07.09.13

Saeco GranBaristo Avanti: Hilfe, mein Espresso-Automat ist schlauer als ich!

Bestimmt ein Traum für manche Kaffeenerds: die App zur Saeco GranBaristo Avanti. (Fotos: Philips)

Früher, als wir nichts hatten, war ein Kaffee an sich schon ein Genuss mit einem Hauch von Luxus. Heute, wo wir von allem zu viel haben, muss es eine Kaffeespezialität sein. Und weil das auch noch nicht reicht, kann man bei einem Espresso-Automaten wie dem auf der IFA 2013 gezeigten Saeco GranBaristo Avanti jedes Detail seines Getränks beeinflussen – natürlich per App.

Bestimmt ein Traum für manche Kaffeenerds: die App zur Saeco GranBaristo Avanti. (Fotos: Philips)

Jeder könne mit ihrem neuen Maschinchen zu einem original italienischen Barista werden, tagträumt die Marketingabteilung in ihrem langen Pressetext über die Saeco GranBaristo Avanti . Die Saeco-Mutter Philips fühle sich schließlich "sinnvollen Innovationen" verpflichtet. Man höre, staune und lese weiter: Dieses "connected coffee machine concept" ist ein "breakthrough". Und mal ehrlich: Wir haben nichts weniger erwartet. Gestern noch dachten wir, die Menschheit sei ultimativ dem Untergang geweiht und unser Leben im Kern sinnlos, heute gibt es die Saeco GranBaristo Avanti und die Sonne strahlt uns von einem makellos blauen Himmel entgegen. Großartig. Darauf erst einmal einen Kaffee.

Und womit lässt dieses nagelneue Kaffeemaschinenkonzept die Herzen höher schlagen? Womit macht es uns hellwach und beschleunigt den Puls? Richtig: mit einer App. Denn "Vielfalt und Anpassbarkeit" sind schließlich "im Herzen von Innovation". Sagt Philips. Und die müssen es wissen. Deshalb kann man bei der GranDingsda Avanti alles via iPad beeinflussen: die Temperatur des Kaffees, die Stärke, die Menge und auch wie viel Milch man haben möchte. Oder darf es Milchschaum mit Karamell-Topping sein? Wie viel jetzt genau?

Ich weiß nicht, wie es euch morgens vor dem ersten Kaffee so ergeht, aber dieser Espresso-Automat wäre mir geistig zu diesem Zeitpunkt des Tages eindeutig überlegen. Hochnäsig und hämisch würde er auf mich herabschauen und sich im Stillen über meine fruchtlosen Versuche lustig machen, mir einen Kaffee in der iPad-App zusammenzustellen. Aber die Philips-Ingenieure, die sich wie bereits erwähnt ganz und gar "sinnvollen Innovationen" verpflichtet fühlen, haben auch daran gedacht: Man kann sich seine Lieblingskaffees abspeichern. Fast überflüssig zu erwähnen, dass man seine Rezepte via Social Media mit der sicher gespannt wartenden Weltöffentlichkeit teilen kann.

Kaffee, Kaffee, Kaffee und Kaffee.

Philips' Ingenieure wollen uns laut Pressemitteilung darüber hinaus mit ihrer DingsBarista Avantidingens vor einer Situation beschützen, die wir alle schon als qualvoll und schmerzhaft empfunden haben: Wir haben Besuch und wollen unseren Gästen einen Kaffee kochen. Furchtbar. Geht es euch nicht auch so, dass ihr in solchen Momenten vollkommen überfordert seid und denkt: Könnte ich doch jetzt nur mein iPad herumreichen, damit sich meine Gäste langwierig unter den dreiundzwölfzig Varianten und Einstellungsmöglichkeiten ihren Lieblingskaffee einstellen könnten? Nein? Ich auch nicht. Aber mit der AvantiBaristaDingensKonzept geht das alles.

Das Saeco-Team sei "fanatisch", wenn es darum gehe, eine "authentische italienische Kaffee-Erfahrung" zu ermöglichen, heißt es fast schon ein wenig beängstigend forsch in der Pressemitteilung gegen Ende. Und ich möchte hier niemandes Kaffee verschütten, aber...: Ich persönlich habe in Italien noch nie einen Barista gesehen, der seinen Espresso per iPad-App hergestellt hätte.

Aber was weiß ich schon. Ich trinke ja am liebsten einen einfachen Kaffee. Schwarz.

P.S.: Zu Preis und Lieferbarkeit der Kaffeemaschine gibt es noch keine Angaben.

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