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15.10.13

Marktübersicht Phablets: Kampf der Titanen

Immer mehr Modelle und Funktionen: Phablets werden sexy. Bild: ZTE

Anfang des Jahres rätselten wir noch, ob die Hersteller in diesem Jahr die Lücke zwischen Tablets und Smartphones schließen würden. Unsere Prognosen waren zu konservativ: Mittlerweile hat beinahe jeder Anbieter, der etwas auf sich hält, einen Sechszöller auf dem Markt oder in Vorbereitung. Eine Übersicht.

Immer mehr Modelle: Phablets werden sexy.

Seit Wochen war über das HTC One Max spekuliert worden, gestern folgte dann die offizielle Vorstellung. Ja, HTC bringt ein 5,9-Zoll-Gerät auf den Markt und nennt es "Riesen-Smartphone".

Mit der offiziellen Maxi-Version des Erfolgs-Smartphones "One" befindet sich HTC in bester Gesellschaft. Nachdem Samsung bereits vor zwei Jahren mit dem Galaxy Note vorangeschritten war und sich das Riesen-Smartphone der Koreaner als Erfolgsschlager entpuppt hat, ist für die anderen Hersteller klar, dass sie auch in diesem neuen Markt mitmischen wollen. Wir stellen euch in der Übersicht die wichtigsten Modelle dieser Geräteklasse um 6 Zoll Bildschirmdiagonale vor.

Samsung Galaxy Note 1, 2, 3 und Galaxy Round

Mit dem Galaxy Note (Bild links) fing vor zwei Jahren alles an. Samsung handelte sich anfangs viel Spott für das "Riesenbaby" ein, das sich wahlweise mit einem Stylus-Pen bedienen lässt. Über die Größe von 5,3 Zoll lässt sich nach wie vor trefflich streiten, doch die Kritiker wurden ruhiger, als sie die Testberichte glühender Befürworter und später die Verkaufszahlen lasen. Mehr als 10 Millionen Geräte des ersten Galaxy Notes gingen über die Ladentheke, das 5,5 Zoll große Note 2 war mit 30 Millionen Stück noch erfolgreicher. Mittlerweile hat Samsung das Galaxy Note 3 vorgestellt, mit Leder-Rückseite, einem optimierten Stylus-Pen, verbessertem Multitasking und einem Gehäuse, das trotz des noch größeren Screens von 5,7 Zoll nicht größer sein soll als das Note 2.

Ein Vorteil wird kaum jemand von der Hand weisen: Auf den Note-Geräten lassen sich zwei Apps nebeneinander auf einem Bildschirm ausführen; auf dem Note 3 sogar die gleiche App zweimal - sinnvoll etwa bei Mobile Chats. Das Galaxy Note 3 kostet in Online-Shops knapp 700 Euro, die "gebogene" Variante Galaxy Round, die Samsung kürzlich in Korea vorgestellt hat, soll nicht viel teurer sein. Die alten Modelle Note 2 (ca. 400 Euro) und Note 1 (knapp 400 Euro) bleiben im Angebot.

Samsung Galaxy Mega

Und gleich noch einmal Samsung: Das Galaxy Mega ist noch ein Spätableger der alten Galaxy-S3-Familie. Sein Display misst in der Diagnole 6,3 Zoll und löst in Full HD auf. Android 4.2 ist installiert, der Dualcore-Prozessor taktet mit 1,7 GHz. Besondere Spielereien sind Multi-Window (wie auch in der Galaxy-Note-Familie) und die Möglichkeit, auf die Tablet-Ansicht umzuschalten. Bei dieser enormen Größe durchaus nicht realitätsfern. Bis auf den älteren Chipsatz, den nicht ganz so starken Akku und einigen Software-Spielereien weniger ist das Galaxy Mega keine schlechte Alternative zur Note-Familie, zumal es mit Preisen unter 350 Euro vergleichsweise günstiger ist.

