06.09.07

Offener Brief von Steve Jobs: Apple entschädigt iPhone-Kunden

jobbsy

"Hunderte" erboster iPhone-Käufer haben Apple-Boss Steve Jobs dazu bewegt, denjenigen Kunden, die den alten Preis bezahlt haben, nachträglich zu entschädigen. A-Blogger Robert Scoble hätte lieber die Öffnung des iPhones für Programmierer.

 

Jobs: "Bitte, bitte entschuldigt!"

"So ist das mit Technologie. wer immer auf den nächsten Preisnachlass wartet, wird nie etwas kaufen."

[Updates nach dem Sprung]

Einen Gutschein über 100 Dollar für ihren nächsten Apple-Einkauf verspricht Jobs allen frühen iPhone-Kunden, von denen ihm nach der gestrigen massiven Preissenkung für das Apple-Telefon um einen Drittel des Einstandspreises offenbar "hunderte" erboste Emails geschickt haben. Das verspricht er in einem "Offenen Brief" auf der Apple-Webseite - eine für ihn nie dagewesene Art, die Kunden anzusprechen (vielleicht braucht Steve doch ein eigenes Blog?).

Die Mitteilung erschien auf der Webseite nach Börsenschluss in New York, wo sich die Indizes nach einem Rückgang am Mittwoch am Donnerstag leicht erholt, die Apple-Aktie, die nach der Keynote am Mittwoch schon um über 5 Prozent abgestürzt war, aber weitere 1,28 Prozent verlor.

Prominente "Early Adopter" wie Robert Scoble, der mit Freunden zum Verkaufsstart des iPhone vor dem Apple-Shop in Palo Alto gecampt und die Warterei live per Video gestreamt hatte, reagieren leicht säuerlich. Scoble antwortet Jobs, er solle das iPhone lieber sofort für Programmierer öffnen , die leidige Flash-Sperre entfernen, die Kamera für Video nutzbar machen (und er vergisst leider dabei das wichtigste, das mich zum Verkauf des Geräts nach zehn Tagen veranlasst hat: Copy/Paste einbauen...).

Im Wortlaut:

 

Jobs schreibt auf der Webseite:

 

An alle iPhone-Kunden:

Ich habe hunderte von Mails von iPhone-Käufern erhalten, die darüber erbost sind, dass Apple den Preis des iPhone zwei Monate nach dem Verkaufsstart um 200 Dollar senkt. Nachdem ich jede einzelne der Zuschriften gelesen habe, komme ich zu einigen Folgerungen und Beobachtungen.

Zunächst glaube ich, dass es richtig ist, den Preis des 8GB iPhone von 599$ auf 399$ zu senken, und dass die richtige Zeit dafür gekommen ist. Es ist ein "Durchbruch"-Gerät, und wir haben die Chance, richtig Gas zu geben auf die Feiertage hin. iPhone ist der Konkurrenz weit voraus, und jetzt ist es für noch mehr Kunden erschwinglich.

...

Zweitens kann ich nach mehr als dreissig Jahren in dieser Branche bestätigen, dass die Wege der Technologie holprig sind. Es gibt immer Änderungen und Verbesserungen, und es gibt immer Leute, die etwas grade noch vor einer Veränderung gekauft haben und den neuen Preis, das neue Betriebssystem oder was immer verpassen. So ist das Leben im Zeitalter der Technologie. (hervorhebung durch neuerdings.com) Wenn Sie immer auf den nächsten Preisnachlass oder die nächste Verbesserung warten, werden Sie nie etwas kaufen, weil es immer billigere und bessere Geräte am Horizont gibt. Die gute Nachricht ist, dass, wenn Sie Produkte von Firmen kaufen, die sie gut betreuen, wie Apple das zu tun versucht, Sie zugleich Jahre des nützlichen und befriedigenden Kundendienstes erhalten, wenn neue Produkte auftauchen.

Drittens müssen wir ... uns besser um die frühen iPhone-Kunden kümmern, während wir aggressiv nach neuen werben. Denn die frühen Käufer haben uns vertraut, und wir müssen dieses Vertrauen in Momenten wie diesen durch Handlungen bestätigen.

Deswegen bieten wir jedem Kunden, der ein iPhone ohne Rabatt gekauft hat, einen Gutschein über 100 Dollar für jedes Produkt in einem Apple Store.

...

Wir wollen das richtige tun für unsere iPhone Kunden. Wir entschuldigen uns dafür, einige von Ihnen enttäuscht zu haben und bemühen uns, Ihre hohen Erwartungen zu erfüllen.

Steve Jobs

Apple CEO

Scoble antwortet:

 

Ich hätte gern ein Entwicklerkit. Ein brauchbares. Eines, mit dem wir Anwendungen schreiben können, die sich die Sensoren im Iphone zu Nutze machen. Eines, mit dem wir Programme installieren können wie die sehr coolen Google Maps oder Yahoo Finanzdaten, die das iPhone auf dem Hauptbildschirm hat.

Ich möchte Flash. SVG. Java. Damit Programmierer Anwendungen schreiben können wie das grossartige mobile Kyte.tv, mit dem ich Chats von meinem Nokia Handy aus beantworten kann oder Videos uploaden.

...

All das hätte ich viel lieber als einen Gutschein.

Und Dave Winer macht diesen Traum zunichte:

 

Ich bin froh, dass die endlich reagieren.

Noch besser wäre es, uns etwas einzigartiges zu geben, etwas, mit dem wir die "frühen Tage des iPhone" in Erinnerung behalten können. Ein T-Shirt vielleicht, ein Poster, eine Kaffeetasse von Starbucks?

Die Leute wollen Teil des Klans sein, der Familie, der Sache. Apple war bisher gut darin, sich da hineinzuversetzen. Und manchmal waren sie nicht so gut.

PS: Scoble will ein Entwicklerkit. Das will ich natürlich auch.

Nur glaube ich nicht, dass das in absehbarer Zeit verfügbar wird. Guckt Euch nur an, welche Deals die machen können, wenn sie das iPhone nicht freigeben. Starbucks bräuchte Apple gar nicht, wenn es ein Entwicklerkit für das iPhone gäbe. Und [alle andern Restaurantketten etc] könnten ihre eigenen Anwendungen schreiben. Apple will ALLE diese Geschäftsbeziehungen, daran habe ich keinerlei Zweifel. Und sie wollen Starbucks die Exklusivität verkaufen. Das ginge nicht, wenn es ein Programmiertool gäbe.

Also werden wir uns mit T-Shirts und Kaffeetassen begnügen müssen - bis jemand einen Weg um Apple herum findet.

Jobs offener Brief

Scoble will sofort für Programmierer öffnen

Winer will ein T-Shirt

Schlagworte zu diesem Artikel

Jetzt gratis anmelden und wir unterstützen Sie mit Informationen und aktuellen Lernangeboten!