29.04.14

Unterschätztes Pflichtprodukt: Rauchmelder, die unentdeckten Goldnuggets

Nicht hässlich aber ohne Ausschaltknopf: Merten Rauchmelder

Schade, dass ihr wahrscheinlich noch nicht einmal bis hierhin lesen werdet. Verübeln kann ich es euch nicht: Rauchmelder sind einfach keine attraktiven Gadgets, meist genau das Gegenteil. Doch ein neues Gesetz und die ersten Positivbeispiele zeigen, dass Rauchmelder eine enorme Chance gerade für Hardware-Startups bieten.

Nicht hässlich aber ohne Ausschaltknopf: Merten Rauchmelder

In den meisten Bundesländern herrscht bereits eine Rauchmelderpflicht für Neu- aber auch für Bestandsbauten. In Baden-Württemberg und Hessen werden die "Deckengadgets" bis Ende des Jahres Pflicht. Und wer noch keinen Rauchmelder hat, der sollte ohnehin einmal aus Schutz für Leib und Leben darüber nachdenken. Es gibt tagtäglich Brände in Deutschland und mehrere hundert Todesopfer durch Wohnungsbrände jährlich.

Wer sich nun also einen Rauchmelder zulegen will, der hat derzeit eigentlich nur die Wahl zwischen Geräten für 5 oder 25 Euro. Der Hauptunterschied liegt hier in der Genauigkeit und dem Aussehen. So sieht ein Rauchmelder von Merten Argus für rund 20 Euro deutlich besser aus als einer für 5 Euro vom chinesischen No-Name-Hersteller. Der Blick auf die Details lässt allerdings auch hier nichts Gutes vermuten: "TÜV-zertifiziert: ja. Stummschaltung: nein".

 

Komfort existiert bei Rauchmeldern nicht

Das bedeutet, dass man das Ding bei einem Fehlalarm nur unter Beeinträchtigung seines Hörvermögens von der Decke schlagen kann und als nächstes versuchen muss, die Batterie zu greifen und herauszureißen. Einige wenige Modelle bieten auch einen Notfall-Ausschalter und 85 db Lautstärke in 3 Metern Entfernung lassen sich ohnehin nicht umgehen, wenn der Hersteller die DIN-EN-Norm erfüllen will. Aber das ist auch nicht alles, worum es geht.

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Die Hersteller legen beinahe allesamt einen Fokus auf reinen Pragmatismus. Ein Komfort existiert bei Rauchmeldern praktisch nicht. Mit etwas Glück erhält man wenigstens ein Gerät, das nicht Tag und Nacht blinkt und nicht all zu hässlich aussieht. Hier ist noch extrem viel Luft nach oben, zumal Millionen von Haushalten EU-weit entweder schon dazu angehalten sind, einen Rauchmelder zu installieren oder über Kurz oder Lang dazu verpflichtet werden.

Eines attraktiven Rauchmelders bedarf es wenig

Die Chancen sind vielfältig. Es muss nicht gleich ein Designer-Rauchmelder sein, wie der rund 100 Euro teure Nest Protect oder der nur unwesentlich preiswertere Birdi. Es gibt auch einfachere Möglichkeiten, simple Rauchmelder im Rahmen der Vorgaben deutlich angenehmer zu gestalten, sei es durch:

  • ein hübscheres Äußeres
  • einen Notfall-Ausschaltknopf
  • verschiedene Warnstufen
  • einen angenehmeren Warnton
  • eine höhere Genauigkeit
  • eine attraktive Zusatzfunktion
  • einen trotzdem moderaten Preis, nicht weit über dem der Einweg-Rauchmelder

     

Der US-Hersteller Nest zeigt im Prinzip auf, wie das geht. Der Nest Protect vernetzt sich kabellos mit anderen Rauchmeldern in der Wohnung und kann auch in anderen Zimmern Alarm schlagen - tut dies aber mit einem deutlich angenehmeren, menschlicheren Warnton. Lernfähig ist er zudem noch. Leider allerdings entdeckte Nest einen gravierenden Sicherheitsfehler und stoppte den Verkauf in den USA erst einmal. Wann es weiter geht, ist noch unklar.

 

Große Chance genau jetzt

Es bedarf aber nicht gleich eines Nest Protect, um einen attraktiven Rauchmelder auf den Markt zu bringen - recht teuer ist der Protect ohnehin. Eleganter wäre die Lösung, eine Rauchmelderfunktion in einem attraktiveren Gadget unterzubringen, das man dadurch viel leichter verkaufen könnte. Eine WLAN-fähige Deckenlampe etwa, die als Zusatz eben über einen Rauchmelder verfügt. Es könnte ein Deckenlautsprecher mit Rauchwarnmelder sein oder ein Kombigerät aus Rauchmelder und WLAN-Repeater. Hardware-Startups haben genau jetzt eine Riesenchance. Sie haben den großen Vorteil, dass Millionen von Menschen ihre Geräte kaufen wollen und müssen und sie haben noch Zeit, ehe Nest Protect und Birdi hierzulande auf den Markt kommen. Sie sollten sich diese Chance nicht entgehen lassen.

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