21.07.14

Rainforest Connection: Smartphones, die an Bäumen hängen, sollen den Regenwald retten

Ausrangierte Smartphones sollen den Regenwald retten. Alle Bilder: Rainforest Connection

Alle Bitten, politische Initiativen oder die Arbeit von NGOs hatten zu wenig Erfolg. Nun soll die Technik helfen, die illegale Abholzung der Regenwälder zu stoppen. Smartphones, die an Bäumen angebracht und mit einer Shazam-artigen Software ausgestattet werden, sollen Helfer alarmieren, wenn der Regenwald gerodet wird.

 

Die Technik ist eigentlich simpel: Ein ausrangiertes, aber noch funktionstüchtiges Smartphone wird in ein blütenartiges Gestell geschweißt, das mit Solarzellen das Sonnenlicht anzapft und das Gerät gegen Regen schützt. Eine Software auf dem Smartphone ist so trainiert, dass sie die Geräusche von Motorsägen in der Umgebung registriert und im Notfall Alarm schlägt.

Um das Projekt zu realisieren, das pro Smartphone einen Quadratkilometer Regenwald überwachen kann, wirbt die Rainforest Connection derzeit um Fördergelder auf Kickstarter.

 

Die Idee dahinter: Laut Interpol wird bis zu 90 Prozent des Regenwaldes illegal abgeholzt. Entscheidungsträger und Ordnungshüter vor Ort sind nicht selten korrupt oder zu schlecht ausgerüstet, um illegal arbeitende Holzfäller an ihrer Arbeit zu hindern. Das Alarmsystem, das die Rainforest Connection aufzieht, will versuchen zu retten, was noch zu retten ist. In einem Falle etwa konnten Mitarbeiter nach einem Alarm selbst ausrücken und die Holzfäller stoppen.

Einer der Unterstützer der Kampagne ist übrigens der Musiker und Neu-Unternehmer Neil Young, der in das Kampagnenvideo einführt:

Macht man es sich nicht ein wenig zu leicht, wenn man ein Projekt unterstützt und damit hofft, der Regenwald würde schon irgendwie gerettet? Vielleicht. Denn die Rodung des Regenwaldes in Zentralafrika, Brasilien oder Indonesien ist wirtschaftlich motiviert. Sogar die Weltbank unterstützt und unterstützte - nicht immer ganz offensichtlich - Projekte in Brasilien und Indonesien, die den Anbau von Palmöl- oder Sojaplantagen oder Staudammprojekte förderten, wofür zuvor der Regenwald gerodet werden musste. Die Fleischproduktion in der EU ist daran alles andere als unschuldig. Wollte man den Regenwald erhalten, müsste ein schnelles, weltweites Umdenken erfolgen. Und das wird nicht so einfach sein, außer, Al Gore dreht noch einen Film...

Die indonesischen Regenwälder könnten bis 2020 vollständig abgeholzt sein, wenn die derzeitige Rodung voranschreitet wie zuletzt. Von daher ist es vielleicht schon die letzte Chance, mit einem Projekt wie der Rainforest Connection halbwegs moderne Technik für den Erhalt einzusetzen. Mehr scheint derzeit niemand tun zu können oder zu wollen.

Die Crowdfunding-Aktion der Rainforest Connection ist bereits erfolgreich finanziert. Wer sich beteiligen möchte, kann das noch bis zum 29. Juli tun. Die Smartphones sollen übrigens auch Bilder und Töne aus dem Regenwald übermitteln, zu denen ein Unterstützer ab einer bestimmten Fördersumme Zugang erhält.

Danke an Christopher!

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