24.07.14

Nach Microsofts Quadcore-Vorstoß: 17 brauchbare Smartphones unter 100 Euro

Einsteiger-Smartphone Cubot GT95. Alle Bilder: Hersteller

Microsoft hat das preiswerteste Einsteiger-Windows Phone im Preis halbiert und ihm einen Quadcore spendiert. Nun geht der Preiskampf bereits ab 99 Euro los. Was hat die Konkurrenz dem derzeit entgegen zu setzen? Eine Übersicht.

 

Das Lumia 530 ist nicht das erste Smartphone, das für weniger als 100 Euro über die Ladentheke geht, aber es dürfte das erste Quadcore-Telefon sein, das schon von Beginn an 99 Euro kostet. Das Vorgängermodell Lumia 520 war UVP noch für 199 Euro zu haben gewesen, hatte aber nur einen Dualcore vorzuweisen. Microsoft hat also die Preisschraube kräftig nach unten gedreht bei einem Telefon, das sich sehen lassen kann. Was hat der Rest der Welt dem derzeit entgegen zu setzen?

Der Marktvergleich zeigt, dass Microsoft in dieser Preiskategorie nicht alleine ist. Doch wer für weniger als 100 Euro zuschlägt, muss nach wie vor einige Schwächen in Kauf nehmen. Unsere Bedingung, um in diese Übersicht aufgenommen zu werden: Mindestens ein Dualcore-Prozessor mit 1,0 GHz sollte drin sein. Das schränkte die Auswahl bereits deutlich ein, doch es gibt einige freudige Überraschungen.

 

Nokia Lumia 530

Beginnen wir mit dem neuen Preistreiber: Das wohl erste Quadcore-Modell für unter 100 Euro aus dem Hause Microsoft spart beim Speicher, dem Display, dem Akku und der Kamera und verzichtet - entgegen dem Selfie-Trend - auf eine Frontkamera sowie auf LTE. Der Rest allerdings klingt in Ordnung. Technische Highlights haben wir jeweils fett gesetzt:

  • Quadcore-Prozessor mit 1,2 GHz
  • 512 MB RAM, 4 GB interner Speicher, aufrüstbar bis 128 GB
  • 4-Zoll-Display, Auflösung: 854 x 480 Pixel
  • Akku: 1.430 mAh
  • 5-Megapixel-Hauptkamera, keine Frontkamera
  • Bluetooth 4.0, UKW-Radio, HSPA+ bis 21,1 Mbit/s, kein LTE
  • Neueste Systemversion Windows Phone 8.1

 

Tipp: Ebenfalls noch zu haben und mittlerweile in vielen Shops unter 100 Euro verfügbar: das Vorgängermodell Lumia 520. Das hat zwar nur einen Dualcore-Prozessor mit 1,0 GHz, dafür mit 8 GB aber mehr internen Speicher. Das Display löst etwas schlechter auf, RAM und Akku sind gleichstark bemessen. Die Kamera schießt HD-Videos, eine Frontkamera fehlt auch hier. Auch das Lumia 520 erhält derzeit ein Update auf Windows Phone 8.1.

LG Optimus L7 II

LG mischt schon seit einigen Jahren mit seiner L-Serie das Billigsegment auf. Selbst das zweitbeste dieser Reihe, das Optimus L7 II, ist vielfach schon für unter 100 Euro zu haben. Dafür gibt es immerhin einen Dualcore-Prozessor, eine 8-Megapixel-Kamera, aber nur Android 4.1, noch.

  • 1,0 GHz Dualcore-Prozessor
  • 768 MB RAM, 4 GB interner Speicher, erweiterbar
  • 4,3-Zoll-Display mit 800 x 480 Pixel Auflösung
  • Akku: 2.460 mAh
  • 8-Megapixel-Hauptkamera, allerdings ohne HD-Videoaufzeichnung, Frontkamera: 0,3 Megapixel.
  • Bluetooth 3.0, HSDPA bis 7,2 Mbit/s, kein HSPA+, kein LTE
  • Android 4.1 (sehr alt), es soll aber tatsächlich später im Jahr noch ein Update auf Android 4.4 geben.

 

Tipp: Es geht noch deutlich billiger. LG bietet in der Lowcost-L-Serie auch noch die Modelle Optimus L5 II, L3 II und L1 II an. Letzteres ist sogar schon für weniger als 50 Euro zu haben. Hier hört es aber mit einem Singlecore-Prozessor, einer Display-Auflösung von 320 x 240 Pixel und einer 2-Megapixel-Kamera mit der Herrlichkeit schnell auf. Wer einen Dualcore will, muss mindestens zum L7 II greifen.

