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12.10.16

Smartphones

Samsung Galaxy Note 7: Game Over

Update vom 11.10.2016, Jürgen Kroder

Was als „iPhone-Killer“ gedacht war, entpuppte sich für Samsung als Mega-Katastrophe: Der koreanische Konzern stellte die Produktion und den Verkauf des Galaxy Note 7 ein. Der Grund sind Probleme mit den Akkus, die dafür sorgen können, dass das Smartphone in Flammen aufgeht.


Samsung Galaxy Note (Bild: Samsung)

Samsung muss das Galaxy Note 7 vom Markt nehmen

In den letzten Wochen gab es immer wieder Meldungen, dass einige Galaxy Note 7 beim Aufladen explodierten. Deswegen startete Samsung eine große Rückruf- und Austausch-Aktion. Wie sich im Laufe der Zeit herausstellte, handelte es sich um keine Einzelfälle. Auch bei den Austauschgeräten kam es zu Problemen. Deswegen zog Samsung die Reißleine: Das Galaxy Note 7 wird komplett vom Markt genommen.

Krise für Samsung, Chance für Apple & Co.

Laut aktuellen Meldungen könnte das Debakel das Unternehmen mehrere Milliarden kosten, es wird von bis zu 19 Milliarden US-Dollar geredet. Ebenso groß dürfte der Image-Schaden sein. Von der Krise könnten die Mitbewerber profitieren. Gerade Apples iPhone, dem Samsung mit dem Galaxy Note 7 eigentlich Paroli bieten wollte, wird sich in den kommenden Wochen wahrscheinlich besser verkaufen.

Schade, mag manch ein Samsung-Fan sagen. Denn das neue Phablet war bis auf die Akku-Probleme ein erstklassiges Smartphone bzw. Phablet. Wie es mit der gesamten Galaxy-Note-Reihe weitergeht, ist noch ungewiss. Vielleicht wird Samsung versuchen, schnellstmöglich einen Nachfolger auf den Markt zu bringen?

Samsung Galaxy Note 7: Das perfekte XL-Smartphone fürs Business?

 
Original-Beitrag vom 09.08.2016

Wie gut ist das neue große Smartphone von Samsung? Welche Vor- und Nachteile bietet das Phablet mit seinem Eingabestift und den neuen Security-Features? Wir haben das aktuelle Presseecho ausgewertet.

Samsung Galaxy Note 7: Tests und Hands-On

Die Samsung Galaxy S-Reihe gilt seit ein paar Jahren als härtester Konkurrent für das Apple iPhone. Doch die Koreaner haben noch mehr in petto. Neben den Einsteiger- und Mittelklasse-Smartphones - zum Beispiel die Baureihen Galaxy A und Galaxy J - gibt es noch die Note-Modelle der Samsung Galaxy-Serie. Diese zeichnen sich durch ihr großes Display (wodurch sie zur Geräteklasse der Phablets gehören) und den Eingabestift, S Pen genannt, aus. Damit sollen Business-User und Kreative angesprochen werden, die mit ihrem Mobilgerät schnell Notizen oder Scribbles festhalten möchten.

Wie gut ist der neue Wurf, das Samsung Galaxy Note 7? Kann das die Fachredakteure und Tester überzeugen? Wir haben das Presseecho ausgewertet und zusammengefasst. Die Meinungen fallen teilweise ziemlich zwiespältig aus.

Samsung Galaxy Note 7: Die technischen Daten

Bevor wir uns den subjektiven Meinungen widmen, gibt es hier zuerst die objektiven technischen Daten des Samsung Galaxy Note 7:

  • Displaygröße: 5,7 Zoll (AMOLED)
  • Größe: 153,5 x 73,9 x 7,9 Millimeter
  • Gewicht: 169 Gramm
  • Auflösung Back-Camera: 12 Megapixel
  • Auflösung Front-Camera: 5 Megapixel
  • Interner Speicherplatz: 64 Gigabyte
  •  Arbeitsspeicher: 4 Gigabyte
  • Betriebssystem: Android 6 („Marshmallow“)
  • Speichererweiterung: microSD-Slot vorhanden
  • Anschluss: USB Typ C
  • Akkuleistung: 3.500 mAh
  • UVP (ohne Handyvertrag): 849 Euro

Teilweise nur geringe Unterschiede zum Samsung Galaxy S7

Wer als Kenner die Daten liest, dem fällt gleich ein Punkt auf: Das Samsung Galaxy Note 7 ist nur etwas größer als das Schwestermodell Galaxy S7. Lediglich 0,2 Zoll (0,5 Zentimeter) liegen dazwischen, die Auflösung (2.560 x 1.440 Pixel) bleibt die Gleiche. Dafür bietet das Note 7 die Funktion "Mobile HDR", wodurch das Bild kontrastreicher erscheinen soll.

Wie das S7 Edge bietet auch das Note 7 abgerundete Display-Ecken – und das standardmäßig. Das heißt, es gibt keine Unterscheidung zwischen einem Edge-Modell und einer „normalen“ Variante. Der gewölbte Rand sieht zwar schick aus, kommt aber nicht bei allen Testern gut an. So meint Areamobile.de, dass der Mehrwert des gewölbten Bildschirmrandes begrenzt sei. Neben dem Display-Ecken rundete Samsung auch die Rückseite des Smartphones ab, was Computerbild.de lobt. Zusammen mit dem schmaleren Gehäuserahmen „sieht das Note 7 eine Spur seriöser aus – wie es sich für ein Profi- oder Business-Smartphone gehört“, so ComputerBild.

