22.02.14

Smartphones 2014: Hersteller, überrascht mich mal wieder

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Wie wird 2014 im Bereich Smartphones ausfallen? Der am Montag beginnende Mobile World Congress in Barcelona wird uns dazu einiges zeigen. In dieser kleinen Analyse beleuchte ich die Zukunft der klugen Handys in diesem Jahr und fasse meine Erwartungen an die Hersteller zusammen.

 

Die Schritte bei den High-End-Smartphones sind von Jahr zu Jahr eher klein - die Optimierung an den Geräten sind überschaubar und teilweise ändern sich nur Kleinigkeiten. Das Jahr 2014 könnte dennoch den Markt zumindest für die nächsten Jahre verändern. Während LG ein "kleines" High-End-Smartphone mit dem Namen LG G2 Mini auf den Markt bringen möchte, das immerhin noch eine Bildschirmdiagonale von 4,7 Zoll besitzen soll, hat Sony in diesem Jahr das gemacht, was sich die Hersteller vorher nicht trauten: ein handliches Smartphone mit Spitzenhardware.

Sony experimentiert - Trend zu kleineren Smartphones?

Dieses Xperia Z1 compact genannte Gerät könnte ein Hinweis auf einen grundlegenden Wandel im Produktdesign der Smartphones sein. Es mutet jedoch eher so an, als ob das Xperia Z1 compact noch nicht mehr als ein Experiment ist – ein Experiment, mit dem man diese Größe bei der Zielgruppe testet. Dass Sony Experimente wagt, bewies unter anderem auch der Marktstart der Linsenkameras QX10 und QX100 im letzten Jahr, die mittlerweile sogar munter "kopiert" werden, obwohl die Presse sich nicht wirklich einig war, ob sie die Kameras lieben oder hassen sollten.

Die vor einem Jahr vorgestellten mobilen Prozessoren finden wir jetzt in unserem Smartphones und Tablets. Die Grafikchips sollen bereits in diesem Jahr mit unserer Desktop-Hardware mithalten können. Die Entwickler schreiben sich Gaming auf dem Tablet und Smartphone immer größer auf die Fahnen. Grafikdemonstrationen zeigen, wie viel Power in einem mobilen Gerät stecken kann, wenn man es komplett ausreizt.

Power eines Desktop-PCs in einem mobilen Device

Ich erwarte in diesem Bereich auch viele alternative Möglichkeiten, mobile Geräte als Desktop-Ersatz nutzen zu können. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Versuche, genau das zu realisieren. Aufgrund der eingeschränkten Hardware, waren dies allerdings wirklich nur Versuche und keine befriedigenden Lösungen. Die stark verbesserte Hardware weckt die Hoffnung darauf, dass sich etwas ändert.

In diesem Jahr werden wir zudem weiter Grabenkämpfe um die Daseinsberechtigung verschiedener Hardware-Hersteller sehen. Motorola wurde an Lenovo verkauft, nachdem sich Google die besten Teile der Firma sicherte. Nokia gehört zu Microsoft. HTC und BlackBerry versuchen derweil, nicht über Bord zu gehen. Der im November 2013 abgesagte Verkauf der Firma BlackBerry beendete nicht ihren Leidensweg, im Gegenteil: Jetzt steht man im Zugzwang beweisen zu müssen, dass der Nichtverkauf die beste Lösung war.

Dieser starke Konkurrenzkampf unter den Herstellern führt allerdings nicht nur dazu, dass sich Hersteller weniger Experimente trauen, sondern auch dazu, dass sie diese Experimente eigentlich wagen müssten, um sich von der Masse abzuheben. Eine Zwickmühle.

Hersteller sind feige

Den Mut hierzu besitzt nicht jeder, aber wer eigentlich nichts mehr zu verlieren hat, kann mit einem neuem Konzept nur gewinnen oder da stehenbleiben, wo er sich sowieso schon befindet. Nicht jeder kann wie Samsung oder LG auf eine riesige Palette an Geräten setzen. Nicht überall ist das Budget dafür vorhanden, zwanzig oder mehr Geräte auf den Markt zu bringen. Hier hat man zwei Möglichkeiten: Entweder man versteckt sich hinter der Belanglosigkeit der eigenen Entwicklungen oder man geht das Risiko ein, den schmalen Grat zwischen Genie und Wahnsinn zu betreten. Ich hoffe, dass uns in diesem Jahr nicht wieder Dinge wie gebogene Displays als technische Revolution verkauft werden. Ich hätte gern echte technische Innovationen und keine optischen Schnickschnack. Ich persönlich würde mir wünschen, dass mehr Firmen den innovativen Weg gehen. Vielleicht werde ich an diesem Jahr überrascht.

Ich erwarte im Jahr 2014 auch, dass sich etwas in Sachen Google tut. Ich würde mir bei Android wieder einige wesentliche Weiterentwicklungen wünschen. Es müsste nicht einmal ein neues Design für Android sein - mir würde es schon reichen, wenn die Entwicklungsabteilung ein paar Funktionen so weit optimiert, dass Android noch benutzerfreundlicher wird, als es derzeit schon ist. Eigentlich ist schon seltsam: Während früher das Handy (beziehungsweise seine Hardware) im Vordergrund stand, zeigt man sich heute schon unzufrieden, wenn die Software zwar funktioniert, aber keine bahnbrechenden Funktionen hinzukommen. Ich für meinen Teil hoffe ja, dass die Entwicklungsabteilung von Google das ähnlich sieht.

Die wichtigsten, neuen Dinge werden uns wahrscheinlich irgendwann Mitte des Jahres präsentiert, damit sie passend zu Weihnachtszeit auf den Markt kommen. Ich hoffe, dass die Messen in diesem Jahr mehr als nur Erwartungen erfüllen angefangen mit dem Mobile World Congress ab Montag, 24. Februar.

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