09.09.13

PlayStation Vita TV: Mobile Spielkonsole wird zu stationärem Media-Player

Mit Vita TV soll man nicht nur spielen können. (Foto: Sony)

Die PlayStation 4 ist nicht genug: Mit Vita TV stellte Sony auf gewisse Weise eine weitere Spielkonsole vor, die zum einen im Niedrigpreissegment für Aufsehen sorgen, zum anderen aber auch Streaming-Geräten wie Apple TV Paroli bieten könnte.

Mit Vita TV soll man nicht nur spielen können. (Foto: Sony)

Sonys Handheld-Konsole PlayStation Vita besitzt keinen TV-Ausgang bzw. HDMI-Anschluss. Folglich kann man mit dieser nur mobil spielen oder andere Medien nutzen. Wer seine favorisierten Vita-Games am heimischen TV genießen möchte, hat zumindest in Japan ab dem 14. November 2013 die Möglichkeit dazu: An diesem Tag erscheint mit Vita TV ein 6 x 10cm kleines Gerät, das über HDMI an einen beliebigen HDTV angeschlossen wird. Am Gehäuserand befindet sich ein Cartridge-Einschub für reguläre Vita-Spiele, auf der Rückseite erhält man einen USB-Port, Ethernet sowie einen Speicherkarten-Slot. Im Inneren wiederum steckt reguläre Vita-Technik, also ein Quadcore-Prozessor mit Vier-Kern-Grafikchip. Die Leistungsfähigkeit soll aber nicht nur zum Zocken von Vita-, PSP- und PSOne-Spielen genutzt werden, sondern auch für Streaming-Dienste wie Video Unlimited oder in Japan Hulu sowie Tsutaya TV.

Streaming und mehr

Vita TV soll über das Internet Inhalte auf den heimischen Fernseher bringen, genauso spielen die Gaming-Aspekte eine große Rolle. Beispielsweise ist es vorgesehen, Vita TV als „Extender“ für die kommende PlayStation 4 zu verwenden. Ist die stationäre Vita mit der „großen“ Sony-Konsole im eigenen Netzwerk verbunden, kann man sich PS4-Spiele beispielsweise in einen anderen Raum schicken lassen. Denkbar wäre zudem das Streamen von PS3-Spielen aus der Cloud über Sonys vor geraumer Zeit erworbenen Dienst Gaikai.

Attraktiv, aber?

An sich ist Vita TV in jedem Fall eine spannende Angelegenheit. Zum einen eignet sich der Player als günstige Einstiegskonsole mit einem dank Kompatibilität zu PSP- und PSOne-Spielen reichhaltigem Angebot und reizvoller Alternative zu Ouya und vielen anderen Android-basierten, aber längst nicht ausgereiften oder erhältlichen Konsolen-Konzepten. Zum anderen hat Sony hier einen Apple-TV-Konkurrenten in der Pipeline - vielleicht erfolgte die Ankündigung nicht grundlos vor der Vorstellung der neuesten Streaming-Box des Apfel-Konzerns? Diese soll Gerüchten zufolge am 10. September 2013 präsentiert werden.

Perspektivisch könnte man sich gut vorstellen, dass Vita TV in Bravia-Fernseher oder andere Home Entertainment-Systeme von Sony integriert wird. Spätestens dann könnte Sonys in der Lage sein, Smart-TVs mit professionellen Spiele-Inhalten auszustatten, die nicht nur die Casual-Gamer ansprechen.

In der jetzt von Sonys vorgestellten Version ist es dem Konsumenten überlassen, was er mit Vita TV anstellen mag. Preislich geht es bei 9.954 Yen (zirka 75 Euro) für das Gerät selbst los. Wer noch einen DualShock-3-Controller und eine 8-GB-Speicherkarte wünscht, zahlt umgerechnet rund 120 Euro. Das ist in jedem Fall ein Kampfpreis. Jetzt muss Vita TV nur noch in die westliche Welt zu ähnlichen Preisen kommen und Streamingdienst-Anbieter, Entwickler und freilich Konsumenten überzeugen - dann könnte uns hier eine facettenreiche „SmartTV“-Plattform erwarten...

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