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25.07.13

Reflecta x7-Scan im Test: Mobiler, universeller Film- und Diascanner

Reflecta x7-Scan im Test (Bild: W.D.Roth)

Wirklich gut lassen sich alte Fotos nur von der Filmvorlage digitalisieren. Das war jedoch lange Zeit entweder aufwendig und teuer oder mit nur sehr dürftiger Qualität möglich. Mit dem Reflecta x7-Scan ist es bei akzeptabler Qualität bei geringem Zeitaufwand und sogar ohne Computer machbar.

Reflecta x7-Scan im Test (Bild: W.D.Roth)

Schwarzweiß-Fotos halten sich auch als Abzüge über Jahrzehnte. Hier sind eher die ursprünglichen Filme problematisch, denn die alten, bis in die 50er-Jahre für Foto und Film gebräuchlichen Zelluloid-Filme haben inzwischen oft den Punkt der Selbstentzündung erreicht, was zu explosionsartigem Abbrennen führt, während die Abzüge ungefährlich sind.

Farbfotos, die prinzipiell auf Diafilm seit den 30er-Jahren des letzten Jahrhunderts verfügbar sind, haben sich dagegen großflächig erst in den 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts durchgesetzt. Zu diesem Zeitpunkt waren die Sicherheitsfilme aus Celluloseacetat eingeführt, die sich zwar immer noch zersetzen können - dann stinken sie nach Essig, verfärben sich braun und zerbröckeln - doch nicht mehr brandgefährlich sind. Solange keine Zersetzung begonnen hat, können diese gut digitalisiert werden, während Papierabzüge im Laufe der Jahrzehnte extreme Farbveränderungen aufweisen können.

Einfache Scanner können aber meist nur Papierabzüge vernünftig verarbeiten; auch wenn eine Durchlichteinheit vorhanden ist, sind Auflösung und Belichtungsumfang für das Scannen von Negativ- und Diafilm meist unzureichend.

Wirklich gute Foto-Filmscanner wurden von Nikon hergestellt ("Nikoscan"), diese scannen die Filme wie die normalen Papierscanner zeilenweise. Dabei können sie aus Dias - insbesondere aus dunklen Stellen - mehr herausholen als das Auge bzw. ein Projektor. Allerdings sind die Verkaufspreise im oberen dreistelligen bis zum vierstelligen Bereich anzusiedeln und die Scans dauern je Foto leicht bis zu mehreren Minuten. Um alte Familienfotos zu scannen, ist dies zu aufwendig.

Nach dem Digitalkamera-Prinzip gebaut

Neuere Filmscanner wie der Reflecta x7-Scan beruhen stattdessen auf dem Prinzip einer Digitalkamera: Das Bild wird wie bei einem Diabetrachter direkt auf einen Bildsensor projeziert und mit einem "Klick" aufgenommen statt als Scan. Es gibt Bastellösungen mit iPhones, die natürlich nur begrenzte Bildqualität erreichen. Der Reflecta x7-Scan nutzt mit 14 Megapixeln und 3.200 dpi dagegen eine brauchbare Auflösung und Optik.

Damit ist der mögliche Dichteumfang, der bei den Nikon-Scannern über 4 D beträgt, zwar auf 3 D beschränkt - dies ist aber immer noch im Rahmen dessen, was andere Verfahren wie Projektion und Abzug schaffen.

Dafür ist ein Bild in zwei Sekunden "geschossen". Zudem ist der Reflecta x7-Scan völlig autark: Mit einem eigenen Lithium-Ionen-Akku und Bildschirm ausgerüstet, muss nur eine SD-Karte eingesteckt werden, um bis zu 2.000 Dias oder Negativaufnahmen zu scannen, bevor nachzuladen ist. Ein Computer muss nicht angeschlossen sein. Man kann also alte Familienfotos vor Ort bei den Verwandten scannen.

Leichte Abstriche sind zu verzeichnen

Komplette Dia-Magazine kann der Scanner allerdings nicht verarbeiten - die einfacheren Nikon-Scanner konnten dies allerdings auch nicht. Filmstreifen oder Dias sind manuell in 3er- oder 5er-Gruppen einzulegen und manuell zu positionieren.

Ebenso wie bei der Bildqualität sind hier leichte Abstriche gegenüber den Nikon-Profi-Filmscannern zu verzeichnen: Trotz direkter Kontrolle über das Display sind Dias oft nicht optimal platziert und Ränder der Aufnahme werden nicht erfasst. Doch ist das Ergebnis durchaus akzeptabel, in der Bildergalerie sind einige mehr oder weniger problematische Aufnahmen zu sehen, die teils von Nikon-Scannern der 4. Generation mit und ohne Bildoptimierung und teils mit dem Reflecta x7-Scan sowie einer Bildoptimierung in Paint Shop Pro 8 gemacht wurden. Die Nikon-Scans zeigen mehr Details in dunklen Bildbestandteilen und bessere Farben, benötigten dafür aber bis zu fünf Minuten je Scan.

Der Reflecta x7-Scan ist also zwar noch kein Profi-Gerät - das es angesichts der heute nur noch bei Liebhabern üblichen "Analog"-Fotografie auch als Neuentwicklung nicht mehr geben wird - doch für den Hausgebrauch empfehlenswert, weil er auch die unsäglichen Instamatic- und Pocket-Formate verarbeiten kann und auch ohne PC schnell und leicht bedienbar arbeitet.

Den Reflecta x7-Scan gibt es beispielsweise bei Amazon, für aktuell rund 120 Euro. Die Preisempfehlung des Herstellers sind 139 Euro.

Technische Daten des Reflecta x7-Scan:

  • Film-Typ: Negativ und Positiv als Streifen (35mm), im gerahmten Dia (5x5cm, bis 3,2 mm Stärke), 110 mm (Pocket) Film als Streifen oder 126 mm (Instamatic) Film als Streifen
  • Optische Auflösung: 3200 x 3200 dpi / 14 Megapixel
  • 2,4 Zoll LCD-Display / 6 cm Bilddiagonale<
  • Scanbereich: 24,3 x 36,5 mm
  • Farbtiefe: 30 Bit
  • Dichteumfang: 3.0 Dmax
  • Bildsensor: CMOS
  • Lichtquelle: 3 weiße LEDs
  • Speicherkartenslot: SD/SDHC
  • Scan-Zeit: 2 Sekunden bei 3200 dpi und einer Farbtiefe von 30 Bit
  • Anschlüsse: USB 2.0, TV-Out (NTSC/PAL)
  • Gewicht: 500 Gramm
  • Abmessungen 105 x 104 x 164 mm (L x B x H)
  • Akku-Betriebsdauer: ca. 2,5 Std. oder ca. 2.000 Scans
  • Belichtungskorrektur über Taste möglich

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