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30.09.13

Project Insecta: Kanadisches Startup will nichts weniger als eine Auto-Revolution

So soll "Insecta" später einmal aussehen.

Umweltschonend, praktisch und auch noch stylish soll das Fahrzeug werden, an dem Moovee Innovations aus Vancouver arbeiten. Um ihr "Project Insecta" voranzubringen, suchen sie nun nach Unterstützern auf Kickstarter.

So soll "Insecta" später einmal aussehen.

Wir kaufen immer weniger Autos und daran ist zum Teil das Internet Schuld, wie man Martin Weigerts Artikel auf unserem Schwesterblog netzwertig.com entnehmen kann. Ein weiterer Faktor könnte aber sein, dass schlichtweg das Angebot nicht der Nachfrage entspricht. Ein Auto ist teuer in Anschaffung und Unterhalt, es verpestet die Umwelt und wird von vielen Menschengruppen nicht mehr dringend gebraucht. Aber wie wäre es stattdessen mit einer Alternative, die umweltschonend ist, praktisch, stylish und auch noch Spaß macht? Das kanadische Startup Moovee hat sich das mit ihrem "Project Insecta" vorgenommen.

Eine Grundidee dabei, die zwar nicht neu aber trotzdem noch immer provokant ist: ein Fahrzeug für nur eine Person. Es ist bekannt, dass im Schnitt weniger als zwei Personen in einem Auto sitzen. Das war eines der Argumente, als damals der zweisitzige Smart entworfen wurde ("reduce to the max" war damals der Werbespruch). Zwei Menschen sollten Platz finden und dazu der Kofferraum groß genug für eine Getränkekiste nebst Einkäufen sein. Das Project Insecta reduziert das nun auf einen Sitz und sagt: "Mach deinen Mehrsitzer zum Zweitwagen".

Auch das Argument der Moovee-Macher, nur wenig Parkraum zu benötigen, kommt einem vom Smart bekannt vor. Dessen neue Generation ist allerdings unverständlicherweise länger geworden. Thema verfehlt, gerade die extreme Kompaktheit ist ein entscheidendes Merkmal des Smart. Aber die Verantwortlichen dort wissen sicherlich, was sie tun.

Wenig verwunderlich haben die Köpfe hinter Project Insecta zudem die Emissionen und die laufenden Kosten eines Fahrzeugs im Blick und wollen beides teils erheblich reduzieren. Nicht zuletzt heißt es in der Beschreibung des Projektes auf Kickstarter, dass Fahrzeuge künftig vernetzt sein müssten, um besser und schneller ans Ziel zu kommen und in einer "Smart City" für weniger Staus zu sorgen.

Eine neue Art der "mobilen Freiheit"

Das sind alles heere Ziele und es wird wohl kaum jemanden geben, der nicht dazu mit dem Kopf nickt oder in die Hände klatscht. Diese Gedanken sind zudem nicht wirklich neu. Es stellt sich also die Frage, was Moovee nun wirklich machen will und wie sie es umsetzen wollen.

An dieser Stelle bleibt das Kickstarter-Projekt leider sehr vage. So heißt es zwar, man wolle das Fahrzeug deutlich billiger als andere Elektrofahrzeuge anbieten, aber konkreter wird der Preis nicht benannt und es wird auch nicht genau erklärt, wie sie das erreichen wollen. Man wolle einen neuen Lifestyle anbieten, eine neue Art der "mobilen Freiheit".

Die Macher sehen ihr Fahrzeug dabei nicht nur als Angebot für individuelle Käufer, sondern auch als Baustein für Verkehrsangebote der Zukunft. "Project Insecta" könnte als Bindeglied den öffentlichen Nahverkehr sinnvoll ergänzen, erklären sie beispielsweise. Hier denken sie offenbar an Carsharing und ähnliche Angebote.

Von anderen unterscheiden wollen sie sich zudem dadurch, dass das Insecta-Auto ein anderes Fahrerlebnis bietet. So soll es sich wohl wie ein Motorrad in Kurven lehnen und um die Größe des notwendigen Parkplatzes zu reduzieren, kann es sich zusammenziehen. Der Ein- und Ausstieg befindet sich vorn (Hallo, Isetta) und damit der bequemer wird, kann sich die gesamte Fahrerkabine aufrichten.

Derzeitiger Prototyp

Finanzierung alles andere als gesichert

Zwei Gründer stecken hinter Moovee und offenbar arbeiten sie zudem mit drei Universitäten in Vancouver zusammen, um das Projekt voranzubringen. 20 Teammitglieder listet die Kickstarter-Projektseite auf. Ob die großen Pläne umsetzbar scheinen, muss jeder für sich selbst entscheiden. Da das Startup erst ein Jahr besteht, gibt es bislang nur technische Prototypen zu sehen, die noch wenig Ähnlichkeit mit den Entwurfszeichnungen für das geplante Produkt haben.

150.000 Kanadische Dollar (etwa 108.000 Euro) will das Team über Kickstarter einsammeln, um in die zweite Prototypen-Phase eintreten zu können. Man wundert sich, dass Moovee nicht eher nach einem klassischen Investor sucht. Begründet wird das nicht.

Die Idee finde ich persönlich interessant und meiner Meinung nach kann es gar nicht genug Projekte geben, die über neue Mobilitätsarten nachdenken und sie erforschen. Aber Moovee wird wohl eine andere Form der Finanzierung brauchen.

Bislang sind erst 57 Kanadische Dollar zusammengekommen.

Weitere Informationen hier auf der Kickstarter-Projektseite.

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