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26.01.08

Polymer Vison Readius: Handy mit Rolldisplay

Readius Handy

Was lange währt, wird endlich gut. Mitte diesen Jahres soll das erste Handy mit rollbarem Display in den Regalen liegen. Die Frage: Braucht man sowas heute überhaupt noch?

 

Oft geisterten in den letzten Jahren Gerüchte um falt-und rollbare Displays durch das Web. Jetzt hat die Technik Marktreife erlangt und manifestiert sich in Form eines Handys. Eine Revolution wie durch das iPhone ist jedoch nicht zu erwarten.

 

Zwar klingen die Handydaten mit UMTS/HSDPA, integriertem E-Mail-Client, RSS-Reader und E-Book-Möglichkeit, Bluetooth 2.0, MP3-Player und Erweiterungsmöglichkeiten via MicroSDHC zunächst gut, Optik und Bildschirm können jedoch, zumindest in der ersten Version, nur Nischen ansprechen.

Hersteller Polymer Vision verspricht zwar eine Laufzeit des Displays von satten 30 Stunden im Dauereinsatz, jedoch dürfte der integrierte Akku bei einer glühenden HSDPA-Leitung und Nutzung von Bluetooth schnell an seine Grenzen gelangen.


"Hat jemand mein Diktiergerät gesehen?" Ungewohnte Optik für ein Handy.

Der "Clou" ist jedoch das Display: Es offenbart im ausgerollten Zustand für ein Handy außergewöhnliche fünf Zoll Durchmesser, benötigt keine Hintergrundbeleuchtung und soll nur geringste Mengen an Strom verbrauchen. Dass dabei nur 16 Graustufen dargestellt werden können und das Gerät lediglich über acht Tasten gesteuert werden soll (Touchscreen anyone?), dürfte die erste Freude schnell verfliegen lassen. Für die Internetnutzung steht ein speziell für den Readius angepasstes Portal zur Verfügung.

Ein weiteres Problem ist die Tatsache, dass das Display nur im ausgerollten Zustand nutzbar ist: mal eben aus der Tasche ziehen und aufs Display schielen gestaltet sich also schwierig. Ebenso wurde bisher keine Angabe über die Auflösung des Bildschirms gemacht. Es ist aber davon auszugehen, dass hochauflösende Inhalte eher pixelig daher kommen werden.

Das Gerät kann zwischen dem 11. und dem 14. Februar auf dem Mobile World Congress in Barcelona samt Software begutachtet werden und soll bis Mitte des Jahres verfügbar sein.


"Mr. Data, geben Sie den alten Tricorder zurück und nehmen sich einen neuen!"

Unsere Prognose:

Rollbare Displays lassen sicherlich ungeahnte Möglichkeiten für mobile Geräte wie Handys entstehen, mit einem Graustufen-Display, einer Optik wie ein Diktiergerät und keinem "echten" Internet-Erlebnis wie beim iPhone bzw. E-Book-Fähigkeiten wie beim Kindle kann jedoch heut zu Tage kein Blumentopf mehr gewonnen werden. Bleibt zu hoffen, dass die Entwicklung von rollbaren Farbdisplays mit Touchscreen möglichst schnell voran schreitet und uns die wahren Stärken dieser Technik aufzeigt.

[Via Golem]

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