15.03.06

OQO im Test: Der Kleinst-PC im harten CeBIT-Einsatz

Und hier Teil 5 unseres OQO-Tests (Links: Teil 1 , Teil 2 , Teil 3 , Teil 4 ).

 

Natürlich musste sich der OQO Model 01+ auch im Blogger-Alltag an der CeBIT beweisen. Ein ausgedehnter Messebesuch ist ja eigentlich ein optimaler Fall für so einen ultraleichten PC: Wenn man den ganzen Tag das Messegelände durchquert, spürt man am Abend im Rücken jedes Kilo an zusätzlichem Gewicht, das man mit sich herumgeschleppt hat.

Da kann der OQO natürlich auftrumpfen. Sein Kampfgewicht beträgt nur 400g, mit Netzteil, externer Bluetooth-Tastatur und externer Maus kommen nochmal 550g dazu. Mit weniger als einem Kilo hat man also volle Notebook-Funktionalität immer dabei. Mein normales Notebook habe ich darum zu Hause gelassen.

 

Der OQO im Blogging-Einsatz im CeBIT-Pressezentrum

Das Arbeiten an Blog-Einträgen in dieser Konfiguration funktionierte absolut einwandfrei. Einzige Einschränkung ist der formatbedingt sehr kleine Bildschirm, der insbesondere bei der Bildbearbeitung wenig praktisch ist. Nach kurzer Gewöhnungszeit hatte ich aber den Eindruck, dass ich mit dem Kleinen praktisch gleich schnell arbeiten konnte wie sonst mit einem ausgewachsenen Notebook.

Zusatznutzen entwickelt so ein Taschen-PC aber vor allem beim Durchstreifen der Hallen. Wenn man mal schnell eine Information im Web nachschauen muss oder gerade eben ein paar Sätze für einen Beitrag notieren will, ist der OQO sofort zur Hand. Da der Kleine auch erstaunlich schnell aus dem Standby-Modus hochfährt, kann man damit arbeiten wie mit einem PDA, nur eben mit sehr viel mehr Software-Power. Es ist schon ein grosser Unterschied, ob man mit der begrenzten Kapazität eines PDAs auskommen muss oder auf dem OQO alle seine Mails volltextsuchbar per Google Desktop in der Tasche mit dabei hat.

Die CeBIT verlangt leider exorbitante Preise für ihr Messe-WLAN, so dass wir auf dessen Benutzung dankend verzichteten. Bei den Ausstellern hat sich inzwischen herumgesprochen, dass man sein eigenes Stand-WLAN besser verschlüsseln sollte, und darum war kostenloses Surfen per WLAN in den Messehallen leider die Ausnahme. Im Pressezentrum zeigte der OQO aber einwandfreie WLAN-Performance, wenn auch die Empfangsleistung aufgrund der zwangsläufig kleinen Antenne sicher nicht zur Spitzenklasse gehört.

Völlig problemlos verlief die Datenkommunikation hingegen per GPRS bzw. EDGE. Der OQO hat keine eingebaute GPRS-Karte, und auch die Verwendung einer PCMCIA-Karte ist aufgrund des fehlenden Slots nicht möglich. Per Bluetooth kann man aber ein geeignetes Handy als Datenmodem verwenden. Ich war geradezu positiv schockiert darüber, wie schnell und robust diese Methode funktionierte. Allerdings muss man zwecks Kostenbegrenzung den PC sorgfältig konfigurieren -- einmal freute sich nach der GPRS-Einwahl mein im Hintergrund laufender Virenkiller über die gerade neu entstandene Netzwerkverbindung und kam auf die glorreiche Idee, mal eben seine Signaturen-Datenbank zu aktualisieren. Das wird per GPRS dann schnell mal sehr, sehr teuer.

 

Der OQO beim WLAN-Scannen in Halle 23.

Die mit 2-3h vergleichsweise kurze Batterielebensdauer des OQO war im Messeeinsatz kein Problem. Unterwegs in den Hallen arbeitet man eh nicht lange am Stück mit dem Gerät, und wenn man sich zum Schreiben niederlässt, ist meistens auch eine Steckdose in der Nähe. Trotzdem, die High-Capacity-Batterie mit der doppelten Lebensdauer dürfte in vielen Fällen eine sinnvolle Anschaffung sein.

 

Fazit dieses Blogging-Einsatzes: Der OQO machte mein Messeleben buchstäblich leichter, die Gewichtseinsparung ist wirklich sehr angenehm. Ein Vollformat-Notebook vermisst man eigentlich nur dann, wenn man an wirklich langen Texten schreibt oder intensiv mit Bildern arbeitet, denn dann ist das Mini-Display des OQO tatsächlich begrenzend. Dass man jederzeit, auch beispielsweise beim Anstehen in Warteschlangen, einen vollwertigen PC aus der Tasche ziehen kann, ist hingegen ein schöner Vorteil. Den nächsten Messebesuch mache ich sicher wieder nur mit dem OQO im Gepäck.

 

In der nächsten Folge: Das Fazit: Wer braucht eigentlich einen OQO?

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