20.01.14

Pegasus Touch Laser SLA: 3D-Druck mit Laser und Acrylharz statt Kunststoff

pegasus touch

Der Pegasus Touch 3D-Drucker unterscheidet sich in einem wesentlichen Punkt von vielen Konkurrenten: Er druckt mit flüssigem Harz und einem Laser (SLA-Technik). Das hat gegenüber dem sonst üblichen FDM-Verfahren mit Kunststoff-Fäden besondere Vor- und Nachteile.

 

Die Flüssigkeit in der Wanne am Boden des Pegasus-Druckers ist Acrylharz, das mit Licht aushärtet. Die Druckplatte bewegt sich in das Acrylharz, ein Laser zeichnet die Umrisse des zu druckenden Objekts nach und dort, wo der Laser auf das Acrylharz trifft, härtet es aus. So entsteht Schicht um Schicht das Druckobjekt. Die Druckplatte bewegt sich für jede weitere Schicht ein Stück nach oben und eine neue Schicht kann entstehen.

Aber was sind die Vorteile dieses Drucks?

Viele 3D-Drucker im unteren Preissegment setzen dagegen auf Filament als Druckmaterial. Das sind lange Kunststoff-Fäden, die im Drucker geschmolzen und dann über die Düse schichtweise übereinander gelegt werden. Das Prinzip ist ähnlich wie das einer Heißklebepistole. Wenn man mit Filament druckt, hat man bei den Druckobjekten deshalb immer eine mehr oder weniger sichbare gerillte Oberfläche. Je dicker die Düse des Druckers ist, desto gröber ist die Riffelung der Oberfläche. Man kann zwar kleinere Düsen verwenden, aber hier wird die Kalibrierung des Druckers schwieriger, weil der geschmolzene Kunststoff eine bestimmte Berarbeitungsgeschwindigkeit braucht. Je dünner die Düse ist, desto schneller verstopft sie und kann das komplette Druckprojekt scheitern lassen.

Diese Technik kommt im Pegasus-Drucker nicht zum Einsatz, seine Druckschichten sind sehr viel dünner. So gibt es zwar auch Rillen auf der Oberfläche, diese sind aber so fein, dass sie nicht auffallen. Hinzu kommt, dass man bei dem so genannten SLA-Verfahren nicht mehr durch die Verarbeitungsgeschwindigkeit des Filaments gebremst wird, sondern die Druckschichten so schnell entstehen, wie der Laser die jeweiligen Umrisse abzeichnen kann. Laut Hersteller des Pegasus-Druckers ist man damit bis zu zehn Mal schneller als herkömmliche Filament-Drucker.

Nachteile?

Es gibt natürlich nicht nur Vorteile bei dieser Art des Druckens. Einige Objekte erfordern Stabilisierungsstreben. Diese sind bei einem SLA-Drucker anders als bei einem Filament-Drucker, da hier die Schwerkraft ganz anders auf das gedruckte Objekt wirkt. Dazu kommt, dass das Flüssigharz im Kilo mehr als Filament kostet. So sind die Betriebskosten des Druckers höher. Laut Angaben des Herstellers kostet ein Liter Flüssigharz umgerechnet etwa 74 Euro. In verschiedenen Shops bekommt man Flüssigharz aber auch schon ab 30 Euro.

Ein weiterer Nachteil ist, dass die Drucker selbst im Vergleich zu jenen mit der Filament-Technik teurer sind. Der Pegasus SLA Laser 3D-Drucker ist mit rund 1850 Euro noch eines der günstigeren Modelle. FDM-Drucker gibt es aber auch bereits sehr viel günstiger.

Vorgänger mit Patentproblemen

Ein anderer SLA-Drucker war 2012 sehr erfolgreich auf Kickstarter gewesen: der Form 1. Dieser konnte aber nicht problemlos ausgeliefert werden, da die Macher mit einer Patentklage zu tun hatten. Die Firma Formlabs wurde von 3D Systems verklagt, ohne Genehmigung patentgeschützte Technik verwendet zu haben. Auch Kickstarter drohte man wegen Beihilfe mit einer Klage. Die Einigungsgespräche zwischen beiden Firmen zogen sich bis ins Ende des letzten Jahres hin.

Die Firma "Full Spectrum Laser" aus Las Vegas, die den Pegasus-Drucker herstellt und verkauft, wird es hier wahrscheinlich einfacher haben: Wesentliche Patente laufen im Februar 2014 aus.

Für wen ist ein SLA-Drucker geeignet?

SLA 3D-Drucker sind für alle Nutzer geeignet, die einen hohen Wert auf filigrane Objekte mit glatten Oberflächen legen. Auch wenn man die Geschwindigkeit des Druckes dem Preis der Materialien vorzieht, wird man mit einem SLA-Drucker glücklicher als mit einem FDM-Drucker.

Das Pegasus-Modell gibt es noch bis zum 3. Februar über Kickstarter. Die Finanzierungssumme wurde bereits um mehr als das Vierfache übertroffen.

Weitere Informationen findet ihr hier auf Kickstarter.

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