22.05.14

Qleek: Deine liebsten digitalen Inhalte bekommen ein physisches Medium

Qleek-Player und einige „Tapps“. (Bilder: Qleek)

Das Konzept hinter dem französischen Projekt Qleek ist so seltsam wie interessant: Sie planen ein System, mit dem digitale Inhalte ein Zuhause in der physischen Welt bekommen. Kleine Sechsecke aus Holz sind darin der Nachfolger von Mixtape, Fotoalbum oder selbstgebrannter DVD.

 

Als eine Person, die sehr viel reist, bin ich heilfroh über die Digitalisierung so vieler Inhalte. Ich kann etliche Zeitschriften, alle meine Lieblingsbücher und meine komplette Musiksammlung stets dabei haben. Dafür brauche ich heute sogar nicht einmal mehr zwingend ein physisches Laufwerk wie eine Festplatte oder einen USB-Stick, denn zahlreiche Inhalte liegen einfach in der Cloud vor – Internetzugang genügt.

Zugleich aber gibt es Situationen, in denen ein physisches Medium einfach schöner ist oder sogar praktischer. Denn wie verschenkt man eine Spotify-Playlist? Wie bringt man ein Flickr-Fotoalbum mit? Wie kann man eine YouTube-Playlist in die Hosentasche stecken? Oder wie soll Besuch durch meine Buch-, Film- und Musiksammlung stöbern, wenn die nur noch virtuell existiert?

Für solche und andere Fälle ist das Projekt Qleek aus Frankreich gedacht. Das folgende Video stellt es vor:

www.youtube.com/watch

Ausgangspunkt war also so etwas wie den Nachfolger der CD für Online-Inhalte zu erschaffen. Qleek besteht dabei aus zwei Komponenten: Zum einen dem Player, der ein wenig wie ein Mac Mini mit Holzchassis aussieht. Zum anderen aus den „Tapps“, kleinen Sechsecken aus Holz. Die Tapps kann man individuell gestalten oder direkt ab Werk mit einem Design versehen lassen.

In der Praxis soll der Player dann an den heimischen Fernseher oder die Hi-Fi-Anlage angeschlossen sein. Legt man einen Tapp in die passende Mulde auf der Oberseite, spielt er die entsprechenden Inhalte ab – Spotify-Playlists, YouTube-Videos, Netflix-Filme und vieles mehr.

Technisch gesehen kommunizieren beide Komponenten per Near Field Communication (NFC) miteinander. Der Player erkennt den Tapp und spielt ohne weiteres Zutun die entsprechenden Inhalte aus dem Netz ab. Was mit dem jeweiligen Tapp verknüpft ist, soll man jederzeit ändern können. Auf dem Player selbst finden sich dezent versteckt auch Bedienelemente, um beispielsweise einen Film anhalten oder zum nächsten Musiktitel springen zu können.

So gesehen ist Qleek ein schönes Beispiel dafür, wie man komplexe technische Abläufe in ein leicht zu verstehendes Nutzungserlebnis sowie ein ansehnliches Design verpackt.

 

Dank der Tapps kann man nun also seine liebsten Digitalinhalte wieder in einer physischen Form vorhalten. Man hat sie griffbereit und kann sie auf diese Weise viel schneller und bequemer abrufen, als würde man erst zu der entsprechenden Seite navigieren wollen. Sollten auch Freunde, Familie und Bekannte den Qleek-Player haben, kann man die Tapps auch wunderbar verschenken oder zu einer Party mitbringen.

Alles in allem ist Qleek kein Produkt, das man dringend zum Überleben braucht. Aber mir gefallen Idee und Umsetzung ausgesprochen gut. Wem das ebenso geht, kann das Projekt auf Indiegogo unterstützen. Aktuell bekommt man beispielsweise einen Qleek-Player sowie fünf Tapps versprochen, sofern man umgerechnet gut 145 Euro vorschießt. Bereits im Dezember 2014 will das Team liefern können. Die drei Macher scheinen ihr Produkt wohl durchdacht zu haben, mit Verzögerungen oder Komplikationen ist bei Crowdfunding-Projekten allerdings stets zu rechnen, zumal es sich um ihr erstes Projekt zu handeln scheint.

Weitere Informationen findet ihr hier auf Indiegogo .

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