28.11.07

Pinnacle Soundbridge Radio im Test I/II Internetradio mit sattem Sound

Pinnacle SoundBridge Radio

Das Soundbridge Radio von Pinnacle überzeugt im Gegensatz zu andern Webradios nicht nur mit gutem Aussehen oder gutem Sound - sondern mit beidem.

 

Mit einem guten UKW-Radio hat man vielleicht die Auswahl zwischen 20 Sendern. Man kann dann zwischen werbefreiem, aber eher tristem, Staatsradio oder poppigem Kommerzgedudel mit integriertem Werbegebrüll wählen. Wer deshalb Internetradio genießen wil, aber keine Lust auf Lüfterlärm hat, kauft sich am Besten ein Internetradio und sucht sich das Passende aus rund 20.000 Stationen aus.

 

Nachdem monatelang ein halbes Dutzend verschiedener Internetradios in meiner Wohnung um den Podestplatz gekämpft haben, ist der Sieger nun klar: Das Soundbridge-Radio von Pinnacle bietet schlicht den besten Sound und ist mit Fixstationen für jede Stimmung vorbereitet. Allerdings ist auch der Sieger nicht perfekt, vor allem stören Zwang zum Funknetz und Stromhunger im Stand-by.

An der Stereoanlage oder autonom

Während in der Vergangenheit Internetradio vor allem auf dem PC gehört wurde, haben sich inzwischen autonome Radiogeräte zu zuverlässigen Unterhaltern in Küche, Bad oder Wohnzimmer entwickelt. Steckdose und Internetanschluss ist alles, was sie für die Unterhaltung benötigen. Die Wahl aus über unzähligen Stationen wird bei allen Geräten durch eine Sortierung nach Ländern und Stilrichtungen erleichtert.

Am billigsten ist es, wenn man die vorhandene Stereoanlage mit einem Internet-Tuner wie beispielsweise Logitechs Squeezebox oder dem Pinnacle Soundbridge Home Music erweitert. Dieser wird dann wie früher ein Tonband an die AUX-Buchse der Anlage gestöpselt, der Sound ertönt letztlich über die gewohnten HiFi-Lautsprecher.

Für den schnellen Radiogenuss zwischendurch sind allerdings Webradios mit eigenem Lautsprecher komfortabler und flexibler. Ein Tastendruck genügt, damit Musik oder Nachrichten ertönen und vor allem die Modelle mit WLAN kann man wie ein gewohntes UKW-Radio überall an die Stromdose stöpseln.

Noxon - Liebling mit Macken

In den letzten Monaten hatten eine Unzahl solcher autonomer Webradios Gastrecht in unseren Räumen und beschallten Büro, Küche und Wohnzimmer. Während Monaten war das iNoxon 2 Radio for iPod unser Liebling. Es tönt einigermassen vernünftig, dient als Dock für den iPod und kommt auch mit Abo-Musikdiensten und Podcasts klar.

Obwohl die Software des Noxon seit Jahren ungeflickte Macken hat, beispielsweise bestimmte Stationen nach 60 Minuten abklemmt, verteidigte es sich klar gegen Herausforderer. Abgeschlagen wurde beispielsweise das Revo Pico WiFi . Es nervt einfach mit zu quäkigem Sound.

Abgewehrt wurde auch die Herausforderung durch das Reciva tangent quattro. Bei diesem verheimlichte die Anzeige Titel und Interpreten und die Bedienung ist träge. Auch das Technisat InternetRadio 1 vermochte das Noxon nicht vom Podest zu stürzen, hier nervten bei einigen Stationen Störgeräusche. Dass sich das Technisat nur per Fernbedienung steuern lässt, vermochte ebenfalls nicht zu überzeugen.

Soundbridge stürzt Noxon

Doch dann kam mit dem Soundbridge Radio von Pinnacle ein neuer Musik-Star ins Haus und vertrieb das Noxon von seinem Ehrenplatz im Wohnzimmer. Pinnacles Internetradio ist baugleich zu Rokus Soundbridge Radio, wurde aber durch Pinnacle den europäischen Verhältnissen angepasst.

 

Geblieben ist glücklicherweise der gute Sound des Gerätes, für dessen Design der Forscher Dr. Godehard Günthern verantwortlich zeichnet. Die Bässe sind satt und die Höhen transparent, kein anderes Internetradio bot bisher diese Qualität. Hörbar wird sie insbesondere bei "guten" Internetradios wie beispielsweise "Swiss Classic", welche Musik mit 128 Kilobit pro Sekunde, also praktisch in CD-Qualität, übertragen.