Huawei Ascend Y330

Klar, wenn es um "billig" geht, denkt man zunächst einmal an die Hersteller aus China. Huawei mischt hier mit dem aktuellen Y330 unter 100 Euro mit. Dafür muss man sich auf einige schwächere Details gefasst machen, denn bis auf den Prozessor und Bluetooth 4.0 gibt es keinen Ausreißer nach oben:

  • 1,3 GHz Dualcore-Prozessor MTK Cortex A7
  • 512 MB RAM, 4 GB Speicher, erweiterbar
  • 4,0-Zoll-Display mit 800 x 480px Auflösung
  • Akku: 1.500 mAh
  • 3-Megapixel-Hauptkamera mit Fixfokus, keine Frontkamera
  • Bluetooth 4.0, DLNA, HSPA+ bis 21,1 Mbit/s
  • Android 4.2

 

Tipp: Mit rund 110 Euro kaum noch teurer ist das etwas besser ausgestattete Ascend Y530, das immerhin schon über Android 4.3 verfügt. Wer ein Quadcore-Gerät von Huawei möchte, der erhält für derzeit rund 130 Euro das G525. Preislich ähnlich wie das Y330: das Vorgängermodell für unter 100 Euro, ebenfalls mit Dualcore, aber ansonsten bis auf das ältere Android 4.1 dem Nachfolger sogar in einigen Details überlegen, zum Beispiel einem stärker portionierten Akku (1.950 mAh), der 5-Megapixel-Hauptkamera und einer Frontkamera.

Sony Xperia E1

Auch das fesche Sony scheut die Einstiegsklasse nicht. Das für unter 100 Euro hat einen Dualcore-Prozessor mit 1,2 GHz und immerhin 4 GB internen Speicher. Dafür sparen die Japaner hier vor allem an einem Detail, bei dem man für gewöhnlich sonst auftrumpft: der Kamera.

  • 1,2 GHz Dualcore Qualcomm
  • 512 MB RAM, 4 GB Speicher, erweiterbar
  • 4,0-Zoll-Display, Auflösung: 800 x 480 Pixel
  • Akku: 1.700 mAh
  • 3-Megapixel-Hauptkamera mit HD-Videoaufzeichnung, keine Frontkamera
  • Bluetooth 4.0, HSPA+, kein LTE
  • Android 4.3

 

Tipp: Wer noch gut 20 Euro drauf legt, erhält ab 120 Euro das Xperia M in der ersten Version (M2 ist inzwischen erschienen, aber deutlich teurer). Das Xperia M verfügt ebenfalls über einen Dualcore, wenn auch nur mit 1,0 GHz, hat dafür aber die bessere Kamera mit 5 Megapixeln, 3D-Surround-Sound, NFC und Bluetooth 4.0.

Wiko Cink Slim

Wiko lässt im Cink Slim auf den ersten Blick keinen Wunsch offen: Dualcore-Prozessor, 8-Megapixel-Kamera, auch eine Frontkamera und ein UKW-Radio sind mit drin. Ansonsten allerdings gibt es keine Ausreißer nach oben und nur eine recht betagte Android-Version:

  • 1,0 GHZ Dualcore-Prozessor
  • 512 MB RAM, 4 GB Speicher, aufrüstbar
  • 4,0-Zoll-Display, Auflösung: 800 x 480 Pixel
  • Akku: 1.600 mAh
  • 8-Megapixel-Hauptkamera, 1,3-Megapixel-Frontkamera, HD-Videoaufnahme
  • Bluetooth 2.1, UKW-Radio, HSDPA, kein HSPA+, kein LTE
  • Android 4.1.1

 

Tipp: Das Wiko Fizz ist teilweise noch billiger zu haben, ist auch etwas schwächer ausgestattet als das für unter 100 Euro, bringt allerdings schon Android 4.2.2 mit. Und wem ein schönes Display völlig egal ist, der kann auch zum noch preisgünstigeren Wiko Ozzy greifen: Dualcore-Prozessor mit 1,0 GHz, 4 GB Speicher, Bluetooth 4.0, ein halbwegs aktuelles Android (4.2.2) und auch hier ist sogar eine Frontkamera mit drin, auch wenn diese nur mit 0,3 Megapixeln auflöst. Hauptmanko wohl: eine Hauptkamera mit 2 Megapixeln - aber viel mehr könnte das Display mit 480 x 320 Pixeln Auflösung ohnehin nicht hübsch darstellen.

