05.12.11

Olympus SP-810UZ im Test: Preiswerte Bridgekamera – nicht für Filmfans geeignet

… und in Silber. {pd Olympus;http://www.olympus-europa.com/corporate/1696_14701.htm#correspondingimages}

Ende Juli 2011 haben wir die Olympus SP-810UZ schon mal als Neuheit angekündigt. Nun hatten wir Gelegenheit die Bridgekamera genauer unter die Lupe zu nehmen.


Olympus selbst bezeichnet die SP-810UZ nicht als «Bridgekamera», obwohl die Gehäuse-Silhouette ganz danach aussieht. Das Unternehmen ordnet das Modell stattdessen als «Reisezoom-Kamera» ein. Tatsächlich hat Olympus gar keine echten Bridgekameras im Programm. Das ist für deren Portfolio auch folgerichtig: Die Lücke zwischen klassischen Spiegelreflexkameras und Kompakten schliesst im Hause Olympus die kompakte PEN-Serie (spiegellose Systemkameras).

Bridgekameras waren bisher - wie der Name sagt - die Brücke zwischen der Spiegelreflex-Klasse und Kompaktkameras. Damit sind in der Regel solche Modelle gemeint, die überwiegend Eigenschaften von Spiegelreflexkameras aufweisen, aber kein Wechselobjektiv haben – Mit zunehmender Modellvielfalt bei den spiegellosen Systemkameras wird sich die Definition in Zukunft sicher verschieben. 
Die SP-810UZ weist abgesehen von der Gehäuseform keine wesentlichen Eigenschaften auf, die eine SLR üblicherweise ausmachen, so fehlen etwa Blitzschuh oder die Möglichkeit, im RAW-Format aufzunehmen. Auch die Möglichkeit zu manuellen Belichtungseinstellungen (M, Tv und Av-Modus) fehlen ganz.

 

Trotzdem ist die SP-810UZ eine Superzoom-Kamera, die ein interessantes Preis-Leistungsverhältnis bietet und unbedingt einen zweiten Blick verdient.
Die SP-810UZ ist mit 16 überwiegend nützlichen Motivprogrammen wie beispielsweise Porträt, Landschaft, Nachtaufnahme oderInnenaufnahme ausgestattet. Ausserdem gibt es Panorama- und 3D-Aufnahmefunktionen, bei denen allerdings zu beachten ist, dass der 3D-Effekt nicht ohne weitere Hilfsmittel zu sehen ist. Die Panorama-Aufnahmefunktion lässt sich so einstellen, dass die Einzelbilder entweder in der Kamera oder im Computer zusammengefügt werden können. 
Eine nette Spielerei sind die neun Filtereffekte, dabei sollte man sich diese hier näher ansehen: Der Fish-Eye-Filter erzeugt eine Optik wie ein extrem weitwinkliges Zoom. «Miniatur» imitiert die besondere Wirkung eines Tilt-Shift-Objektivs. Der Effekt «Strichzeichnung» erinnert in der Wirkung an das alte Video zu «Take on me» der norwegischen Band A-Ha. 
Die SP-810UZ macht in Sachen Geschwindigkeit einen guten Eindruck. Der Autofokus stellt auch bei schlechteren Lichtverhältnissen zügig scharf, was zu einer kurzen Auslöseverzögerung führt. Die Bildstabilisierung (beweglich gelagerter Sensor) funktioniert gut, so dass sich sogar Telebrennweiten aus der Hand fotografieren lassen.

 

Was fällt negativ auf? Im Datenblatt sind für den 3-Zoll-LCD nur 230.000 Pixel Auflösung angegeben. Das ist für einen Monitor in dieser Größe etwas wenig. Damit lässt sich die Bildschärfe am Kamera-LCD nicht zuverlässig bewerten. Im Handling stören ausserdem die kleinen Tasten. Richtig ärgerlich, wenn man z.B. Sport-Aufnahmen machen möchte und dazu auf «Serie» umstellt: Der Serienbildmodus macht nach drei Bildern erstmal Pause, um die Daten zu verarbeiten. 
Insgesamt wirken die Bilder nicht sehr scharf, wahrscheinlich ist es Bildrauschen, was diesen Eindruck hervorruft. Rund 14 MP müssen auf dem 1/2,3 Zoll grossen CCD-Sensor Platz finden. Das einzelne Pixel ist daher klein, und anfällig für Rauschen. Hier scheint der Rauschfilter zu zaghaft einzugreifen. 
Wer gern mit dem Videomodus experimentieren will, wird sich wahrscheinlich über die fehlende Zoomfunktion wundern. Der tolle grosse Brennweitenbereich von 24 - 864 Millimetern (im Kleinbildformat) bleibt leider ungenutzt. Wer sich daran nicht stört, kann Videofilme in 720p-HD-Qualität drehen, die maximal 29 Minuten lang werden können. Fun Fact: Die 29 Minuten-Grenze ist Absicht, denn mit längerer maximaler Aufnahmedauer würde ein Gerät nicht als Fotokamera, sondern als Videokamera gelten - das bedeutet für die Kamerahersteller eine höhere Zolleinstufung beim Import.

Wer wirklich auf der Suche nach einer «Bridgekamera» ist, die leistungsmässig an eine Spiegelreflexkamera anschliesst, könnte von der Olympus SP-810UZ mehr wollen, als sie bieten kann. Manuelle Belichtungseinstellungen fehlen hier einfach. Falls das ein wichtiges Kriterium ist, könnte sich (für etwa 150 EUR mehr) der Blick auf die Fujifilm HS20 EXR lohnen, um nur eine mögliche Alternative zu nennen.

Andererseits bietet die Olympus sehr viel mehr als eine normale Kompaktkamera zu einem guten Preis-Leistungsverhältnis. Mit der einfach verständlichen Menüführung ist die SP-810UZ eine prima Kamera für Leute, die zwar gern fotografieren, aber sich nicht so sehr für die Technik und das richtige Zubehör interessieren.

Mehr hier: www.olympus.de/digitalkamera/digitalkamera_sp-810uz_16788_digitalkamera_details_16799.htm

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