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04.01.13

Simvalley Mobile Kinder-Handy KT-612 im Test: Nach Hause telefonieren

Grün wie E.T.: Simvalley Mobile Kinder-Handy KT-612 (Bild: W.D.Roth)

Dem Nachwuchs zur Sicherheit ein Handy mit in die Schule geben, ohne nachher Jamba-Klingelton-Abos und Beschwerden der Lehrer am Hals zu haben? Das geht mit einem speziellen Kinder-Handy. Wir haben uns das Simvalley Mobile KT-612 einmal angesehen.

Für Senioren gibt es inzwischen spezielle Handys, die einfach bedienbar sind und Notruffunktionen haben: Komplizierte Menüs und kleine Tasten und Displays sind für viele ältere Menschen nur hinderlich, das Handy jedoch als Sicherheitsfaktor durchaus nützlich. Hier findet ihr einen Testbericht von Kollegin Gabriele Remmers zum Emporia Elegance.

Ähnlich ist es bei ganz jungen Menschen: Kinder haben zwar kein Problem mit kleinen Tasten und Anzeigen, doch zumindest Erstklässler dürften noch Schwierigkeiten mit komplizierten Menüs haben - danach können sie es vermutlich besser als die Eltern.

Allerdings gibt es einen zweiten Grund, Kindern nur ein Handy mit begrenztem Funktionsumfang mitzugeben: Sonst ist mit hohen Telefonrechnungen, lästigen Abzock-Abos und Ärger mit den Lehrern zu rechnen, weil der Filius im Unterricht am Handy spielt. Von der Gefahr, das gute Stück "abgezogen" zu bekommen, ganz zu schweigen.

Das Simvalley Mobile Kinder-Handy KT-612 ist aus einem Senioren-Handy hervorgegangen, was auch die Bedienungsanleitung an einem Punkt unfreiwillig verrät, weil sie noch den Hinweis auf ein Senioren-Handy enthält. Es hat daher auch eine SOS-Funktion, die das Kind in Notfällen nutzen kann - man muss dabei den Notruf 112 nicht eingestellt lassen, kann auch nur die eigene Familie per Anruf und SMS benachrichtigen lassen, wenn der Notruftaster gedrückt wird.

Im Gegensatz zum Seniorenhandy ist das Display sogar extrem klein und statt Zifferntasten gibt es nur vier Symboltasten für maximal vier Rufnummern, die dem Gerät per SMS eingeimpft werden können. Das Kind kann also nur da anrufen, wo es die Eltern erlauben, zu Hause, bei einem Freund oder auf einem Handy der Eltern. Das aber geht dann ganz einfach, ohne Wählen von Telefonnummern.

Leider hat das Ganze ein massives Sicherheitsproblem: Da keine Zifferntasten vorhanden sind, kann man auch keine PIN eingeben. Diese muss also ausgeschaltet werden. Wird dann das Handy verloren oder gestohlen, kann der neue Besitzer zwar mit dem Handy nur die einprogrammierten Nummern anrufen - mit einem anderen Handy jedoch beliebig telefonieren. Das ist nur mit einer Prepaid-Karte ohne Nachladefunktion tolerierbar, die jedoch leicht im entscheidenden Moment leer ist oder abgeschaltet wird. Mit einer Vertrags-Karte können dagegen erhebliche Kosten auflaufen, bis der Verlust bemerkt wird.

Es gibt jedoch eine Abhilfe, auf die der Anbieter unverständlicherweise nicht hinweist: Die Funktion "feste Rufnummern". Diese war vor einigen Jahren recht bekannt und ist inzwischen leider ziemlich in Vergessenheit geraten, nur wenige aktuelle Handys wie das Sony Ericsson Xperia Mini Pro kennen sie noch, doch auch ältere Geräte wie beispielsweise das Siemens C25, das ich dazu verwendet habe. Bei anderen Geräten, die die Funktion im Menü nicht unterstützen, kann man eventuell die GSM-Codes direkt eingeben.

Wird diese Funktion aktiviert, wozu die PIN2 benötigt wird, können anschließend nur noch die Nummern angerufen werden, die anschließend ins SIM-Telefonbuch gespeichert werden - zuvor gespeicherte Nummern wie die üblichen vom Provider gelieferten Hotlines von ADAC bis Taxiruf sind ebenso gesperrt wie manuell eingetippte Nummern, außer diese entsprechen einer der neu eingespeicherten Telefonnummern. So präpariert kann mit der SIM nun auch in einem anderen Telefon kein Unsinn mehr angestellt werden.

Dank automatischer Tastatursperre ist das Simvalley Mobile Kinder-Handy KT-612 tatsächlich recht kindersicher: Es löst nicht versehentlich Anrufe aus, ist kaum fehlbedienbar und auch nicht attraktiv, um geklaut zu werden. Allerdings wird es nur bis zu einem gewissen Alter für das Kind akzeptabel sein.

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