Hier finden Sie weitere Artikel aus der Themensammlung Technik

23.07.14

Wink: Der endgültige Versuch, um mit einer App das vernetzte Zuhause zu steuern?

Quirky Wink: Eine App soll den ganzen Haushalt steuern. Alle Bilder: Quirky

Wink ist nicht der erste Versuch, die Smart-Home-Systeme unterschiedlicher Hersteller über nur eine Plattform zu steuern. Doch mit einigen Industriepartnern wie General Electric auf seiner Seite hat das unabhängige System gute Chancen, bald den US-Markt zu dominieren.

 

Kaufe mein System und werde damit glücklich - das war lange Zeit die Devise der Anbieter für Smart-Home-Lösungen. Die Kompatibilität untereinander wird durch proprietäre Systeme und unterschiedliche Funkstandards erschwert. Dass sich in diesem Monat mit dem Open Interconnect Concortium (OIC) und der Thread Group gleich zwei verschiedene Herstellergruppen zusammengetan haben, um - wieder einmal - unterschiedliche Standards für das vernetzte Haus zu entwickeln, hilft da nicht wirklich weiter.

Und hier kommt Quirkys Wink ins Spiel: Die App des unabhängigen New Yorker Ideenstartups Quirky wird auf Anhieb von Industriepartnern wie General Electric, Honeywell und Philips (für die Hue-Lichtsteuerung) unterstützt. Mit der Anwendung für iOS, Android und Android Wear lassen sich alle unterstützten Geräte verschiedener Hersteller von einer Stelle aus steuern.

Quirky ist nicht der erste Anbieter mit einer Lösung für alle System. Alleine aus Deutschland kommen hier mehrere interessante Projekte wie das Baukastensystem Homee, das Smart-Home-IFTTT PipesBox und auch das Quirky Wink sehr ähnliche Startup Yetu aus Berlin.

 

Keine weitere Hardware notwendig

Quirky Wink hat ihnen allerdings die schon jetzt sehr breite Unterstützung namhafter Industriepartner voraus. Der Vorteil: Auch ohne zusätzliche Hardware ließen sich die Systeme der Partner mit der gleichen App steuern. Das Honeywell-Thermostat oder das Philips-Hue-Licht - alles über Quirky Wink gesteuert, ohne dass es dafür eines weiteren Smart-Home-Routers bedürfte. Ein Retro-Video im Stile der 1960er Jahre stellt Quirky Wink vor:

vimeo.com/100081190

Quirky Wink ging vor zwei Wochen mit einem Katalog von 60 unterstützten Geräten 15 unterschiedlicher Hersteller an den Start. Darunter sind neben GE und Philips auch Anbieter wie Dropcam (Überwachungskameras), Chamberlain (Garagentoröffner), Honeywell (Thermostate), Kwikset und Schlage (elektronische Türschlösser) oder Rheem (Boiler).

 

Zumindest in den USA ist Qirky damit ein Coup gelungen. Die Kooperation mit General Electric besteht schon seit vergangenem Herbst, so etwa auch bei der „schlauen“ Klimaanlage Aros. Die Kollegen von Wired und Neunetz haben Quirky Wink deswegen bereits als den kommenden Smart-Home-Standard auserkoren. Zumal hier weder Facebook noch Google oder irgendein anderer neugieriger Datenkonzern federführend ist. Weltweit allerdings wird das Grundproblem bleiben: Es gibt zu viele unterschiedliche Lösungen und Funktechniken. Und leider ist derzeit noch kein einzelner Standard auszumachen, der sich am Ende durchsetzt, wie etwa Blu-ray im Formatkrieg um die Nachfolge der DVD. Der Nachteil an Quirky gegenüber Thread ist, dass Wink kein offener Standard ist, sondern ein Unternehmen hier die Fäden zieht.

Eigener Smart-Home-Hub mit bescheidenen Rezensionen auf Amazon

Quirky bietet neben der App Wink auch einen Router für die Smart-Home-Zentrale an, der verschiedene Funkprotokolle wie Zigbee, Z-Wave, Bluetooth und WLAN vereint. Doch der Wink Hub scheint noch nicht ganz marktreif zu sein und erhält bei Amazon derzeit vernichtende Kritiken. Quirky weist allerdings darauf hin, dass die meisten der Anwendungen auch ohne den Hub funktionieren, der in erster Linie dafür gedacht ist, bisher nicht Wink-unterstützende Geräte ebenfalls unter Kontrolle zu bringen. Auch Ansätze anderer Unternehmen wie Apples HomeKit sieht Quirky-Chef Ben Kaufman gegenüber Wired eher als möglichen Partner denn als Konkurrenten.

 

Quirky ist ein unabhängiger Anbieter aus New York, dessen Ziel es ist, die begehrtesten Wünsche seiner Kunden nach einer erfolgreichen Abstimmung und Jury-Entscheidung umzusetzen und den Ideengeber finanziell daran zu beteiligen. So entstand etwa die lernfähige Klimaanlage Quirky Aros, die wir an dieser Stelle im Mai vorgestellt haben.

Mehr Informationen gibt es auf der offiziellen Webseite zu Quirky und Quirky Wink.

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer