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27.02.14

Die Galaxy-S-Reihe im Rückblick: Wie viel Fortschritt steckt im Samsung Galaxy S5?

So fröhlich ist man natürlich nur mit dem neuesten Smartphone-Modell.

Wir haben uns für euch angesehen, welche Fortschritte Smartphones in den letzten vier Jahren gemacht haben. Untersuchungsobjekt: Samsungs "Galaxy S"-Reihe, gestartet 2010. Die Grundfrage: Wie groß sind die Unterschiede eigentlich zwischen dem aktuellsten Modell und seinen Vorläufern? Und damit auch: Für wen lohnt sich der Wechsel?

 

Die Hersteller loben ihre neuesten Smartphones natürlich immer in den höchsten Tönen. Das passiert gerade wieder auf dem Mobile World Congress in Barcelona. Und was vor zwölf Monaten als technisches Wunder angepriesen wurde, taugt demnach jetzt höchstens noch als Einsteigergerät – wenn überhaupt. Aber stimmt das wirklich? Wir haben stattdessen den Eindruck, dass die Fortschritte bei Smartphones immer kleiner und kleiner werden. Viele technische Eckdaten scheinen bei einem für die Praxis sinnvollen Maß angekommen. Wünsche bleiben wenige offen, wenn man einmal vom Frustfaktor Akkulaufzeit absieht.

Wir werfen einmal einen Blick zurück in die Geschichte der Smartphones. Stellvertretend dafür schauen wir uns Samsungs überaus erfolgreiche "Galaxy S"-Reihe an.

Die folgende Tabelle fasst einmal die wesentlichen technischen Daten aller fünf Modelle zusammen:

 

Der Urvater: Galaxy S

 

Kaum vorstellbar, dass es nur vier Jahre her sein soll, dass das erste Modell der Galaxy-S-Reihe vorgestellt wurde. Im März 2010 war es genauer gesagt und im Juni desselben Jahres kam es schließlich auf den Markt. Letztlich gab es über 20 Varianten davon für verschiedene Märkte und Mobilfunkanbieter. Viele Daten wirken heute natürlich deutlich überholt. Das Display beispielsweise hatte eine Auflösung von 800 x 400 Pixel und eine Diagonale von 4 Zoll. Glaubt es oder nicht: Das galt zu dem Zeitpunkt als groß. Heute sind nicht einmal mehr "Mini"-Modelle so klein. Die "PowerVR SGX 540"-Grafik mit 200 MHz galt als die schnellste in einem Smartphone zu diesem Zeitpunkt. Mit 9,9 mm war das Galaxy S zudem das dünnste seiner Art.

Ausgeliefert wurde es mit Android 2.1 plus Samsungs "TouchWiz"-Oberfläche. Offizielle Updates gab es bis Android 2.3. Wer später Android 4.0 haben wollte, musste zu anderen Möglichkeiten wie beispielsweise CyanogenMod greifen.

Fazit: Natürlich kann man mit dem Galaxy S telefonieren und Nachrichten verschicken, E-Mails empfangen und noch einiges mehr. Der niedrig aufgelöste Screen ist natürlich hoffnungslos überholt, verringert die Praxistauglichkeit aber nur wenig. Zum Problem wird dafür vor allem der heute vergleichsweise schwache Prozessor sowie die Ausstattung mit 512 MB RAM. Beides bestimmt wesentlich, wie schnell sich das Gerät anfühlt. Mit 8 oder 16 GB Festspeicher müssen hingegen auch manche moderne Geräte auskommen. Immerhin lässt er sich sogar noch via microSD um 32 GB erweitern.

Viel gelobt: Galaxy S II

 

Ebenso wie jetzt das Galaxy S5 wurde das Galaxy SII im Rahmen des Mobile World Congress vorgestellt. Erst drei Monate später im Mai 2011 kam es dann auch tatsächlich auf den Markt. Von der Fachpresse wurde es damals in den höchsten Tönen gelobt und galt als bestes Android-Smartphone oder gar bestes Smartphone des Jahres.

