartphone liegt im Trend. Der integrierte Akku soll sieben Stunden im Einsatz und etliche Tage im Standby durchhalten. Er wird über eine Micro-USB-Schnittstelle wieder aufgeladen. Die passende App dafür steht für iPhones ab der Version 4S, iPad ab der Version 3, dem iPad mini und ab Januar für die beiden Samsung-Smartphones Galaxy S3 und S4 zur Verfügung. Weitere Android-Smartphones werden zumindest zu diesem Zeitpunkt leider nicht unterstützt.

Wer sich dafür interessiert, soll die Smokio ab Januar für knapp 80 Euro plus Versandkosten im Shop des Herstellers oder im Rahmen einer dann startenden Kickstarter-Aktion beziehen können. Auf eigenes Gesundheitsrisiko, versteht sich.

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