21.03.14

Rufus Cuff: Smartwatches? Kinderkram! Hier kommt der Handgelenks-Communicator

"Du, Jeff, ich habe da eine gigantische Smartwatch am Handgelenk."

Mal ehrlich: Was soll man mit diesen winzigen Smartwatches schon anfangen? Wenn schon Technik am Handgelenk, dann doch bitte richtig. Wer in etwa so denkt, gehört zur Zielgruppe des Rufus Cuff, dem Phablet unter den Smartwatches. Mit einem 3-Zoll-Display hat das Gerät die Dimensionen eines kompakten Smartphones und es soll mit Android 4.4 herauskommen.

 

Wearables sind ein heiß diskutiertes Thema derzeit, aber ob beispielsweise Smartwatches wirklich zum Massenphänomen werden, kann heute noch immer niemand vorhersagen. Google hofft bekanntlich, mit Android Wear eine Rolle zu spielen. Rufus Labs möchte das auch, hält aber nichts von einem abgespeckten Android. Sie wollen das komplette Android am Handgelenk bieten. Und damit man das auch benutzen kann, braucht es natürlich etwas Platz auf dem Display. Also eigentlich eine ganze Menge Platz...

Ein Jahr habe das Team an Rufus Cuff gearbeitet, ist zu lesen. Und wer sich mit Entwicklungszeiträumen von Hardware beschäftigt hat, der weiß, dass das enorm wenig Zeit ist. Apple beispielsweise braucht wohl etwa anderthalb Jahre für die jeweils nächste iPhone-Generation und das, obwohl sie ihre Geräte an sich nur weiterentwickeln und nicht jedes Mal neu erfinden. Am iPad hingegen haben sie mehr als zehn Jahre gearbeitet und Prototyp um Prototyp entwickelt und wieder verworfen .

Vielleicht ist das auch der Grund, warum Rufus Cuff einen unausgereiften Eindruck macht. Dass man für ein 3-Zoll-Display entsprechend Platz braucht ist beispielsweise klar, aber warum ist dieses Gerät um Himmels Willen trotzdem noch so dick? Hier zeigt sich eben, was ein Massenhersteller kann, was ein Startup in dieser Form nicht leisten kann.

Seltsame Entscheidungen im Detail

Das größte Fragezeichen ist allerdings: Warum funktioniert Rufus Cuff nur in Verbindung mit einem Smartphone? Die Logik dahinter erschließt sich mir nicht wirklich. Rufus Labs schließt zwar nicht aus, dass es auch einmal ein Standalone-Gerät mit SIM-Card geben wird, aber das ist erst für ein künftiges Modell vorgesehen. Bis dahin verbindet sich Rufus Cuff per Bluetooth 4.0 mit einem Smartphone in der Nähe oder kann notfalls auf ein WLAN ausweichen.

Ansonsten finden sich viele Features wieder, die man bereits von Smartwatches und Smartphones kennt. Das folgende Werbevideo fasst sie zusammen:

vimeo.com/89260714

Man kann also darüber Anrufe tätigen, Nachrichten schicken und empfangen, die Sprachsteuerung nutzen und einiges mehr. Auch Videoanrufe sind möglich, denn es soll eine entsprechende Kamera integriert werden. Zudem sind diverse Sensoren geplant, so dass Rufus Cuff zugleich als Fitnessgadget funktioniert. Das alles läuft auf Basis von Android 4.4 und nach eigenen Aussagen wollen die Macher auch den vollen Play Store anbieten. Hier hat aber bekanntlich Google auch noch ein Wörtchen mitzureden und verweigert die Lizenz auch schon einmal, wenn ihnen das Gerät nicht passt.

Wozu die Rufus-Leute allerdings Android in erheblichem Maße umgestalten, ist ein weiteres Rätsel dieses Projekts. Ist es wirklich sinnvoll, so viel Zeit in das Redesign von Android zu stecken, obwohl man es im Grunde so nutzt, wie es auch auf einem Smartphone genutzt wird? Es mag zwar schick aussehen, aber es kostet Entwicklungsressourcen, sorgt künftig sehr wahrscheinlich dafür, dass Cuff-Besitzer neue Android-Versionen nur spät oder gar nicht bekommen und sobald man eine handelsübliche Android-App aufruft, ist die ganze Maskerade sowieso verpufft.

Interessant, aber nicht so

 

Alles in allem muss ich zugeben: Ich verstehe Rufus Cuff nicht. Dabei könnte ich mir sogar vorstellen, dass es einen Markt für "Maxi-Smartwatches" gibt. Aber dann würde ich zum Beispiel voraussetzen, dass so ein Gerät ohne ein Smartphone in der Hosentasche funktioniert. Und vielleicht sollte es darüber hinaus so gestaltet sein, dass man den eigentlichen Hardware-Teil vom Armband und der Halterung abtrennen kann – sozusagen ein kompaktes Android-Smartphone mit passendem Zubehör, um es sich ums Handgelenk zu schnallen. Wer's mag...

Falls ihr euch aber im Gegensatz zu mir für Rufus Cuff in der jetzigen Form begeistert, könnt ihr es jetzt via Indiegogo fördern. Umgerechnet rund 170 Euro soll man im Rahmen des "Early Bird"-Specials vorschießen, Versand und Steuern sind hier aber offenbar noch nicht enthalten. Ausliefern wollen die Macher im September 2014.

Viele weitere Informationen findet ihr auf der Indiegogo-Projektseite und auf der offiziellen Produkt-Website. Gefunden haben wir Rufus Cuff bei Gizmag.

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