05.07.08

Segway: Olympische Sicherheitsräder

Chinesische Polizisten auf ihren Segways während einer Übung (Keystone /AP / Xinhua)

Segway-Verkäufe nehmen zu. Die Käuferschaft besteht aus frustrierten amerikanischen Autopendlern - und chinesischen Sicherheitsbehörden.


Die Segway-Polizei (Keystone)

Wer 20 Stundenkilometer schnell läuft, kann diesen Beamten entkommen, die während der olympischen Spiele in China für Ordnung sorgen sollen - es sei denn, die Polizei hat die elektrischen Zweiräder frisiert. Dagegen spricht der Frust des chinesischen Segway-Hauptimporteurs, Schauspieler Jacky Chan:

 

Er hat sich kürzlich vor den Medien beklagt, dass die Herstellerfirma ihn die Fahrzeuge nicht in China herstellen lässt, obwohl sein Jahresumsatz inzwischen bereits in die Millionen geht: Segway fürchtet sich angeblich vor Produktpiraterie.

Angesichts des nach wie vor hohen Preises von rund 5000 Dollar für einen Segway sind die Befürchtungen nachvollziehbar. In China besteht die wachsende Segway-Käuferschaft in erster Linie aus staatlichen Behörden, die ihre Sicherheitskräfte mit den leisen Rollern ausstatten. Rund 100 Stück sollen allein für die Polizisten anlässlich der olympischen Spiele gekauft worden sein.

Dieweil melden Segway-Händler in den USA rasch wachsende Verkaufszahlen: Immer mehr durch die hohen Benzinpreise frustrierte Nah-Pendler leisten sich die Elektrofahrzeuge für den Arbeitsweg. Denn Strom ist in den USA noch immer billig, und die Segway-Besitzer behaupten gemäss einer AP-Story, die tägliche Akkuladung für rund 35 Kilometer Segway-Fahrt auf der Monatsrechnung nicht erkennen zu können.

Segway-Verkaufszahlen steigen mit Benzinpreis (USA Today, englisch)

Die Furcht der Segway-Hersteller vor Jacky Chans chinesischen Ausbauplänen (MSNBC, englisch)

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