Hier finden Sie weitere Artikel aus der Themensammlung Technik

26.05.14

Roombots: Zauberwürfel bringen euch den Esstisch ans Bett

Roombots in Aktion. Alle Bilder: EPFL

Geht es nach Forschern der polytechnischen Hochschule in Lausanne, dann bestehen die Möbel der Zukunft aus beweglichen Würfeln, die sich zu einem beliebigen Möbelstück anordnen lassen - oder vorhandene Möbel spazieren tragen. Kaum zu glauben, aber es funktioniert schon jetzt.

 

Stellt euch vor, eines Abends kommen überraschend ein paar Freunde zu Besuch, aber ihr habt nicht für jeden eine Sitzgelegenheit vorrätig. Kein Problem: Dann funktioniert ihr einen Tisch oder das Regel eben kurzerhand zum Stuhl um.

Möglich ist das, wenn eure Möbel aus Roombots bestehen, bewegliche Würfel aus Hartplastik, die mit flexiblen Motoren und der nötigen Steuerungstechnik die Form eines gewünschten Möbelstücks annehmen können. Und das ist nur eine von vielen Möglichkeiten, die die smarten Würfel mitbringen.

 

So können sich die Roombots so anpassen, wie es der Ergonomie des Besitzers entspricht. Die Lehne eines Stuhls wäre dann passgenau auf ihn abgestimmt. In Kombination mit festen Elementen lassen sich daraus auch größere Möbelstücke wie Regale bauen, die man auf Knopfdruck je nach Bedarf etwa verkleinern oder verbreitern kann. Im Geiste ist das alles etwas schwer vorstellbar. Aber das Video der Forscher stellt das Prinzip sehr anschaulich vor:

www.youtube.com/watch

Wie im Video zu sehen ist, lässt sich die Beweglichkeit der Roombots auch dazu verwenden, um Möbel durch die Wohnung zu transportieren. Gedacht ist das vor allem für Menschen mit Gehschwierigkeiten. So könnte ein Pfleger das Abendessen auf dem Esstisch servieren und die Roombots würden den Tisch einfach in ein anderes Zimmer fahren. Studenten der Hochschule haben außerdem ein Konzept vorgestellt, wie sich Roombots als Blumenkästen eignen, um Pflanzen etwa frei an einer Außenfassade anzubringen, wo ein Mensch sie so nur unter hohem Aufwand aufstellen könnte.

 

Ein Roombot ist etwas kleiner als ein Fußball und wiegt etwa 1,4 Kilogramm. Die verwendeten LiPo-Akkus sollen eine Stunde Leistung bringen, ehe sie wieder geladen werden müssen. In der Sprache der Wissenschaftler nennt sich das Prinzip der Roombots "3D Selbstrekonfiguration". Hinter dem Projekt stehen Forscher um Stephane Bonardi und Massimo Vespignani an der polytechnischen Hochschule (EPFL) Lausanne in der Schweiz. Zur Marktreife und zu möglichen Preisen haben sich die Forscher bislang leider noch nicht geäußert.

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer