17.12.13

PipesBox: Deutsche Junggründer bauen die Smart-Home-Zentrale

Die beiden Gründer Jan Krog und Elmar Zeeb mit der PipesBox. Alle Bilder: PipesBox

Ein kleines Team aus der Nähe von Rostock will die smarte Box für Zuhause bauen, die unterschiedliche Funkstandards und Dienste miteinander verknüpft. Ziel soll es sein, alle Gegenstände im Haus miteinander zu vernetzen und automatisierte Aufgaben erledigen zu lassen.

Die beiden Gründer Jan Krog und Elmar Zeeb mit der PipesBox. Alle Bilder: PipesBox

Das Fenster schließt sich von selbst, wenn sich Regen ankündigt. Das Licht im Wohnzimmer blinkt einmal kurz auf, wenn eine neue Facebook-Nachricht eingeht. Die PipesBox eines kleinen Teams aus Rostock will dieses Smart-Home-Szenario wahr machen. Die Box arbeitet nach einem Prinzip, das an Yahoos alten Mashup-Dienst Pipes erinnert und Aufgaben nach dem Gedanken des smarten Internetdienstes IFTTT (If this then that) erledigt: Wenn etwas passiert, dann gibt die Box den Impuls für eine weitere Tätigkeit.

Die sechsköpfige Team hat seinen Sitz in Warnemünde bei Rostock - wo die meisten auch studiert haben. Seit dem vergangenen Jahr wird das PipesBox-Projekt vom Postgraduierten-Stipendium Exist gefördert. Um die ersten Boxen zu bauen, werben die Gründer nun um ein Crowd-Investment auf der Plattform Startnext.

Dort kamen nach knapp drei Wochen der Förderzeit immerhin schon mehr als 10.000 der gewünschten 50.000 Euro zusammen. Bis zum 12. Januar läuft das Projekt noch. Die PipesBox soll zuerst den Funkstandard Z-Wave unterstützen und außerdem mit Philips' smarten Lampen "Hue" zusammenarbeiten. Unterstützte Webtools sind Facebook, Dropbox und Tinkerforge. Auch mit D-Links IP Kameras will die Box kommunizieren. Und all das soll erst der Anfang sein. In einem Video stellen die Gründer die Vorzüge ihrer Box vor:

www.youtube.com/watch

Die Hardware soll aus einem Kunststoff-Gehäuse bestehen, das Innenleben aus einem Raspberry Pi, einem Z-Wave-Modul und einer SD-Speicherkarte. Die ersten Geräte würde man noch selber zusammenbauen, schreibt mir Pressekontakt Jannis Reuter. Später soll die Fertigung auf einen externen Dienstleister ausgelagert werden. Das Team will sich dann hauptsächlich auf die Apps und die Integration weiterer Dienste fokussieren, denn in erster Linie sei man ein Software-Unternehmen. In einem weiteren Video stellen sich die Gründer persönlich vor:

www.youtube.com/watch

Zu diesem Zeitpunkt werden noch nicht viele Dienste und Funkstandards unterstützt. Aber das Projekt steht auch erst an seinem Anfang. Gelingt die Crowdfunding-Kampagne, dann kann sich PipesBox auf die nächsten Aufgaben stürzen.

Homee ist schon einige Schritte weiter

Das Projekt erinnert an den Smart-Home-Baukasten Homee, den wir euch vor einigen Wochen hier vorgestellt haben. Ein kleines Team aus der Nähe von Stuttgart will verschiedene Smart-Home-Funkstandards und Apps über Bausteine vereinen und über eine zentrale App steuern lassen. Wenn ein weiterer Funkstandard hinzu kommt, setzt man einfach einen weiteren Baustein obendrauf.

Konkurrent Homee

Im Vergleich der beiden Dienste miteinander wirkt Homee in meinen Augen mehrere Schritte weiter. Dennoch: Der Ansatz von PipesBox gefällt mir. Das Prinzip der jungen Gründer scheint zu sein: Wir machen einfach mal, was wir selbst für interessant halten, und irgendwie schaffen wir das schon. Und wenn man ehrlich ist, ist der Markt ja noch lange nicht abgesteckt. Das Thema Smart Home gewinnt erst nach und nach an Bedeutung und nach einer zentralen Einheit, die alles mit einer App steuert, sucht man derzeit noch lange. Noch befindet sich PipesBox in einem frühen Stadium. Aber das Team hat das Zeug dazu, die Crowdfunding-Kampagne zu schaffen und dann noch von sich hören zu lassen.

Die ersten Boxen sollen im kommenden März fertig sein. Wer sich dafür interessiert, kann sich auf der Startnext-Seite der PipesBox eine Box für 150 Euro regulär oder 140 Euro im Frühbucherrabatt vorbestellen oder das Projekt anderweitig unterstützen.

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