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22.09.07

Pantoffel- wird zum Küchenkino

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Fernsehen auf dem stillen Örtchen, DVD-glotzen in der Küche: Der neuste Schrei der auf der Ifa gezeigten integrierbaren Mediaplayer ist eine Mikrowelle.

Es ist ein uralter Kalauer: "Gnädige Frau, Sie brauchen sich nicht wundern, dass sie kein Bild haben - Sie sitzen vor der Mikrowelle!". Nun ist er Geschichte: Aus den Niederlanden gibt es nun eine Mikrowelle, mit der man fernsehen und DVDs anschauen kann.

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Spielfilm statt Pizza: Mikrowellen-Fernseher (Bild: W.D.Roth)

In den USA steht ein Fernseher in jedem Raum, selbst das "stille Örtchen" bleibt hiervon mancherorts nicht verschont - man könnte ja in der Pinkelpause etwas wichtiges verpassen, beispielsweise die Werbung. Den "Dual Use" einer Tageszeitung kann das TV an diesem Ort jedoch nicht bieten - und diese daher nicht vollwertig ersetzen.

In deutschen Küchen finden sich bislang eher Radios, für Fernseher fehlt der Platz. Das Bedürfnis, die zahlreichen Kochsendungen gleich am Tatort konsumieren zu können, scheint jedoch durchaus gegeben zu sein. Zumindest glauben dies einige Hersteller, die ihre neuen Produkte auf der IFA 2007 präsentierten.

 

 

In den Staaten (und anderswo) ist der Fernseher ind er Küche, der schon zum Frühstück läuft, standard. Mittlerweile ist dies auch in unzähligen Spielfilmen und Fernsehfilmen zu sehen - der Grundsatz, dass Menschen im Fernsehen nie fernsehen, gilt schon längst nicht mehr, und auch fortgesetzte Tampon- und Windelwerbung scheint ebenso wie das restliche Programm niemanden den Appetit zu verderben.

Eher konventionell ist die Lösung eines koreanischen Herstellers, einen ähnlich einem portablen DVD-Player konstruierten Fernseher über und mit dem Display nach außen gewandt unter die Küchenschränke zu schrauben, so wie sonst das Küchenradio. Das Gerät kann dabei auch DVDs abspielen und somit auch komplizierteste Gerichte komplett begleiten. Pech nur, wenn dann bei einem spannenden Action-Film die Gans im Ofen zusammen mit den Schurken im Film verschmort.

 

Perfektionieren lässt sich ein derartiges kulinarisches Desaster mit der holländischen Alternative, dem "Holland Electro Wave Television": Hier sitzt ein 10,2 Zoll großes TFT-Display auf einer Mikrowelle. Statt dem Blick auf den im Rohr brutzelnden Braten ist nun also der Blick in die große weite Welt möglich - oder auch hier wieder der Blick auf eine DVD.

Großküchenbesitzer können dabei auch noch ein 5.1-Audiosystem mit Surroundlautsprechern und Subwoofer anschließen - dann scheppern die Teller im Schrank. Allerdings fehlt eine Videokamera, um den Zustand des Mikrowelleninhalts auf das Display zu bringen - Essen ist fertig, wenn Rauch aufsteigt.

Immerhin: Man kann auch eine MP3-CD einlegen und so die Kocherei mit flotten Klängen unterlegen, ohne deshalb gleich den Blick von den Töpfen wenden zu müssen. Ob diesem Gerät deshalb jedoch mehr Erfolg beschieden ist als dem berühmten Kühlschrank mit Internet-Anschluss, muss sich zeigen. Vielleicht hätte man es eher einmal mit einer Waschmaschine mit TFT-Display für Waschsalons probieren sollen...

 

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