Sony Xperia Z Ultra

 

Gar 6,4 Zoll misst das Display von Sonys Xperia Z Ultra, der "großen Version" des Smartphones Xperia Z (5 Zoll). In Online-Shops eures Vertrauens ist es ab rund 600 Euro zu haben. Abgesehen davon, dass es wasserdicht ist, lässt es sich laut Sony mit einem handelsüblichen Bleistift oder Kugelschreiber "beschreiben". Die einzigen echten für Phablets optimierten Funktionen scheinen die direkte Eingabe per Stift auch auf dem Sperrbildschirm und die Verwendung von Miniatur-Apps als Fenster zu sein, die sich über andere Funktionen legen. Das bieten LGs und Samsungs Geräte allerdings auch.

HTC One Max

 

Das neue HTC One Max unterscheidet sich optisch praktisch kaum von seinem Vorbild, dem kleineren Smartphone HTC One, es ist nur mit 5,9 Zoll deutlich größer. Auffälligste technische Eigenschaft ist wohl der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite zum Entsperren des Geräts - eine Funktion, die seit Apples iPhone 5S kontrovers diskutiert wird. Als wohl eines der ersten Phablets hat HTC beim One Max Android 4.3 mit an Bord und als erstes HTC-Gerät die neue Version 5.5 der eigenen Android-Oberfläche Sense. Ansonsten scheint HTC augenfällig keine spezifischen Software-Spielereien in das One Max gesteckt zu haben. Es handelt sich um ein vergrößertes One. HTC bietet es noch in diesem Monat für knapp 700 Euro an, die Straßenpreise dürften darunter liegen.

Huawei Ascend Mate

 

Huaweis Ascend Mate mit seinen 6,1 Zoll mag technisch etwas schwächer ausgestattet sein als die Phablets der Konkurrenz. Dafür bekommt man es in Online-Shops mittlerweile schon für nicht mehr als 300 Euro. Huawei hat hier vor allem einen Akku mit enormer Kapazität untergebracht (4.050 mAh), das Display soll sich auch mit dicken Lederhandschuhen bedienen lassen. Ansonsten scheint es keine Eigenschaften zu geben, die die Vorteile der Größe ausnutzen würden. Laut der Gerüchteküche hat man mit dem Ascend P6S allerdings bereits einen Nachfolger in der Schublade, der sich technisch und optisch am Spitzensmartphone der Chinesen orientiert, dem Ascend P6.

LG Optimus G Pro / G Pro Lite

 

LG weiß zu verwirren. Erst in diesem Sommer stellten die Koreaner das Optimus G Pro vor, die große Variante des Optimus G . Und wenn wir "groß" schreiben, dann ist der Name hier Programm. Bis auf die Größe unterscheidet sich das Optimus G Pro kaum von dem 4,7 Zoll großen Smartphone Optimus G. Funktionen wie DualCamera, QuickRemote und vor allem QSlide (das Einblenden von Miniatur-Apps über anderen Apps) kann das Optimus G auch; etwas Phablet-spezifisches scheint es nicht zu geben.

Wenig später entschied man sich bei LG, künftig das "Optimus" als Marke für Smartphones zu streichen. So heißt die technisch deutlich abgespecktere Version des Optimus G Pro nur noch G Pro Lite. Die ist ebenso groß, taktet aber nur mit 1,0 GHz und besitzt eine Auflösung von 960 x 540 Pixeln. Das G Pro Lite hat einen optionalen Stylus und soll sich an Schwellenmärkte richten. Zu Preisen und Verfügbarkeit in Deutschland, Österreich und der Schweiz hat sich LG noch nicht geäußert. Das G Pro Lite dürfte aber erheblich billiger sein als das Optimus G Pro, das man online für rund 450 Euro bestellen kann.

Bisher nur ein besseres Gerücht mit angeblich offiziellen Fotos ist das G Flex, LGs Version eines großen Smartphones, das wie eine Banane - und damit in die andere Richtung gebogen sein soll als das Samsung Galaxy Round. Das G Flex wäre den Gerüchten nach mit 6 Zoll noch etwas größer als das Optimus G Pro.