Was ebenfalls positiv auffällt: Viele Tester meinen, das neue Top-Phablet liege sehr gut in der Hand. Und es „fühlt sich mit 169 Gramm für ein Smartphone sehr leicht an“, sagt WIRED. Mit diesem Gewicht fällt das Note 7 leichter als manche Konkurrenten aus: Das iPhone 6S Plus wiegt beispielsweise über 190 Gramm.


Das Samsung Galaxy Note 7 übersteht ein kurzes Tauchbald (Bild: Samsung)

Staub- und wasserfest, ideal für Notizen

Ebenfalls positiv aufgenommen wird, dass das Note 7 nach Standard IP68 wasserfest sei. Teltarif.de schmiss in seinem Test deswegen das neue Smartphone ins Wasserbecken, was das Samsung-Geräte ohne Schaden überstand. In diesem Zuge kommt ein neues Feature zum Tragen: Mit dem Stift kann man auch auf einem nassen Bildschirm schreiben. Somit steht Notizen bei Regen nichts im Wege. Überhaupt sei der S-Pen der Star, meint Curved.de. Er ist ebenso staub- und wasserfest und kann auch ohne Berühren des Displays genutzt werden.

Neben dieser sogenannten „Air Command“-Technik überzeugte die Möglichkeit, dass sich die Notizen-App ohne Entsperren des Startbildschirms starten lässt. 

Mehr Sicherheit dank Iris-Scanner

Im Startbildschirm gibt es eine weitere Neuerung: Man kann das edle Smartphone auch per Iris-Scan entsperren. Das sorgt für mehr Sicherheit, was gerade beim Business-Einsatz sehr sinnvoll ist. Androidpit lobt das zwar, doch zugleich gibt es Kritik: Der Iris-Scan habe im Hands-On nicht immer problemlos funktioniert. Ähnliches berichten andere Fachmedien. Manchmal mussten die Tester mehrere Versuche unternehmen, bis der Iris-Scanner das Handy freigab.

Neben dem Iris-Scan integrierte Samsung beim Galaxy Note 7 ein weiteres Security-Fature: Sensible Daten wie Dokumente oder Daten können in einem speziellen Ordner abgelegt werden. Der wird durch Samsung Knox geschützt. Diese Software gibt die Ordner nur durch die Freischaltung mit den Augen frei. Dass es hierbei gelegentlich zu Verzögerungen kommt, sieht beispielsweise Areamobile als nicht so kritisch an. Parallel zum Iris-Scan ist es auch möglich, den Fingerabdruck-Sensor zu verwenden.

Gut: Speichererweiterung, schlecht: kein Akkuwechsel für Laien

Der Secure Folder, der durch das Smartphone geschützt wird, liegt nicht in der Cloud, sondern auf dem fest verbauten Speicher. Ein Auslagern auf eine microSD-Karte ist nicht möglich.

Da wären wir bei einem weiteren Pluspunkt des Phablets: Im Gegensatz zum Konkurrenten iPhone 6S Plus besitzt das Galaxy Note 7 einen Slot, um die kompakten Speicherkarten einzuschieben. Hierdurch lassen sich die 64 GB interner Speicher (der u.a. durch das Android-Betriebssystem und für die vorinstallierten Apps genutzt wird) um bis zu 256 GB erweitern. Das reicht für eine Großzahl an Dokumenten, Fotos und Videos.

Weniger schön ist, dass man beim Samsung Galaxy Note 7 den Akku nicht selbst tauschen kann. Jener wurde fest verbaut. Wer ihn wechseln lassen will, muss sich an den Kundendienst wenden. Dafür lässt sich der S Pen ins Gehäuse schieben, wo er komplett verschwindet.

Fazit

Das Stimmungsbild fällt eigentlich durchweg positiv aus. "Alle Neuerungen des Galaxy Note 7 wirken dem ersten Eindruck nach ausgereift und durchdacht", attestiert zum Beispiel Netzwelt.de, das Magazin Connect unterstreicht das mit: „Der erste Eindruck ist auf jeden Fall bereits vielversprechend“.

Doch ein finales Fazit gibt es derzeit nicht, da die Redakteure bislang nur Vorab-Modelle testen konnten. Somit dürften im laufe der Zeit sicherlich noch ein paar richtige Kritikpunkte auftauchen.

Die ersten negativen Anmerkungen findet man bereits. Zum Beispiel wird bemängelt, dass der Akku nur 3.500 mAh bietet, das Galaxy S7 dagegen 3.600 mAh. Auch das nur gering größere Display sorgt für Kritik: "Das Samsung Galaxy Note 7 hat ein gutes Design, technisch ist es allerdings kein großer Fortschritt gegenüber seinen Vorgängern“, meint WIRED.de.  Steffen Herget von Areamobile bläst ins gleiche Horn: "Samsung hat das Galaxy Note 7 so stark an die Galaxy-S-Reihe angepasst, dass es sich zu wenig abhebt und der eigene Charakter des Phablets verloren geht". Eine Meinung, die man in dieser Art immer wieder liest.

Unterm Strich gelang Samsung mit dem Galaxy Note 7 ein schickes und edel wirkendes Business-Phablet, das bislang eigentlich keinen großen Grund zur Beanstandung liefert. Am Ende scheint es ein bisschen auf die übliche Geschmacksfrage hinauszulaufen.

 

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