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31.05.12

Spiegellose Systemkamera Olympus Pen E-P3 (1/2): Aus analog mach digital

Olympus Pen E-P3 - Schlanke Erscheinung in Champagner (Bild: kaz)

Einer der letzten traditionellen Kamerahersteller, Olympus, begleitet seit vielen Jahrzehnten die Fotografie. Kann die spiegellose Systemkamera Pen E-P3 das ehrwürdige Erbe antreten? Das soll der zweiteilige Test beantworten.

Als kleiner Steppke drückte mir mein Vater eine Olympus OM-2 in die Hand: einen schweren, schwarzen Koloss von Kamera, der mich fast zu Boden drückte. Vollmetallgehäuse, echte Glaslinsen und eine gedämpfte Spiegelmechanik - eben all die Dinge, die einen 12-Jährigen überhaupt nicht beeindrucken. Damals sah ich nur den ungeheuren Preis für eine Filmentwicklung und die Fotoabzüge. Mehr als 30 Jahre später erlebt meine Kamera ein Revival, denn die Olympus Pen E-P3 nimmt die Fährte wieder auf und fühlt sich nahezu ebenbürtig an, nur etwas kleiner, viel leichter und so viel billiger beim Schießen von Fotos.

Nah am Original

Der kleine Nachfolger Pen E-P3 liegt ausgesprochen gut in der Hand, denn der schwarze Handgriff erlaubt ein festes Zupacken. Bemerkenswerterweise kann man diesen Griff sogar abschrauben. Das ist eine sehr gute Möglichkeit, die am stärksten belastete Stelle immer schön sauber und ansehnlich zu halten. Leider patzt Olympus bei den Ösen für den Trageriemen: Sie liegen exakt an der Seite und stören teilweise beim Erreichen des Auslösers. Hätte man beim "Original" nachgeschaut, wäre die leichte Verschiebung nach vorne aufgefallen.

Die Oberseite enthält keine Überraschungen, ist sie doch wie die analoge Kamera ausgestattet. Wo früher das Wählrad für die Filmempfindlichkeit lag, befindet sich nun das Moduswahlrad. Für den Auslöser muss ich mich nicht umgewöhnen, wohl aber für den Sucher - der fehlt, verflixt nochmal. Ist das der Grund, wieso die Kamera mit ihren zarten 370 Gramm (nur Gehäuse) um mehr als 140 Gramm leichter ist? Das ist teilweise der Fall, aber die geringeren Gehäuseabmessungen helfen ebenfalls dabei.

Ein Blitzschuh für alles

In digitalen Zeiten muss man keine Filmrolle zurückspulen, weshalb an diese Stelle nun der ausklappbare Blitz tritt. Die Mechanik überzeugt durch einfache Bauweise und robuste Gelenke, über den extra Blitzschuh kann man mit einem stärkeren Blitz die Reichweite erhöhen. Leider muss der Blitzschuh auch für anderes Zubehör herhalten, wie zum Beispiel der völlig unförmige und abstehende Sucher. Er wirkt wie ein Fremdkörper auf dem Gerät. Das sonnentaugliche, große AMOLED-Display kann man zu allem Überfluss nicht ausklappen. Das ist ein Manko, das die kleinere (und billigere) Pen E-PL3 nicht kennt. Eigentlich spielt die Klappfunktion des Displays keine allzu große Rolle, da AMOLED bekanntlich sehr große Betrachtungswinkel erlaubt, doch bei einem Preis von rund 650 Euro ohne Objektive und bis zu 900 Euro für ein Kit sollte man das erwarten dürfen.

So viele Tasten

Der Vorteil der Pen liegt im großen Scrollrad, mit dem ich mühelos durch Optionen wie Blendeneinstellungen rollen kann. Unterstützend steht dem ein Drehrad mit Vierwegefunktion zur Seite. Für Eilige spendiert Olympus zwei frei belegbare Funktionstasten, die häufig genutzte Menüpunkte bedienen. Ungewöhnlicherweise sitzt der Aufnahmeknopf für Videos auf der Rückseite und nicht oben in Reichweite des Zeigefingers.

Vorläufiges Fazit

Die Olympus Pen E-P3 überzeugt durch robustes Auftreten und eine gefällige Bedienung. Wie eingängig das Menü ausfällt und was für eine Bildqualität der Sensor liefert, zeigt der zweite Teil des Tests.

Und ein Lesetipp für alle, die mehr über diese Kameraklasse wissen möchten: Wir haben uns in einem Zweiteiler mit den Besonderheiten und den Modellen bei spiegellosen Systemkameras beschäftigt.

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