08.12.13

Runsafer: Smarter Sportschuh warnt vor falschen Bewegungen

Runsafer: Sportschuh mit Sicherheitssensoren. Bild: Fraunhofer IPMS

Ein smartes Sportschuh-System soll Läufer davor schützen, mit falschen Bewegungen Gelenke und Bänder zu schädigen. Daran arbeitet das Fraunhofer IPMS gemeinsam mit fünf Unternehmen. 2015 sollen die ersten Modelle mit dem "Runsafer"-System auf den Markt kommen.

Runsafer: Sportschuh mit Sicherheitssensoren. Bild: Fraunhofer IPMS

Viel hilft viel? Beim Thema Gesundheit nicht unbedingt. Fitness-Tracker wollen uns dazu animieren, uns möglichst viel zu bewegen. Aber was ist, wenn man dafür vielleicht gar nicht fit genug ist? Ein geplanter Schuhsensor namens Runsafer, an dem Fraunhofer mitarbeitet, will vor zu viel falscher Bewegung schützen.

Der soll sich einfach an einer beliebigen Sohle anbringen lassen und in Echtzeit beobachten, ob der Träger vielleicht zu viel Kraft auf einen Bereich des Fußes ausübt. Die Sensorik nimmt biometrische Daten auf und meldet sich bei Auffälligkeiten per Smartphone-App. Nicht ohne Grund: Wird der Läufer müde und macht trotzdem weiter, neigt er dazu, sich falsch zu bewegen. Das kann zu Knie- und Gelenkproblemen oder zu Bänderrissen oder -dehnungen führen.

 

Warnung per App

Der Runsafer ist ein EU-gefördertes Gemeinschaftsprojekt, das die Teilnehmer am Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme (IPMS) in Dresden umsetzen. Neben Fraunhofer sind noch fünf weitere Unternehmen beteiligt, unter anderem der Schuhhersteller New Millenium Sports aus Spanien. Der Besitzer der Marke Kelme will einen Schuh mit Runsafer-System Anfang 2015 auf den Markt bringen.

 

Das System umfasst Mikrocontroller mit Beschleunigungs- und GPS-Sensoren, Funkmodul und Akku. Letzterer soll sich mit einem einfachen Micro-USB-Stecker wieder aufladen lassen. Neben der Fußstellung kann die Sohle auch die Geschwindigkeit messen und über die App, falls notwendig, alternative Abrollwege, einen anderen Untergrund oder eine geringere Geschwindigkeit vorschlagen. Die Messeinheit soll sich sehr einfach unter der Einlegesohle anbringen und wieder herausnehmen lassen. Die Daten werden an das Online-Portal auf Runsafer übertragen, auf dem sich der Läufer später den Trainingsverlauf anschauen kann.

Noch kein Tracker für alles

Ein Prototyp soll bereits vorliegen. Derzeit arbeiten die Forscher daran, den Controller noch kleiner und leichter zu machen, damit er keine Belastung für den Läufer darstellt. Besondere Herausforderung sei, den Tracker außerdem wasserdicht und natürlich stabil zu machen, heißt es in der offiziellen Pressemeldung.

Wir sind ja immer noch auf der Suche nach dem perfekten Fitness-Gadget, oder genauer gesagt: dabei, den Markt unter den mittlerweile dutzenden Angeboten zu sondieren. Noch liefert kein Tracker eine Unterstützung aller Sportarten oder eine Analyse aller biometrischer Daten. Wir sind aber durchaus zuversichtlich, dass wir nicht mehr lange darauf warten müssen.

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