09.03.06

Origami ist tot, es lebe der UMPC

Eigentlich, müsste man meinen, ist es ja nicht so schwer zu verstehen: Wenn man Produkte an Konsumenten verkaufen will, ist es vorteilhaft, einen knackigen, aufregenden, schönen, leicht zu merkenden oder zumindest kurzen Namen für sein Produkt zu haben. Jeder Autohersteller weiss das und nennt seine fahrbaren Untersätze darum nicht "VX-P87i", sondern Avensis, Corsa, Hummer oder was auch immer. Oder zur Not noch "5er".

Nur die Elektronikbranche, oder zumindest ein Teil davon, sieht das anders. Neustes Beispiel sind Microsoft und Intel. Nachdem das neue Konzept für Kleinst-PCs in den letzten Wochen unter dem Codenamen "Origami" für viel Aufsehen gesorgt hat, ist die heutige offizielle Ankündigung nicht nur von den vorgestellten Features her eine ziemliche Enttäuschung. Nein, es wurde auch mitgeteilt, dass der schöne Projektname nur temporärer Natur war und die neue Geräteklasse offiziell "Ultra-Mobile PC" oder eben UMPC heisst.

Kann man sich richtig schon gut vorstellen, wie die Konsumenten diesen Begriff lieben und pausenlos verwenden werden:

"Hey Mann, was geht? Hast Du schon meinen neuen Ultra-Mobile PC ausgecheckt?"

"Schatz, weisst Du, wo mein Ultra-Mobile PC liegt? Ich muss gleich los."

Diese Sätze klingen irgendwie besser, wenn man z.B. stattdessen "iPod" einsetzt. Komisch, nicht?

Auch nicht wahnsinnig aufregend ist das, was Microsoft zu diesen Geräten softwaremässig beisteuern wird. Es handelt sich um normales Windows XP Tablet Edition, ergänzt um eine Erweiterung namens " ". Selbige könnte man kurz umschreiben als "Windows-Oberflläche für Touchscreen und dicke Finger". Alle Elemente sind halt etwas grösser, und dazu gibt es eine merkwürdige Bildschirmtastatur, aber das war dann auch schon alles.

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