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08.07.16

Security

Kriminelle kapern TV-Geräte im Büro - das kann man gegen die Schadsoftware machen

Frank Müller

Smarte TV-Geräte findet man nicht nur in Wohnzimmern, sondern auch in immer mehr Büros. Zum Beispiel als Beamer-Ersatz für Präsentationen, zur Darstellung und Überprüfung der eigenen Website und so weiter. So praktisch das ist, so sehr muss man sich dabei vorsehen. Denn Schadsoftware wie "Flocker" befällt auch Fernseher mit Android-Betriebssystem.


"Flocker" im 'Einsatz' (Bild: Trend Micro)

IT-Sicherheitsfirma Trend Micro warnt vor Flocker auf Smart TV

"Flocker" steht für "Frantic Locker". Die Schadsoftware tauchte im Mai 2015 zum ersten Mal auf und existiert laut Trend Micro inzwischen in mehr als 7.000 Varianten. Die IT-Experten berichten auf ihrem Blog, dass der Entwickler seine Malware kontinuierlich überarbeitet, um die Entdeckung zu erschweren und noch wirkungsvoller Lösegeld zu erpressen.

FLocker gibt sich als Gesetzeshüter aus

Ganz dreist: Die Schadsoftware beschuldigt die Nutzer des befallenen Geräts einer Straftat, die sie gar nicht begangen haben. Auf dem gesperrten Bildschirm wird eine HTML-Datei mit einem JavaScript (JS)-Interface eingeblendet. Angeblich stammt die Nachricht von der US-Cyberpolizei oder einer anderen Behörde. Der Nutzer habe eine Straftat begangen und müsse ein Bußgeld bezahlen, um sein Gerät wieder nutzen zu können.

Das Lösegeld: ein iTunes-Gutschein über 100 US-Dollar

Das Bußgeld soll in Form eines iTunes-Gutscheincodes gezahlt werden. Dann würde der Fall sofort geschlossen und das Gerät sei wieder nutzbar. Andernfalls würde die Sache einem Gericht übergeben. Ein Countdown-Timer macht zusätzlichen Druck. Er zählt genau vor, wie viel Zeit noch zum Zahlen bleibt.

Was tun, wenn das eigene Gerät befallen ist?

Sicherheitsexperten raten den Betroffenen dazu, den Hersteller des Gerätes zu kontaktieren. Technisch versierte Nutzer sollen auch in der Lage sein, den Schädling eigenständig zu entfernen. Dazu muss man ADB Debugging aktivieren können und sein Gerät mit einem PC verbinden.

Nach dem Start der sogenannten ADB Shell soll man den Befehl "pm clear %pkg%" eingeben, wobei %pkg% durch den Paketnamen der Malware ersetzt werden muss. Das beendet den Prozess und entsperrt den Bildschirm. Danach lässt sich die App deinstallieren.

Ob diese Lösung allerdings etwas für die Masse der Anwender ist, darf mit Recht bezweifelt werden. Besser ist es in jedem Fall, alle erdenklichen Vorkehrungen zu treffen, damit das eigene Gerät nicht von Flocker oder anderer Schadsoftware für Android befallen werden kann.

Manchmal ist es smarter, auf Smart zu verzichten

Am sichersten fährt man wohl, wenn man sein Smart-TV ganz einfach ohne Netzanbindung verwendet. Um ihn als Bildschirm für Präsentationen einzusetzen, kann man ihn auch per HDMI-Kabel mit dem Rechner verbinden.

Braucht man aber wirklich mal die kabellose Verbindung oder die Anbindung ans Internet, kann man dafür zum Beispiel auch einen Amazon Fire TV Stick für knapp 40 Euro verwenden. Denn sollte dieser befallen werden, kann man ihn zur Not entsorgen und hat nicht viel verloren. Bei einem Smart-TV, der durch Flocker oder andere Schadsoftware unbenutzbar geworden ist, sieht das mit den Kosten schon anders aus.

Ruhe bewahren

Es ist also nicht nötig, gleich in Panik auszubrechen. Android-Smartphones und -Tablets dürften durch intensivere Web-Nutzung sowieso stärker gefährdet sein als smarte Fernseher mit Android-Betriebssystem. Und diese lassen sich durch passende Sicherheitslösungen schützen.

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