23.03.09

Samsung BD-P 1500 im Test: Blu-ray zum Schnäppchenpreis

BD-P1500 (Bild: Samsung)

Blu-ray-Player sind nun ab 150 € im Handel. Anlaß für neuerdings.com, sich den BD-P 1500 von Samsung vorzuknöpfen.

Blu-ray hat HD-DVD besiegt. Doch das Geschäft wollte trotzdem nicht in Gang kommen: Schon wieder neue, teure Geräte? Und neue, teure Scheiben?

Doch nun ist ein Preisrutsch eingetreten. Geräte der noch aktuellen Generation sind ab 150 € im Handel. Anlaß zu überprüfen, was Blu-ray im Allgemeinen und diese Geräteklasse im Speziellen zu bieten hat. Lohnt sich noch eine schwarze Schachtel mehr im Wohnzimmer?

Bei mir war der Anlaß, daß im Nachbarort ein "Ich bin doch nicht blöd"-Markt eröffnete. Billige Notebooks - ok, brauche ich nicht - Handys - und ein Blu-ray-Player für 149 €! Hoppala, na damit hat Blu-ray nun das "Luxus"-Segment verlassen.

Der Einkauf des Testgeräts war also erfolgreich. Lt. Beschilderung im Laden kann der Samsung BD-P 1500 unter anderem auch JPGs und MP3s abspielen. Schön!

Aber leider falsch: Das kann er schon mal nicht. Und er hat auch nur einen optischen Audio-Digitalausgang - keinen elektrischen, wie der Media-Markt-Prospekt verkündet. Audio analog 5.1 und S-Video gibt es ebenfalls nicht. Na gut, da hat halt wer nicht aufgepaßt, kann ja mal passieren...aber wer wird denn so kleinlich sein...

 

Doch stellte sich heraus, daß offensichtlich nicht einmal Samsung selbst weiß, was der BD-P 1500 so kann und nicht kann. Auf der Website wird verkündet, das Gerät könne auch DVD-RAMs abspielen - auf den Supportseiten kann er es plötzlich nicht mehr. Und auch auf einem Aufkleber sowie in der Anleitung steht, er könne es nicht...???

Ja, kann er es nun, oder nicht?

Blu-ray-Discs abspielen kann der BD-P 1500 aber jedenfalls. Und das recht gut. Die Wechselzeiten in Menüs sind etwas länger als bei DVD-Spielern und es entstehen etwa 10 Sekunden "Schwarzpause", auch das Einschalten dauert etwas länger als bei einem DVD-Spieler, doch das Gefühl eines bootenden Vista-Rechners, das Blu-ray-Spieler sonst oft bieten sollen, stellt sich nicht ein.

Der Bildeindruck ist dabei überwältigend: Auch, wer schon einmal HDTV mit ja ebenfalls erweitertem Farbbereich (HDMI 1.3) gesehen hat, wird überrascht. Die Farben sind so intensiv, daß zunächst ein mißlungener Geräteabgleich vermutet wurde. Ok, die zum Test mit angeschaffte Blu-ray-Disc "Mamma mia" nutzt extreme Bonbonfarben, passend zum Thema des Films. Sie lief auch trotz Kopierschutz ungestört - wie es sich mit kopiergeschützten DVDs verhält, konnte infolge deren fachgerechter Entsorgung nicht mehr ermittelt werden.

Doch erschienen am neuerdings.com-Referenzgerät Sharp LC-52 XL 2E wirklich bislang auch aus dem Kino unbekannt intensive Farbtöne, ohne dabei in die Sättigung zu gehen - die stärkeren Farben der Blu-ray-HD-Technik sind Tatsache.

Ebenso gut ist die Bildauflösung. Ein zunächst deutliches Ruckeln veschwand, nachdem der Samsung BD-P 1500 auf 24-Hz-Betrieb ("1080/24p") umgestelt wurde, den allerdings nicht jeder Fernseher beherrscht - der LC-52 XL 2E war das erste Gerät von Sharp, das diesen Modus beherrscht, bei älteren Modellen machten die Chips nicht mit.

Der Vorteil des 24-Hz-Modus: Nun können Kinofilme in ihrer natürlichen Geschwindigkeit laufen - in Europa werden sie auf PAL-DVDs und Videokassetten üblicherweise 4% schneller abgespielt, um die dort genormten 25 Hz Bildwechselfrequenz zu erreichen. Das spart zwar dem gestreßten Arbeitnehmer am Feierabend Zeit bei der Entspannung, führt jedoch bei Musikfilmen auch zu 4% angehobenen Tonhöhen und damit zur Verstimmung. Ein Punkt, bei dem die Blu-ray-Disc technisch besser ist.

DVDs werden an HDMI hochskaliert und damit auch mit 1920 x 1080 Pixeln an den Fernseher geliefert. Auch nicht normgemäße, aus DVB-S-Aufnahmen erzeugte DVDs z.B. mit 480 x 576 Pixeln (Super-VCD-Format) kann der Samsung BD-P 1500 abspielen - manche DVD-Spieler streiken hier.

Echte VCD und Super-VCD verweigert der Samsung BD-P 1500 dagegen - ein "normaler" DVD-Player sollte also immer noch im Haus bleiben, wenn man solche Medien hat. Und wer DVDs abspielt, die nicht industriell gefertigt wurden, sondern auf eigenen Aufnahmen beispielsweise mit DVD-Rekordern mit reduzierter Bitrate beruhen, wird deren Mängel wie Klötzchenbildung nun auf einmal wesentlich deutlicher erkennen.

Mit "BD Live" kann der Samsung BD-P 1500 auch auf Blu-ray-Discs verlinkte Inhalte aus dem Web nachladen, sofern man einen DSL-Routeranschluß im Wohnzimmer hat.

Alternativ kann an der USB-Schnittstelle auch ein USB-Stick angeschlossen werden. Der Update der Firmware gelang im Test über den USB-Stick allerdings nicht, jedoch über das Brennen einer entsprechenden CD. Diese wird dann einige Minuten lang eingelesen - doch der BD-P 1500 enthielt bereits die aktuelle Firmware. Leider kann man dies erst nach dem einlegen der CD festellen

Der günstige Preis des BD-P 1500 beruht übrigens wohl auf einem Re-Import aus Osteuropa, denn die Anleitung enthielt vorzugsweise diese Sprachen - Deutsch fand sich erst nach einigem Suchen. Auch ist ein HDMI-Kabel selbst anzuschaffen - während Videorekordern eigentlich immer ein für ihren Betrieb passendes Scart-Kabel beigelegt wurde, wird hier nur ein einfaches Videokabel beigelegt, kein HDMI.

Während das Media-Markt-Angebot nur zur Eröffnung des Marktes gilt und inzwischen ausverkauft sein dürfte, ist der Samsung BD-P 1500 bei Versandhändlern wie Alternate auch regulär in dieser Ausstattung (also mit osteuropäischem Handbuch) zu einem Preis unter 160 € erhältlich. Bei einem Listenpreis von 379 € auf jeden Fall ein Schnäppchen.

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