07.04.14

Project Ara: Das modulare Smartphone bekommt Gesicht

Designstudie zu Project Ara

Letztes Jahr noch war ein Smartphone mit modularer Hardware nicht mehr als die Phantasie eines Designers. Google aber arbeitet fleißig an „Projekt Ara“ und jetzt wurden weitere Details bekannt. Noch im April startet zudem die erste von mehreren Konferenzen für Entwickler. Die große Frage: Welche Chance kann die Idee haben?

 

Google verdient bergeweise Geld und eines ist klar: Sie sind sehr motiviert, es in die Zukunft des Unternehmens zu investieren. Nur wie diese Zukunft aussehen soll, ist noch nicht so ganz klar. Deshalb kauft man mit Nest einen Anbieter für Home Automation. Diverse Robotik-Firmen gehören inzwischen zu Google. Und nicht zuletzt gibt es Unterabteilungen wie Google X oder die Gruppe „Advanced Technologies and Projects“: Selbstfahrende Autos oder auch die Datenbrille Google Glass entstehen hier. Dazu gehört ebenfalls das modulare Smartphone „Project Ara“ . Ein neues Video zeigt den aktuellen Stand der Dinge und stellt dabei zugleich einige der Personen vor, die an dem Vorhaben arbeiten:

www.youtube.com/watch

Das Projekt hat inzwischen eine wesentliche Strecke zurückgelegt. Als wir es euch im September 2013 vorgestellt haben, war es noch unter dem Namen „Phonebloks Concept“ bekannt. Der Kopf dahinter war der niederländische Designer Dave Hakkens, der auch heute noch daran beteiligt ist. Zwischenzeitlich war das Projekt bei Motorola Mobility angesiedelt, als das vorübergehend eine Tochterfirma von Google war, wechselte aber interessanterweise beim Verkauf nicht mit zu Lenovo. Frei nach dem Motto: Brot- und Butter-Smartphones können gern andere machen, wir arbeiten lieber am Smartphone der Zukunft.

Im Video oben wird deutlich, wie der aktuelle Stand der Dinge ist. Von der hemdsärmeligen Optik mancher Prototypen sollte man sich nicht abschrecken lassen. Wenn Hardware entwickelt wird, sieht das nun einmal so aus. Neulich ging beispielsweise ein Foto herum, das einen ersten Versuchsaufbau Apples auf dem Weg zum iPhone zeigte – das nur einmal als Vergleich.

 

Im Video oben bekommt man dennoch einen Eindruck davon, in welche Richtung das Projekt geht. Man arbeitet an einer Lösung, wie man die Module sicher befestigt, sie aber zugleich leicht austauschbar macht. Zudem geht es darum, wie die künftigen Interessenten möglichst einfach und spielerisch ihr Lieblings-Smartphone zusammenstellen.

Im Video tauchen dabei drei grundlegende Größen auf, denn ohne einen alles zusammenhaltenden Rahmen geht es bei Project Ara nicht. Die Modelle scheinen am ehesten in die Kategorien Phablet/kleines Tablet, Smartphone und Mini-Smartphone zu passen, wobei die Miniatur-Ausgabe ein ungewöhnlich langgestrecktes Design hat.

 

 

Technische Details werden im Video oben kaum verraten, aber das spart sich Google wohl für die Konferenzen auf, die es in diesem Jahr geben wird. Die erste wurde für den 15. bis 16. April 2014 angekündigt und soll interessanterweise hauptsächlich online stattfinden. Hier soll eine erste Version des „Ara Module Developer Kit“ vorgestellt werden, das Google als „freie und offene Plattform“ beschreibt. Die Hoffnung ist also offenbar, dass sich ein Ökosystem an Modul-Herstellern rund um Ara bildet. Hier findet sich ein Entwurf der Konferenz-Agenda. Zwei weitere Konferenzen sollen in diesem Jahr folgen.

Der Erfolg des Projekts lässt sich weiterhin schwer abschätzen. Die grundlegende Idee war auf großes Interesse auch unter unseren Leserinnen und Lesern gestoßen. Schließlich könnte man sich auf diese Weise sein Wunsch-Smartphone zusammenstellen und wenn man ein oder zwei Elemente verbessern oder austauschen möchte, muss nicht gleich ein komplett neues Gerät her.

Aber eine Idee nützt bekanntlich nichts ohne die passende Umsetzung. Das Gerät muss am Ende trotzdem gut aussehen, gut funktionieren und einen konkurrenzfähigen Preis haben. Zudem hängt viel davon ab, dass auch tatsächlich interessante Module zur Verfügung stehen.

Ähnlich wie bei Google Glass entwickelt das Unternehmen seine Idee hier zumindest teilweise öffentlich weiter. Insofern können wir alle „live“ mitverfolgen, ob hier nun das Smartphone revolutioniert wird oder Google viel Geld in eine Idee investiert, die letztlich doch nur als Rendering gut aussah...

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