Das Display wuchs gegenüber dem Vorgänger ein wenig, die Auflösung blieb mit 800 x 480 fast unverändert. Dafür bot das "Super AMOLED Plus" mehr Schärfe gegenüber dem alten Screen. Der Prozessor hatte nun zwei Kerne, zugleich machte vor allem die Frontkamera einen Sprung von 0,3 auf 2 Megapixel und die rückseitige Kamera konnte nicht nur mit 8 Megapixeln fotografieren, sondern auch in 1.080p filmen. NFC war bereits an Bord und wer wollte, konnte USB-Geräte direkt anschließen ("USB On-the-Go").

Außer der Reihe wurde dann schon im August ein weiteres Galaxy S II vorgestellt , das u.a. einen leicht besseren Prozessor und ein etwas größeres Display hatte. Dieses Modell mit der Bezeichnung I9210 kam allerdings nur in einigen Märkten heraus. Dafür folgten Schwestermodelle wie das Galaxy S2 Plus.

Fazit: Das Galaxy SII wurde in fast allen Belangen gegenüber dem Vorgänger verbessert und es bekam offizielle Updates bis hin zu Android 4.1.2 ("Jelly Bean"). Das zeigt schon: Das Gerät ist auch heute noch praxistauglich, wenn man alles in allem etwas genügsamer ist. Der Dual-Core-Prozessor und der auf 1 GB verdoppelte RAM machen gegenüber dem ersten Modell jedenfalls viel aus.

Millionenseller: Galaxy S III

 

Am 3. Mai 2012 zeigte Samsung das Galaxy SIII und brachte es schon Ende desselben Monats in den ersten Märkten heraus. Mit über 60 Millionen verkauften Geräten sollte es zum bislang größten Hit der Serie werden. Im Design unterschied es sich dabei radikal von seinen beiden Vorgängern und setze ganz auf fließende Formen und Rundungen. Vor allem das erheblich gewachsene Display mit jetzt 4,8 Zoll Diagonale sorgte für Aufsehen. Dessen Auflösung wuchs auf 1.280 x 720 Pixel. Im Innern arbeitete nun ein Vier-Kern-Prozessor (gilt für das internationale Modell, je nach Region und Modell gab es auch Zwei-Kern-Varianten).

An manchen Stellen blieb aber auch alles beim Alten oder wurde nur wenig gegenüber dem Galaxy S II verändert. Das gilt beispielsweise für die Kamera oder die interne Grafik. Und das ist interessanterweise auch wahr für offizielle Android-Updates, die ebenso wie beim Vorgänger bis 4.1.2 ("Jelly Bean") zur Verfügung gestellt wurden.

In unserem ausführlichen Testbericht schnitt es gut ab. Kollege Kai Zantke lobte die schnelle Hardware und insbesondere "die intelligenten Anpassungen, die jeder schnell zu schätzen wissen wird."

Fazit: Das Galaxy S III wurde sicherlich zu Recht zum Hit. Vor allem das große und hoch aufgelöste Display wusste zu begeistern. Mit seinem Prozessor kann es auch heute noch gut mitspielen.

Softwarefeatures en masse: Galaxy S4

 

Auf einem recht theatralischen Event zeigte Samsung im März 2013 das Galaxy S4 . Optisch glich es dem Vorgänger sehr, das Display wuchs leicht auf 5,0 Zoll Diagonale und legte vor allem bei der Auflösung zu: 1.920 x 1.080, also Full HD. Das hiesige Modell bekam einen mit 1,9 GHz getakteten Vier-Kern-Prozessor. Alles in allem zeigte sich allerdings, dass die großen Sprünge der vorherigen Generationen hier nicht mehr möglich waren oder schlichtweg gar nicht mehr notwendig. Samsung stellte vielleicht auch deshalb zahlreiche Apps und Software-Features zum Galaxy S4 vor, die bei Techjournalisten und -bloggern aber sehr gemischt aufgenommen wurden. Kollege Jürgen Vielmeier stellte fest: Selbst das beste Smartphone der Welt kann nicht mehr begeistern.

Das Galaxy S4 hat sich dabei ordentlich verkauft, aber weniger als der Vorgänger und damit bei weitem nicht so, wie Samsung es sich erhofft hatte. Der Smartphone-Markt selbst wuchs in der Zeit schließlich erheblich.