Acer Liquid Z4

PC-Hersteller Acer hat sich im Smartphone-Markt noch keinen Namen gemacht und setzt deswegen auf Kampfpreise. Das Liquid Z4 ist ein für unter 100 Euro mit Dualcore (1,3 Ghz), 4 GB Speicher, 5-Megapixel-Kamera, Frontlautsprechern und auf Wunsch Dual-SIM:

  • 1,3 GHz Dualcore-Prozessor Cortex A7
  • 512 MB RAM, 4 GB Speicher, erweiterbar
  • 4-Zoll-Display, Auflösung 800 x 480 Pixel
  • Akku: 2.000 mAh
  • 5-Megapixel-Kamera, HD-Videoaufnahme, keine Frontkamera
  • Bluetooth 3.0, HSPA+ bis 21,1 Mbit/s, kein LTE
  • Android 4.2.2

 

Tipp: Noch ein ganzes Stück billiger ist das Acer Liquid Z3. Das ist insgesamt etwas schwächer ausgestattet, verfügt aber ebenfalls über einen Dualcore-Prozessor.

Mobistel Cynus E1

Jaja, die Kleinen: Das Mobistel Cynus E1 kostet bei manchen Online-Händlern kaum noch mehr als für unter 100 Euro. Dafür gibt es NFC und eine Frontkamera. Punktabzüge gibt es unter anderem für die 3-Megapixel-Hauptkamera, den Akku und das völlig veraltete Bluetooth 2.0. Insgesamt keine echte Empfehlung:

  • 1,0 GHz Dualcore-Prozessor
  • 512 MB RAM, 4 GB Speicher, erweiterbar
  • 3,5-Zoll-Display, Auflösung: 480 x 320 Pixel
  • Akku: 1.200 mAh (sehr wenig)
  • 3-Megapixel-Kamera, keine Frontkamera
  • Bluetooth 2.0, UKW-Radio, HSDPA bis 7,2 Mbit/s, kein HSPA+, kein LTE
  • Android 4.2.2

 

Tipp: Knapp über der 100-Euro-Marke beweist Mobistel mit dem Cynus F4, dass man für etwas mehr Geld mit 5-Megapixel-Hauptkamera und 854 x 400 Pixel Auflösung durchaus etwas bessere Smartphones bauen kann. Allerdings muss sich der Käufer auch hier mit einer 0,3-MP-Frontkamera und Bluetooth 2.1 begnügen.

Alcatel OneTouch Pop C3

Im OneTouch Pop C3 ist eigentlich alles drin, was der Smartphone-Freund braucht, wie ein Dualcore-Prozessor mit 1,3 GHz, Bluetooth 4.0 und Android 4.2. Der schwach bemessene Akku allerdings trübt das Ergebnis:

  • 1,3 GHz Dualcore-Prozessor
  • 512 MB RAM, 4 GB Speicher, erweiterbar
  • 4,0-Zoll-Display, Auflösung: 800 x 480 px
  • Akku: 1.300 mAh
  • 3,2-Megapixel-Kamera, keine Frontkamera
  • Bluetooth 4.0, HSPA+ bis 21,1 Mbit/s, kein LTE
  • Android 4.2

 

Tipp: Für rund 30 Euro mehr bietet das OneTouch Idol S eine ähnliche Konfiguration mit einer etwas besseren Kamera (5 Megapixel) und ein wenig mehr Display-Auflösung.

Cubot P9

Was man beim Stöbern so alles findet: Der wohl eher unbekannte chinesische Hersteller Cubot hat ein Dualcore-Smartphone (1,3 GHz) für für unter 100 Euro vorgestellt, das sich optisch sehr an Samsungs Galaxy-Linie anlehnt. Dafür gibt es Android 4.2.2, zwei Kameras (8 und 2 Megapixel) und Dual-SIM.

