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20.05.14

Otto: Hipsterkamera mit Raspberry Pi für animierte GIFs

Die kleine in der Mitte: Hackbare Kamera Otto. Alle Bilder: NextThing

Eine Kamera mit einem Raspberry Pi als Prozessor, die maßgeblich animierte GIFs schießen soll? Da kommen selbst Hipster ins Grübeln. Otto ist allerdings als hackbare Kompaktkamera durchaus einen Blick wert.

 

Animierte GIFs sind ein uraltes Format aus den Katakomben des Internets. Doch in den letzten Jahren feiern sie eine regelrechte Renaissance. Das Format wird in sozialen Netzwerken vor allem für lustige Kurzvideos ohne Ton geteilt und zunehmend auch vom Online-Journalismus eingesetzt. Damit lassen sich ohne viel Aufwand Geschichten erzählen.

Aber braucht man eine spezielle Kamera dafür? Eine, deren Ziel es ist, die Kamera für animierte GIFs zu sein? Die einen Raspberry Pi verwendet, in der Optik einer gewöhnlichen Sucherkamera daher kommt und die dabei regulär rund 150 Euro kosten soll? Man braucht nicht, aber man könnte.

 

Auf den ersten Blick ist Otto wirklich nicht mehr als eine bunte Kompaktkamera. Festbrennweite, 5 Megapixel, ein optischer Sucher, Auslöser und sogar ein Rückspulknopf, der den alten Filmkameras nachempfunden ist und der hier der Videoaufnahme dienen soll. Otto soll hauptsächlich animierte GIFs erstellen, die nach der Aufnahme direkt an ein Smartphone geschickt und dort geteilt werden können. Das Video der Kickstarter-Kampagne verrät das Prinzip:

Ihr werdet es ähnlich sehen wie ich: Nur um animierte GIFs aufzunehmen, braucht man keine Extra-Kamera. Es gibt entsprechende Apps für das Smartphone dafür. Und dessen Kamera hat in der Regel sogar noch eine höhere Auflösung - auch wenn Otto eine ganz ordentliche Bildqualität zu haben scheint.

Vielseitig einsetzbar

Interessant ist also, was Otto sonst noch kann. Laut den Herstellern ist Otto „hackable“, das Gerät lässt sich also zu allem umfunktionieren, was man immer schon einmal mit einer Kompakten machen wollte. Man kann also nicht nur die animierten GIFs beliebig verändern, es ließen sich auch Time-Lapse-Modi programmieren oder ein Fernauslöser. Vielleicht ließe sich Otto auch als Videokamera verwenden, dessen Bild man live auf dem Smartphone betrachtet, ähnlich wie die Sony QX10 und QX100. Otto ist also nicht nur die erste hackbare GIF-Kamera, sondern endlich einmal eine hackbare Kompaktkamera. Und das könnte für einige Künstler und Fotofreunde durchaus interessant sein.

Geht es nur um Fotos oder Animated GIFs, dürfte die Sachlage eindeutiger sein: Dazu braucht man keine Otto. Das geht mit den entsprechenden Apps auch mit jedem Smartphone.

 

Otto entstammt einem Hardware-Startup aus Oakland bei San Francisco namens NextThing. Finanziert werden soll die erste Charge über Kickstarter zu Preisen von umgerechnet 152 Euro inklusive Versand. Die Kickstarter-Kampagne läuft noch bis zum 14. Juni. Verschifft werden sollen die Ottos im Dezember. Weitere Informationen gibt es außerdem auf der Website des Herstellers, NextThing.co.

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