Fazit: Das Galaxy S4 ist ein noch immer topaktuelles Gerät, das wenig bis gar nichts vermissen lässt. Es bekommt auch auf offiziellem Weg noch die aktuellste Android-Version 4.4 spendiert. Ob es sich genug vom Galaxy S III abhebt, hängt dabei natürlich von den eigenen Bedürfnissen und Nutzungsgewohnheiten ab. In Summe ist das S4 aber ein deutlich kleinerer Schritt als zuvor.

Hoffnungsträger: Galaxy S5

 

Gerade erst vor einigen Tagen hat Samsung nun das Galaxy S5 vorgestellt. Nach den nicht ganz so überwältigenden Verkaufszahlen des Galaxy S4 hoffen die Südkoreaner hier wieder die Massen begeistern zu können.

Mit Blick auf die technischen Daten bewahrheitet sich allerdings das Gefühl, dass die Zeit der rasanten Fortschritte vorbei ist. Das Display ist um 0,1 Zoll Diagonale gewachsen, wobei der praktische Vorteil dieser Änderung offen bleibt. Die Auflösung bleibt gleich. Prozessor und Grafik haben sich hingegen um eine Generation verbessert. Die Kamera hat nun gar 16 Megapixel auf dem Sensor, aber dieser Wert sagt nichts über die Bildqualität aus und kann sogar zu dessen Verschlechterung führen. Hier ist die Technik also schon ziemlich ausgereizt, wenn man das Smartphone nicht gleich mit einer Kompaktkamera kreuzen will. Interessantes Feature: Wer will, kann den Fokuspunkt auch nach dem Fotografieren noch verändern – aber ob man diese Funktion nun wichtig oder bloß witzig findet, hängt vom persönlichen Geschmack und Interesse ab. Der Fingerabdrucksensor inklusive Authentifizierung könnte ein nützliches Feature sein oder zumindest werden, allerdings sind die ersten Testberichte von dessen Handhabbarkeit nicht sehr begeistert.

Das Design ähnelt den beiden Vorgängern, aber Samsung hat sich vom glänzenden und glatten Plastik verabschiedet und dem Gerät eine matte, strukturierte Rückseite spendiert. Die ähnelt der des Nexus 7 und bekommt von vielen Seiten Lob.

Hier unser Hands-on-Video direkt vom Mobile World Congress:

www.youtube.com/watch

Fazit: Das Galaxy S5 ist zweifellos ein sehr gutes Smartphone. Es stellt sich nur die Frage, ob die Kunden die Feature-Verbesserungen auch mit Geld bezahlen wollen. Schließlich gibt es zahlreiche Konkurrenten, die einen ähnliche Funktionsumfang zu einem geringeren Preis anbieten. Und nicht zuletzt gibt es eine schier endlose Auswahl an Smartphones, die noch erheblich billiger zu haben sind. Die bieten dann zwar nicht alle High-End-Features des 2014er Smartphone-Jahrgangs, aber wie man sieht, sind die sowieso nur für einige Nutzer interessant und wichtig.

Wer Samsung dagegen treu bleiben möchte und ein Galaxy S II oder gar noch den "Urvater" Galaxy S hat, muss nicht lange überlegen: Das Galaxy S5 ist definitiv ein erheblicher Schritt nach vorn. Bei Besitzern eines Galaxy S III sieht das schon anders aus. Es gibt hier wenige zwingende Gründe für einen Wechsel. Aber wer etwas beim Galaxy S III vermisst oder ein spannendes Feature beim Galaxy S5 entdeckt, bekommt auf jeden Fall ein Gerät, das an vielen Stellen sichtbar und spürbar verbessert worden ist. Es sind allerdings keine Verbesserungen, die einen Wechsel wirklich notwendig oder gar zwingend erscheinen lassen. Wenig verwunderlich gilt das umso mehr im Vergleich zum Galaxy S4.

Wie haltet ihr es mit der Anschaffung eines neuen Smartphones? Und was ratet ihr anderen, wenn die wissen möchten, ob sie ein neues Smartphone brauchen?

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