14.11.13

Panono: Kamera-Wurfball für ein Bild, das alles festhält

Kamera-Wurfball. Alle Bilder: Panono

Panono ist ein Kamera-Wurfball, der alles aufnimmt, was um, unter und über uns passiert. 36 Einzelkameras setzen das Bild zusammen. Die Crowdfunding-Kampagne des Berliner Startups hat gute Chancen, umgesetzt zu werden.

Kamera-Wurfball. Alle Bilder: Panono

Mit der richtigen App kann heute jedes Smartphone 360-Grad-Panorama-Fotos aufnehmen - man dreht sich einmal um die eigene Achse, und gut. Aber was ist mit dem, was über und unter uns passiert? Die Kamera Panono will auch das aufnehmen, sozusagen "360 mal 360 Grad". Dazu wirft man die ballförmige Kamera einfach in die Luft.

Jonas Pfeil erfand den Prototypen bereits vor einiger Zeit für seine Abschlussarbeit an der TU Berlin. Im vergangenen Jahr wurde daraus ein Startup: die Panono GmbH. Nun, ein Jahr später, startet eine robustere und kleinere Version der Panono in einer Crowdfunding-Aktion auf Indiegogo, die binnen eines Tages 100.000 US-Dollar eingenommen hat. Erst in rund einem Jahr allerdings soll Panono wirklich auf den Markt kommen. Um die Massenproduktion zu verwirklichen, will man nun bis Anfang Januar 900.000 Dollar einsammeln.

Dass könnte gelingen, zumal das Promo-Video des Prototypen vor einem Jahr mit 3,5 Millionen Aufrufen bereits für Aufsehen sorgte - und weil es eine jecke Idee ist. Wirf die Kamera in die Luft und vergesse kein Detail mehr. Im Video verrät Pfeil, wie das Gerät funktioniert und wofür die Spendensumme gedacht ist:

www.youtube.com/watch

36 Einzelfotos schießt die Kamera in dem Moment, in dem sie den höchsten Punkt erreicht hat und sich kaum bewegt. Besser also, man wirft sie relativ gerade in die Luft. Eine Software setzt das Bild zusammen, das stolze 72 Megapixel groß ist. Der Clou: Die passende App dazu für iOS oder Android (beide mit Demo-Bildern bereits verfügbar) zeigen jeweils den Teil des Bildes an, in dessen Position man das Tablet hält. Hält man es etwa in den Himmel, dann zeigt die App den gleichen Ausschnitt des Himmels an, auch wenn auf dem Bild natürlich etwas völlig anderes zu sehen ist als in Wirklichkeit. Die Kamera hat einen Durchmesser von 11 cm und wiegt dabei 300 g. Drei Live-Demos zeigt das Unternehmen hier , hier und hier .

Jedes Detail wünschenswert?

Panono wird sicherlich viele Foto-Freaks begeistern - auch wenn sie ganz sicher nicht für jeden ist. Zur Kunst der Fotografie gehört es ja eigentlich, sich auf einzelne Details zu beschränken und eben nicht alles auf ein Bild zu quetschen, was man sieht. So könnten die 360x360-Grad-Fotos in der Masse recht schnell langweilig werden, das Anschauen anstrengend. Als besondere Kunstform allerdings oder einfach als Partygag hat Panono eine gute Chance (ähnlich wie Lytro) eine besondere Nische einzunehmen.

Wer daran interessiert ist, kann im Early-Bird-Special eine Kamera für 594 US-Dollar (443 Euro) inklusive Steuern bestellen. Regulär soll die Kamera 653 Dollar (487 Euro) kosten. Konkurrenz auf jeden Fall hat die Panono schon bekommen: Ricarda hatte euch im August die Squito vorgestellt, die runde Kamera des Erfinders Steve Hollinger, die nach dem gleichen Prinzip arbeitet, aber weniger Einzelkameras verwendet und auch noch nicht marktreif ist.

Weitere Informationen auf der Panono-Website und bei der Indiegogo-Kampgne

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