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10.12.13

Smarty Ring: Ein Ring, die Smartwatch zu ersetzen

Cleverer Ring mit Elektronik. Alle Bilder: Smarty Ring

Der Smarty Ring soll ein Ring sein, der Informationen über eingehende Nachrichten auf einem kleinen Display an den umschlossenen Finger schickt. Die gewünschte Crowdfunding-Summe dürfte das indische Team wohl nicht erreichen, kommen soll der Ring aber trotzdem. Das ist gut, denn die Idee gefällt durchaus.

Cleverer Ring mit Elektronik. Alle Bilder: Smarty Ring

Crowdfunding-Projekte scheitern aus verschiedensten Gründen. Es kann ein schlechtes Video sein, eine wenig überzeugende oder nicht ganz ausgereifte Idee und manchmal - so ungerecht das klingt - vielleicht auch das Herkunftsland des Projekts. Der Smarty Ring wurde in Indien ins Leben gerufen. Wie das immer so ist bei Bestellungen aus anderen Teilen der Welt: Viele Interessenten könnten fürchten, den Ring niemals zu erhalten.

Das ist im Falle des Smarty Rings ähnlich - bis auf die Tatsache, dass der Ring auch dann kommen soll, wenn die gewünschte Finanzierungssumme in Höhe von 40.000 US-Dollar nicht erreicht wird. Und danach sieht es einen Tag vor Ende des Projektes aus. (Siehe Update unten.) Doch es gibt noch weitere Gründe für den bislang eher schleppenden Erfolg der Kampagne.

So ist der Smarty Ring recht teuer. Immerhin 175 US-Dollar soll er kosten, wenn er im April verschifft wird. Internationale Frachtkosten sind inklusive. Sollte das Early-Bird-Package aufgebraucht sein, gibt es den Ring aber nur noch im Doppelpack zu kaufen. Etwas verwirrend auch die anderen Angebote auf der offiziellen Indiegogo-Seite zum Projekt: So wird es den Ring in drei verschiedenen Versionen geben. Für 70 Dollar erhält man eine Version, die nur eine Uhr und einen Tracker bietet, für 100 Dollar erhält man auch die bunten Notification-Icons von Facebook bis WhatsApp dazu.

Smart Ring mit Fernbedienung

Nur in der Version für 175 Dollar aber gibt es den kompletten Ring, mit dem sich auch einige Funktionen des Smartphones steuern lassen. Das alles ist etwas verwirrend für Besucher und dürfte dazu geführt haben, dass die Förderer sich bislang ausschließlich für den vollständigen Smarty Ring entschieden haben.

Nicht alle technischen Details gennant

Der komplette, also teuerste Smarty Ring ist mit Bluetooth 4.0 ausgestattet und koppelt sich darüber an ein Smartphone. Neben einzelnen Icons, die aufblinken, wenn eine Nachricht eingeht, kann man damit auch Telefongespräche annehmen oder ablehnen oder selbst jemanden anrufen, der auf der Kontaktliste steht. Ob man mit dem Ring selbst telefonieren kann, wird nicht ganz klar. In der Beschreibung zum Ring ist zumindest von einem eingebauten Mikrofon oder Lautsprecher keine Rede. Es scheint sich wirklich nur um eine Fernbedienung zu handeln - die im übrigen allerdings auch noch dazu dienen kann, die Smartphone-Kamera fernzusteuern, die Lautstärke zu verändern oder zum nächsten Song zu skippen. Es gibt ein schmuckes Video zum Projekt, in der das Team die Funktionen vorstellt:

www.youtube.com/watch

Nicht unspannend auch die Sicherheitseigenschaften: Der Ring hat eine Funktion erhalten, die sich meldet, wenn sich das Smartphone zu weit von ihm entfernt. Sprich: Wenn jemand das gekoppelte Telefon klaut oder man es verliert, meldet sich der Ring mit einem Alarm. Von einem Vibrationsalarm ist allerdings auch hier wieder nicht die Rede. Man weiß es nicht genau.

Wasserdicht und verschiedene Größen

Der Ring selbst verfügt über eine 22-mAh-Batterie, die drahtlos in einer Basisstation wieder aufgeladen wird. Er ist aus rostfreiem Stahl, wasserdicht, 13 mm weit und 4 mm dick. Er wird je nach Ringgröße in verschiedenen Weiten angeboten. Mit welcher Art von Prozessor der Ring arbeitet, verrät das Team leider auch nicht.

Ring mit Display

So bleiben am Ende für meinen Geschmack leider ein paar Fragen zu viel offen. Der Ring soll dennoch produziert werden. Und die Idee an sich gefällt mir. Die meisten Smartwatches, die wir in diesem Jahr gesehen haben, konnten ebenfalls nicht viel mehr, als sich bei neu eingehenden Nachrichten zu melden. Wer also nicht gerne etwas um sein Handgelenk trägt, aber Ringe lieber mag, wem der angebotene Preis nicht zu hoch ist und wer dem Team nun trotz anfangs nicht erfolgreicher Crowdfunding-Kampagne immer noch zutraut, das Gerät bis April fertig zu haben, der sollte sich den Smarty Ring einmal näher anschauen.

Update: So kann man sich irren. Zwei Tage vor Ende der Crowdfunding-Aktion hat der Smarty Ring beflügelt durch noch einige Medienberichte einen kräftigen Schub erhalten und die Summe doch noch erreicht.

Gefunden auf t3n.de

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