27.08.14

Oto: Trinkflasche mit Nespresso-artigem Kapselsystem

Trinkflasche mit Kapselsystem: Oto.

Kaffeekapseln liegen im Trend: Heißes Wasser auf den Inhalt, fertig sind Cappuccino, Chai oder heißer Kakao. Das Projekt Oto ahmt dieses Prinzip jetzt für kaltes Wasser nach: mit einer kapselbasierten Trinkflasche.

 

Auf Kapsel-Kaffeemaschinen dürfte das Urteil "Leider geil" der Hamburger Formation Deichkind zutreffen. Praktisch, elegant - aber über den Energie- und Wasserverbrauch, der für die Herstellung, Entsorgung, das Recycling und der Verpackung der Kapseln entsteht, reden wir besser nicht.

Nun will ein Team von Absolventen der TU Delft in den Niederlanden dieses Kapsel-Prinzip auch auf eine Trinkflasche adaptieren. Das wäre dann eine Art Sodastream zum Mitnehmen. Praktisch mutet Oto durchaus an, doch der vermeintlich ökologische Aspekt der Erfinder dürfte den Leser zum Schmunzeln bringen.

 

Die ökologische Idee der jungen Gründer lautet folgendermaßen: Oto ist eine wiederverwendbare Trinkflasche, in der man täglich Wasser und den Geschmack nach Wunsch mischt. Ergo würde man sich weniger Plastikflaschen kaufen, für deren Herstellung jährlich Millionen Liter verwendet würden. Die Kapseln könnten relativ leicht recycelt werden.

Kapseln nicht gerade umweltfreundlich

Dass ihre Herstellung allerdings ebenfalls viel Energie und Trinkwasser benötigt, verschweigen die Oto-Macher lieber. Und auch in einem anderen Punkt geht der Ökologie-Aspekt nicht auf: Viele Menschen sind auf Wasser und andere Getränke in Plastikflaschen angewiesen, weil sie eben kein trinkbares Leitungswasser haben. Denen hälfe Oto nur bedingt.

Für alle anderen wäre das System eine ökologisch grenzwertige, kohlensäurefreie Alternative zu Systemen wie SodaClub oder SodaStream. Gutes Trinkwasser benötigt man in allen Fällen. Den passenden Sirup dazu könnte man sich auch nachhaltiger in Recyclingflaschen besorgen. Aber, ja, wie der Erfolg von Nespresso und Co. zeigt, sind Kapseln einfach praktischer.

Oto nimmt am diesjährigen James Dyson Award teil. Mein Gefühl sagt mir, dass wir trotz der eigentlich ganz pfiffigen Idee nicht mehr viel von der Trinkflasche hören werden. Und für die Umwelt ist das wohl auch besser so.

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