  • 1,3 GHz Dualcore-Prozessor Cortex A7
  • 512 MB RAM, 4 GB Speicher, erweiterbar
  • 5,0 (!) Zoll-Display, Auflösung: 960 x 540 px (qHD)
  • Akku: 2.200 mAh
  • 8-Megapixel-Hauptkamera, 2-Megapixel-Frontkamera
  • Bluetooth 2.1, UKW-Radio, HSDPA bis 7,2 Mbit/s, kein HSPA+, kein LTE
  • Android 4.2.2

 

Tipp: Cubot hat noch mehr auf Lager. Das mit 4,0 Zoll kleinere GT95 bringt einen Dualcore mit 1,2 GHz mit und kostet dabei schon weniger als 60 Euro. Der Haken? Kein GPS und nur eine 2-Megapixel-Kamera. Ähnlich dimensioniert: das GT90 und das P6, allesamt mit Dualcore und teilweise weit unter 100 Euro.

Und die anderen?

Wir haben natürlich auch bei den Herstellern Samsung und HTC nach konkurrenzfähigen Smartphones diesseits der 100 Euro geschaut, aber leider nichts gefunden, was unseren Mindestanspruch (1,0 GHz Dualcore) erfüllte. Bei Samsung gibt es zahlreiche Galaxys mit Singlecore und alter Android-Version; dazu können wir aber nicht wirklich raten. HTC scheint den tosenden Preiskampf zumindest nicht bis zum Ende mitzugehen. Hier fanden wir in der untersten Preisklasse rein gar nichts. Für die Marge der Taiwaner ist das sicherlich ein Vorteil.

 

Schade: Noch im Frühjahr hatte Asus das stark ausgestattete ZenFone 4 vorgestellt, das nur 99 Euro kosten soll. Doch das hat es bislang nicht auf den europäischen Markt geschafft. Wer noch ein wenig warten kann oder 20 Euro mehr zur Verfügung hat, dem sei auch das Motorola Moto E nahegelegt, das derzeit für unter 100 Euro kostet.

Fazit: Besser als erwartet, in Bälde noch mehr Auswahl

Das Bild ist eigentlich ähnlich: Fast alle vorgestellten Geräte verwenden die gleiche Speicherkonfiguration mit 512 MB RAM und 4 GB internem Speicher. Beides ist wenig. Auch bei der Kameratechnik, der Displayauflösung und der Ladekapazität des Akkus wird - bis auf wenige erfreuliche Ausnahmen - in der Regel gespart. Natürlich darf man bei den Preisen auch nicht das Neueste vom Neuen erwarten. So verfügt keines der hier vorgestellten Geräte über LTE, keines kann Videos in Full HD aufzeichnen. Allerdings ließ zum Beispiel Sony durchblicken, dass man durchaus bereit ist, einige der zahlreichen Funktionen für die teureren Geräte auch für das preisgünstigere Xperia E1 bereitzustellen.

 

Den besten Gesamteindruck in unserer Übersicht hinterlassen neben dem Lumia 530 das LG Optimus L7 II, das vor allem mit einem starken Akku und etwas mehr RAM auf sich aufmerksam macht, auch wenn hier Bluetooth 4.0 fehlt. Auch nicht schlecht: das Acer Liquid Z4, auch wenn hier nur Bluetooth 3.0 drin ist und eine Frontkamera fehlt. Ein echter Geheimtipp könnte das China-Smartphone Cubot P9 sein, das vor allem mit einem starken Akku aufwarten kann. Fast schon abraten muss man dafür vom Alcatel OneTouch Pop C3 und dem Mobistel Cynus E1. Hier dürfte man mit der jeweiligen Akku-Kapazität von 1.200 und 1.300 mAh kaum über den Nachmittag kommen.

Irgendwo wird in dieser Preisklasse natürlich immer gespart; dessen sollte man sich bewusst sein, wenn man die Mittel- und Oberklasse außen vor lässt. Echte Totalausfälle allerdings haben wir hier nicht gesehen. Interessant auch: Viele Funktionen und auch teilweise die gleichen Geräte, die ich im vergangenen November in einem Preisvergleich der Smartphones unter 200 Euro verglichen habe, tauchen hier wieder auf. Die Preise kommen ins Rutschen, außerdem scheinen Freunde kleinerer Smartphones gar nicht tief in die Tasche greifen zu müssen: Die meisten Geräte hier in der Übersicht sind nicht größer als 4,0 Zoll.

Und das ist das Erfreuliche an diesem Test: Das Einstiegssegment wird zunehmend konkurrenzfähig und es dürfte nach Microsofts Quadcore-Vorstoß in Bälde noch an Qualität gewinnen.

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