05.05.16

Security

Protonmail: Dieser kostenlose E-Mail-Dienst verschlüsselt automatisch

Protonmail ist ein kostenloser E-Mail-Dienst, der 2013 am CERN in der Schweiz als Reaktion auf die Enthüllungen von Edward Snowden gegründet wurde. Im März 2016 hat Protonmail die Beta-Phase verlassen und steht seitdem jedermann offen. Das Besondere daran ist, dass E-Mails von Protonmail zu Protonmail immer verschlüsselt werden. Auch die Betreiber der Server haben keine Möglichkeit, die Mails einzusehen.


(Bild: Protonmail)

Für wen ist Protonmail gedacht?

Im Prinzip ist Protonmail für jedermann gedacht, der Wert darauf legt, dass seine Mails nicht von beliebigen Geheimdiensten aller möglichen Länder mitgelesen werden können. Gerade in Firmenmails sind Informationen über neue Produkte oder Entwicklungen enthalten, die nicht dazu gedacht sind, an die Öffentlichkeit zu gelangen.

Das kostenlose Konto wird für Firmen allerdingsnicht ausreichen. Der Speicherplatz ist bei diesem auf 500 MB beschränkt und man kann keine eigene Domain verwenden. Allerdings besteht die Möglichkeit, für 5 Euro monatlich oder 48 Euro im Jahr Protonmail so zu erweitern, dass es auch für kleine Firmen interessant ist. Hiermit lassen sich 5 GB Speicher und 5 Adressen mit einer eigenen Domain nutzen. Für 30 Euro monatlich oder 288 Euro jährlich erhält man 20 GB Speicher, 50 Adressen und bis zu 10 Domains.

Zwei Passwörter sind Pflicht

Für Protonmail benötigt man zwei Passwörter. Eines, mit dem man sich in Kombination mit seinem Nutzernamen bei seinem Konto anmeldet, und ein weiteres, um in die eigene Inbox zu gelangen. Dadurch ist es auch den Betreibern nicht möglich, Zugang zu den Mails zu erhalten. Protonmail verwendet die berühmte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Falls man allerdings sein Passwort vergisst, sind die Mails verloren.

Bei der Kontoerstellung generiert der Browser automatisch einen öffentlichen und einen privaten RSA-Schlüssel. Private Daten werden bei der Erstellung nicht abgefragt, man kann sein Konto auf Wunsch ganz anonym erstellen.

Verschlüsselte Mails

Sendet man sich Nachrichten von Protonmail zu Protonmail, ist alles ganz einfach. Die Ver- und Entschlüsselung erfolgt automatisch. Der öffentliche Schlüssel wird für die Verschlüsselung verwendet, der private für die Entschlüsselung.

Schickt man einem Nicht-Protonmail-Nutzer eine Mail, kann diese unverschlüsselt oder verschlüsselt versendet werden. Bei einer verschlüsselten E-Mail erhält der Nicht-Protonmail-Nutzer eine Mail mit einem Link, der zur Protonmail-Seite führt. Dort muss er ein Passwort eingeben, um die Mail zu entschlüsseln. Aus diesem Browserfenster heraus kann er auch eine verschlüsselte Antwort schicken, ohne selbst ein Protonmail-Konto zu besitzen.

Auf Wunsch auch E-Mails mit Verfallsdatum

Mails nach außerhalb können nicht nur verschlüsselt werden, man kann ihnen auch ein Verfallsdatum mit auf den Weg geben. Dieses kann von einer Stunde bis hin zu 29 Tagen und 23 Stunden nach Erhalt der Nachricht reichen. Danach ist es nicht mehr möglich, die Nachricht abzurufen.

Woran man denken sollte, wenn man eine Protonmail nach außen schickt: Die Mail mit dem Link erinnert im Aufbau ein wenig an Spam. Aber da man sich ja auch über das Passwort im voraus verständigen muss, kann man ja den Adressaten der Mail gleich vorwarnen.

Eigene Server mit Standort in der Schweiz

Protonmail verwendet eigene Hardware und Netzwerke, um nicht auf Drittanbieter angewiesen zu sein. Und - so Protonmail - man könne sicher sein, dass die Daten nicht in der Cloud landen. Die gesicherten Bunker, in denen die Server unter 1.000 Meter Granit stehen, sollen laut dem Anbieter auch einen Atomschlag überstehen.

Und da alle Festplatten mit verschiedenen Passwort-Ebenen geschützt sind, seien die Daten auch sicher, falls die Hardware jemals beschlagnahmt würde.

Eigene Apps für iOS und Android

Auf seinen mobilen Endgeräten kann man natürlich die App benutzen, um sich nicht jedes Mal mit zwei Passwörtern im Browser einloggen zu müssen. Die Protonmail-App für iOS oder Android kann man kostenlos aus dem jeweiligen Store herunterladen.

Wie kommt man an ein Protonmail-Konto?

Um sich für Protonmail anzumelden, geht man einfach auf die Protonmail-Webseite und eröffnet ein kostenloses Konto. Dort findet man auch noch weitere Informationen über den E-Mail-Dienst, allerdings nur auf Französisch oder Englisch.

Als Absenderadresse kann man Name@protonmail.com oder Name@protonmail.ch wählen und auch zwischen den beiden wechseln. Als Empfängeradresse funktionieren beide.

Fazit: Die einfachste Art, verschlüsselte Mails zu versenden

Will man mit einem Kunden zu heiklen Themen verschlüsselt über E-Mail kommunizieren, kann man auf freie Tools wie GPG setzen, wenn beide Seiten über genug Fachwissen verfügen, um so etwas zu installieren. Das ist allerdings nicht immer gegeben. Und gerade unter OS X muss man oft eine ganze Weile warten, bis man auf die neueste Betriebssystem-Version updaten kann, weil GPG noch nicht so weit ist.

Viel einfacher und schneller geht es, wenn man jeweils ein Protonmail-Konto nutzt. Durch die Apps für mobile Endgeräte kann man zudem auch unterwegs die sichere Verschlüsselung nutzen.

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