10.02.11

Pelican Imaging Array Kamera: Bessere Smartphone-Bilder mit Arrays

Pelican Imaging Array Camera (Bild: Pelican Imaging)

Statt einer großen 5 Megapixel-Kamera visioniert Pelican Imaging ein Array vieler kleiner für bessere Bildqualität in Smartphones - zu einem billigeren Preis.

Fotografen wissen, wie man mit einer 10 Megapixel-Kamera ein 25MP-Bild schießt: Man nehme ein Stativ, drehe nach jeder Aufnahme die Kamera etwas weiter zur Seite und am PC schnippelt man dann die Bilder zusammen. Ähnliches läßt sich auch mit einem Array von Kameras machen und genau das hat Pelican Imaging im Kleinen bewerkstelligt: Den weltweit ersten Prototyp einer Array-Kamera für Mobiltelefone.

Auf ungefähr der Fläche, die eine herkömmliche CMOS-Kamera benötigt, finden sich viele kleine Kamerasensoren, deren Bilder zu einem Gesamtbild verrechnet werden. Laut Dr. Levoy, Professor an der Stanford University, sei Pelicans Array «klein, schnell und kostengünstig». Vor allem aber ermögliche «Pelicans Design eine weitaus höhere Leistungsfähigkeit als die normaler Kameras» mit vergleichbarer Auflösung, schwärmt Dr. Bedabrata Pain - dieser ist nicht nur Mitbegründer der CMOS-Kameras, sondern sitzt wie auch Levoy im Technical Advisory Board der Firma Pelican.Um diese Argumentation zu verstehen, sollte man sich klar machen, dass mehr Megapixel nicht gleichzeitig auch eine bessere Bildqualität garantieren. Der momentane Trend geht hin zu mehr Megapixeln unter Beibehaltung der Sensorgröße. Es ist, als würde man einen Kuchen statt unter sechs Kindern nun auf zwölf verteilen, jedes Kind erhält jetzt weniger und jeder Pixel erfasst weniger Licht. Der Sachverhalt ist komplizierter, Interessierte sollten einen Blick auf die sehr verständlich gehaltene Homepage 6MPixel.org wagen.

Für das Array bedeutet das, obwohl die Sensoren selbst kleiner sind, nehmen sie doch eine größere Fläche ein und müssen sich nicht eine Linse für den Lichteinfall teilen. Zudem sind sie räumlich großzügiger verteilt und können durch die verschiedenen Blickwinkel ein dreidimensionales Bild erzeugen. Die Verrechnung der einzelnen Bilder zu einem großen würde auch eine vollkommen neue Art der Bildbearbeitung ermöglichen - ähnlich wie in der HDR-Fotografie können bestimmte Bildbereiche unter zuhilfenahme von anderen Aufnahmen gezielt bearbeitet werden.

Glaubt man auch dem dritten im Bunde, Dr. Shree Nayar, ebenfalls eine Autorität im Bereich der Digitalen Bildverarbeitung, so sehen wir bald den Einsatz von Computational Imaging im Massenmarkt, dank Arrays von Pelican Imaging.

Bei der Zusammenarbeit dreier so bekannter Persönlichkeiten ist nicht auszuschließen, dass in absehbarer Zeit aus dem Prototyp ein echtes Massenmarkt-Produkt wird. Allerdings frage ich mich auch, ob der Rechenaufwand von 25 Bildern (5 x 5 Sensoren) für 5 Megapixel schnellere und stromhungrigere Prozessoren verlangt, als momentan vonnöten ist. Doch durch die schmalere Bauweise wäre widerum mehr Platz für einen größeren Akku.

Die gesamte Pressemeldung liest man bei Pelican Imaging.

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