Asus FonePad Note 6

 

Das eigene Phablet aus dem Hause Asus ist in Deutschland noch nicht verfügbar, es soll allerdings noch im Weihnachtsgeschäft erscheinen. Es ist 6 Zoll groß und verfügt über ein Full-HD-Display. Technisch ist es ein wenig schwächer ausgerüstet als die Modelle der Konkurrenz, dafür soll es laut den Kollegen von TechHive nur 350 Euro kosten. Das FonePad Note 6 bietet einige spezielle Phablet-Funktionen wie eine Stylus-Erkennung, die in jeder beliebigen App gestartet werden kann. SmartCrop ist eine Art Screenshot-Tool, das nur das aufnimmt, was man mit einem Stylus umkreist. Mit einem Druck des Stylus-Pens soll man App-Vorschauen jederzeit aufrufen können - Samsung bietet im Note 3 eine ähnliche Funktion an.

ZTE Grand Memo

 

Das ZTE Grand Memo ordnet sich technisch leicht unterhalb der Spitzenklasse an. Je nach Quelle taktet der Quadcore-Prozessor mit 1,5 oder 1,7 GHz. Der interne Speicher variiert zwischen 4 und 16 GB und kann mit einer Micro-SD-Karte erweitert werden. Die Hauptkamera löst mit 13 Megapixeln auf, das Display nur mit 1.280 x 720 Pixeln. Bluetooth 4.0 ist eingebaut, Betriebssystem ist leider noch das alte Android 4.1. Das Grand Memo hat ein 5,7-Zoll-Display, wird augenscheinlich ohne Stylus ausgeliefert und verfügt nicht über besondere Phablet-Funktionalitäten. Es ist in Deutschland in einigen Online-Shops bereits ab 300 Euro erhältlich.

Acer Liquid S1

 

Auch der als Smartphone-Anbieter bislang kaum in Erscheinung getretene taiwanische Anbieter Acer verkauft seit diesem Sommer ein eigenes Phablet mit 5,7-Zoll-Display. Es wird als Smartphone vermarket, verfügt über einen Quadcore mit 1,5 GHz, aber nur 1 GB RAM. Dafür löst die Frontkamera mit 2 Megapixeln auf (die Hauptkamera mit 8 MP) und Android 4.2.2 ist installiert. Es gibt eine Version für Dual-SIM, besondere Smartlet-Funktionen der Oberfläche Float UI sind spezielle Mini-Apps, die sich wie Fenster über andere Apps legen lassen. Float Caller blendet Anrufer ein, ohne die gerade geöffnete App in den Hintergrund zu bewegen. Das Liquid S1 ermittelt Über GPS den Standort und schaltet auf vordefinierte Profile (zum Beispiel fürs Zuhause oder die Arbeit) um. Technisch rangiert das Liquid S1 etwas unterhalb der Spitze, dafür kostet es in vielen Online-Shops kaum noch mehr als 300 Euro.

Zusammenfassung

Dass Samsung Vorreiter bei den Phablets ist, zeigt sich auch im Vergleich. Die wohl meisten Funktionen und die beste Abstimmung von Software und Hardware liefert dank der längeren Erfahrung der Marktführer. Allerdings überraschen auch Acer und Asus mit einigen ausgetüftelten Funktionen. Andere, wie Huawei, ZTE, aber auch HTC, verzichten auf besondere Funktionen für diese Geräteklasse. Auffällig ist, dass Phablets oder Smartlets, wie immer man sie nennen mag, preislich manchmal über denen der noch größeren 7-Zoll-Tablets liegen.

Besonders mit angepassten Funktionen wie Float und Multi-Window trumpfen die besseren ihrer Klasse gegenüber den kleineren Smartphones auf. Die Frage, ob ein Phablet in Frage kommt, muss derweil jeder immer noch für sich selbst beantworten. Wem ein Smartphone zu klein und ein Tablet zu klobig ist, für den dürfte die Lösung hier wirklich einmal in der Mitte liegen.

Auch Apple wird in Gerüchten immer wieder die Arbeit an einem "großen iPhone" nachgesagt, was sich eher in das Reich der Fabeln verweisen lässt als immer konkretere Gerüchte über ein Nokia-Phablet mit Windows Phone. Der Hersteller könnte das Lumia 1520 am 22. Oktober auf der Nokia-World in Abu Dhabi vorstellen. Phablets zumindest finden immer mehr Fans und werden uns vielleicht gar noch länger begleiten als 10-Zoll-Tablets. Aber das ist Spekulation.

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