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15.08.14

Skully AR1: Bordkonsole für das Motorrad direkt im Helm

Skully: Motorradhelm mit Internetanschluss. Alle Bilder: Skully Systems

Das Internet kommt langsam aber sicher ins Auto, doch Motorradfahrer müssen sich bislang ohne Navi oder wichtige Verkehrsinfos durchschlagen. Skully will das ändern. Der smarte Helm verbindet sich mit dem Smartphone und bringt bei der Gelegenheit mit Hilfe einer Kamera eine Art Rückspiegel mit.

 

Diese besinnlichen, internetfreien Momente, in denen man über die Autobahn schoppert - sollen bald der Vergangenheit angehören, wenn Skully AR1 auf den Markt kommt. Denn mit diesem smarten Helm soll der Motorradfahrer dank einer Kopplung mit dem Smartphone mit allen notwendigen Infos versorgt werden. Im März hatten wir euch einen ersten Ausblick auf dieses Projekt gegeben.

"Smart" ist ja mittlerweile fast schon zum Schimpfwort geworden, aber Skully AR1 klingt nach einer wirklichen Unterstützung für den Fahrer. Denn der Helm ist das Pendant zur Bordkonsole eines Autos. Er zeigt die Geschwindigkeit an, lässt den Nutzer über ein Smartphone kommunizieren, etwa Anrufe entgegen nehmen, und bietet über eine integrierte, rückwärtige Ultraweitwinkelkamera eine Art Rückspiegel.

 

Die Details lassen aufhorchen: Warum kommt etwa eine Ultraweitwinkelkamera als Rückspiegel zum Einsatz? Weil der vergrößerte Fokus tote Winkel eliminiert und praktisch keine Unschärfen mehr erlaubt. Auf Wunsch lassen sich Telefongespräche oder Statusupdates oben im Visier transparent einblenden, aber nicht da, wo es das Sichtfeld einschränken würde. Unterwegs lässt sich auf Wunsch auch Musik hören und das System mit Sprache steuern.

Das Video zur Crowdfundingkampagne stellt weitere Vorzüge vor:

www.youtube.com/watch

Hersteller Skully Systems hat sich auch bei anderen Details Gedanken gemacht: Das Visier soll beschlagresistent, kratzfest und blendfrei sein, die Verstärkungen am Hals 3D-Druck-gefertigt. Das Innenfutter soll besonders atmungsaktiv sein und Schweißbildung um 70 Prozent reduzieren. Der Helm selbst ist aus Polycarbonat gefertigt. Via Bluetooth verbindet er sich mit einem Smartphone und darüber mit dem Internet. Damit Apps das Produkt erweitern können, haben die Hersteller ein Software-Entwickler-Kit veröffentlicht.

 

Der Skully AR1 kommt derzeit so gut an, dass die Crowdfundingkampagne auf Indiegogo schon nach drei Tagen mehr als 1 Million US-Dollar eingesammelt hat. Nicht gerade selbstverständlich für einen Helm, der umgerechnet erst ab 1.050 Euro zu haben ist - Förderer außerhalb der USA zahlen 1.120 Euro. Die Kampagne läuft noch bis zum 9. September. Die Helme sollen im Mai 2015 ihre neuen Besitzer erreichen.

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