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03.12.14

Puzzle Phone: Modulares Smartphone nimmt Project Ara ins Visier

Auf den ersten Blick ganz normale Smartphones... (Foto: Circular Devices)

Project Ara, Vsenn und jetzt auch Puzzle Phone. Es existieren bereits erste konkrete Konzepte für modulare Smartphones. Der jetzt von Circular Devices vorgestellte Ansatz klingt ganz danach, als könnte das erste Telefon zum Zusammenbau schon bald erscheinen.

Auf den ersten Blick ganz normale Smartphones... (Foto: Circular Devices) Auf den ersten Blick ganz normale Smartphones... (Foto: Circular Devices)

Das finnische Startup Circular Devices sammelte bei einer ersten Finanzierungsrunde bereits Geld ein und erhielt sogar Unterstützung vom Fraunhofer Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM), um das Puzzle Phone bereits 2015 an den Start zu bringen. Ähnlich wie Googles Project Ara wird das Smartphone in mehrere Komponenten gesplittet, die man bei Bedarf durch leistungsfähigere ersetzen kann. Die Idee des jungen Unternehmens ist allerdings absichtlich einfacher gehalten.

 

Drei Teile

Das Puzzle Phone besteht in erster Linie aus der Display-Einheit mit Bildschirm, Hardware-Tasten, Mikrofon und Lautsprecher. Auf der Rückseite wiederum befinden sich zwei Module: Im Akkupack stecken neben dem Akku noch nötige Elektronik und Sensoren. Im Kamera-Modul wiederum werden Prozessor bzw. Chipsatz untergebracht. Letztlich bedeutet dies auch, dass man eigentlich in erster Linie dazu gewillt ist, Kamera mitsamt CPU austauschen zu wollen, wenn man sich im Vorfeld für einen leistungsstarken Akku und einen hochwertigen Bildschirm entschieden hat.

Die modulare Rückseite. (Foto: Circular Devices) Die modulare Rückseite. (Foto: Circular Devices)

Drei Modelle bzw. Gehäusegrößen sind geplant, Circular Devices geht hier allerdings noch nicht ins Detail. Es heißt, dass man auf Android als Betriebssystem setze, aber gegenüber Sailfish OS, Windows Phone oder Firefox OS aufgeschlossen sei. Ohnehin möchte man auch anderen Herstellern einen einheitlichen Standard für modulare Smartphone-Konzepte zur Verfügung stellen - davon kann schließlich aktuell noch gar nicht die Rede sein.

Einen kleinen Ausblick hat das Startup in Form eines Videos parat...

www.youtube.com/watch

Konkurrenz für Project Ara?

Interessant am Puzzle Phone von Circular Devices ist fraglos die auf den ersten Blick simple Struktur: Drei Teile, mehr gibt’s nicht. Genau dieser Aspekt ist durchaus ein Vorteil, da dieser womöglich auch einfacher zu realisieren ist, als funktionionsfähige Smartphones bei Project Ara. Denn Googles Konzept ist deutlich komplexer, kann hier ein Telefon aus etlichen Modulen bestehen. Ferner ist ein Hot-Swapping möglich, was bedeutet: Im eingeschalteten Zustand tauscht man beispielsweise das Kamera-Modul aus. Dies führt zur Notwendigkeit eines separaten Prozessors.

Bei Puzzle Phone ist alles einfacher gehalten, aber damit womöglich auch praxistauglicher und - im besten Fall - tatsächlich bis 2015 ein reales Produkt für die Endkunden. Ob’s klappt? Man darf gespannt sein. Gleiches gilt für das ebenfalls aus Finnland stammende Unternehmen Vsenn. Die ehemaligen Nokia-Mitarbeiter haben sich auch auf ein modulares Smartphone eingeschossen. Hier wird in Display samt Hülle, Akku, Kamera und Prozessor mitsamt Arbeitsspeicher gesplittet. Ohnehin ist davon auszugehen, dass noch weitere Unternehmen in den kommenden Monaten ihre Ansätze und Visionen präsentieren. Oder bei Kickstarter und Co. vorstellen. Wer am Schluss das Rennen macht? Das wird sich vielleicht sogar schon im nächsten Jahr andeuten. In jedem Fall scheint hier ein neuer Trend geboren zu sein.

Generell dürfte Google bisher Vorreiter bleiben, auch wenn die Phonebloks - ebenfalls ein modulares System - früher vorgestellt wurden. Doch ein erstes und marktreifes Project Ara-Telefon soll im Januar 2015 der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Beim Puzzle Phone soll es wohl erst Ende 2015 losgehen.

(via)

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