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20.04.12

Octopus Integrating Project: Roboter-Kraken im Anmarsch

Der falsche Oktopus

"Octopus Integrating Project" klingt zwar wie aus einem klassischen James-Bond-Film, doch hinter dem Namen verbirgt sich ein außergewöhnliches und interessantes Projekt einiger europäischer und internationaler Institutionen: Sie wollen einen Roboter erschaffen, der einem echten Kraken nachempfunden ist.

So schnell, flexibel und geschickt wie ein Oktopus soll sich der Roboter unter Wasser fortbewegen, an dem unter anderem das Weizmann Institute of Science aus Israel, die Universität Zürich, das Italian Institute of Science und die britische University of Reading forschen. Das mechanische Meeresungeheuer soll außerdem Hindernisse selbständig erkennen und generell auf Umgebungseinflüsse reagieren. Das Team aus Roboteringenieuren, Mathematikern, Biologen und Neuro-Wissenschaftlern wird von der Scuola Superiore Sant’Anna (Italien) koordiniert.

Herausforderung "Soft Robotics"

Dass das nicht so einfach ist, liegt bei näherer Betrachtung auf der Hand. Die Arme eines solchen Oktopus werden durch winzige Motoren nachgebildet, trotzdem müssen die Bewegungen flüssig und ruhig sein. Neuartige Sensoren, weiche Baumaterialen und ein ausgeklügeltes Kontrollsystem sind hier vorgesehen. Da die Vorlage aus dem Meer nicht über Knochen verfügt, ist die Nachbildung besonders aufwändig: Die Tentakel müssen schließlich zugleich flexibel und stabil sein und sich auch noch gezielt steuern lassen.

Sichtlich machen die Arbeiten an dem Roboter-Oktopus Fortschritte, trotz der Herausforderungen, die diese "Soft Robotics" mit sich bringen. Im folgenden, unkommentierten Video sind einige Funktionen des Wesens zu erkennen. Es kann bereits laufen – im kühlen Nass, versteht sich.

Weitere interessante Prototypen-Szenen findet man im YouTube-Kanal des Octopus Integrating Project.

Unklar ist derzeit noch, zu welchem Zweck der Roboter-Krake entwickelt wird. Laut Angaben der Beteiligten möchte man den fertigen Roboter dazu benutzen, das Meer zu erkunden und womöglich Menschenleben zu retten. Eine Verwendung fürs Militär ist nicht gänzlich ausgeschlossen. Andererseits könnte ein Ableger des "Project Octopus" sicher ein witziger Spaß für den nächsten Badeurlaub werden... Doch bis der mechanische Krake fertig ist, dürfte noch einige Zeit ins Land gehen.

Details zu dem Projekt sowie weitere Hintergründe und technische Beschreibungen gibt es auf der Website zum Octopus Integrating Project.

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