Die Installation ist je nach Wireless-LAN einfach bis machbar. Wer weiss, wie sein Funknetz heisst und den Verschlüsselungscode nicht irgendwo verlegt hat, spielt den Setup innert Minuten durch. Wer sein Funklan erstmals nutzt, dürfte über Fachjargon wie WPA und SSID fluchen. Da die Soundbridge keine Ethernetdose hat, bleibt "Anstöpseln-Reinhören" leider ein Traum.

Grosse, informative Anzeige

Einen sehr guten Eindruck macht auch das grosse, zweizeilige, selbstleuchtende Display, das seine Helligkeit dem Umgebungslicht anpasst, bereits bei der Installation. Im Radiomodus bietet es umfassende Sender- und Titelinformationen, lediglich die Senderbandbreite verschweigt das Soundbridge. Wahlweise zeigt es auf der Anzeige auch die via Internet aktualisierte Uhrzeit oder unterhält einfach mit einem hübschen, zur Musik passenden, Oszillogramm.

 

Die Bedienelemente am Soundbridge sind so simpel, das man damit auch nach Mitternacht zurechtkommt. Ein grosser Drehknopf regelt die Lautstärke, durch Herunterdrücken desselben wird das Gerät ein- und ausgeschaltet. Sechs Fixtasten zeigen beim Drücken sofort auf dem Display an, zu welchem Sender sie umschalten.

Da Internetradios bei der Umschaltung immer einige Sekunden Verzögerung haben, ist die sofortige Senderanzeige eine der vielen cleveren Tricks, mit denen das Soundbridge seine Ausgereiftheit beweist. Damit mit den sechs Fixtasten insgesamt 18 Stationen ausgewählt werden können, gibt es zusätzlich noch eine Bereichstaste, die zwischen den drei Sendersammlungen A/B/C umschaltet.

Für unseren Geschmack überdimensioniert ist der Sleep/Snooze-Knopf. Wer allerdings sein Internetradio als Wecker verwendet, wird sich darüber freuen, dass er auch tapsend den grossen Knopf findet. Zwei weitere Schaltwippen wechseln den Betriebsmodus des Gerätes zwischen UKW-, Mittelwellen- oder Internet-Radio oder verwandeln es in einen Netzwerkplayer, um Musikkonserven anderer PCs oder LAN-Festplatten abzuspielen.

Fernbedienung: Simpel, aber mangelhaft

Die mitgelieferte Fernbedienung erscheint auf den ersten Blick enttäuschend. Sie hat wenig Tasten, insbesondere gibt es keine Entsprechung für die sechs Fixtasten an der Soundbridge. Beim Pröbeln haben wir dann gemerkt, dass man mit Sprung-Vorwärts und Sprung-Zurück wenigstens durch die Fixstationen zappen kann. Vermisst haben wir auch eine Mute-Taste, die Pausen-Taste erfüllt diese Funktion nur bedingt.

Während für die alltägliche Nutzung die Tasten am Gerät ausreichen, benötigt man für weitergehende Einstellungen die Fernbedienung. Praktisch alle Funktionen werden mit vier Richtungs- und einer OK-Taste gesteuert. Selbst Suchfunktionen werden so ausgelöst, allerdings muss man sich dabei die Suchworte mühsam aus einzelnen Buchstaben zusammenklicken. Für den stolzen Preis hätte Pinnacle auch noch eine zusätzliche Buchstabentastatur beilegen dürfen.

Durch die über 10.000 Sender des Soundbridge lässt sich in gewohnter Manier klicken. Man macht eine Grobselektion aufgrund von Ländern oder Stilrichtungen und endet dann in einer Senderliste, die noch immer bis zu über 100 Stationen umfassen kann. In dieser kann man aber glücklicherweise mit einem Tastendruck von einem zum nächsten Anfangsbuchstaben springen.

Hat man eine Station gewählt, ertönt diese meist innert zwei bis drei Sekunden. Gefällt sie nicht, bringt die Sprung-Vorwärts-Taste mit einem Klick den nächsten Sender aus der vorher angezeigten Liste. Auch mit dieser Bedienphilosophie beweist Pinnacle Praxistauglichkeit. Man wählt einfach das Genre Classic und zappt dann simpel durch die Sender, bis der passende Sound gefunden ist.

Will mein eine so gefundene Station auf die Fixtaste legen, genügt es diese für fünf Sekunden gedrückt zu halten. Wer gar Experimentierlust hat, kann seine Soundbridge auch mit einem PDA unter Pocket-Windows steuern. Die Software für Visual Media Remote gibt es kostenlos im Internet.

Das Soundbridge Radio lässt sich aber viel einfach über einen Internetbrowser programmieren. Roku hält dafür gleich zwei Browserlösungen bereit.

Mehr dazu im Teil 2: Simples Wunschprogramm, Musik ab PC und Fazit

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