22.03.10

Objecs RosettaStone: Stimmen aus dem Grabstein

Objecs RosettaStone - Ein RFID-Chip verrät mehr als ein Datum (Bild: Objecs)

Der RosettaStone von Objecs erweitert Grabsteine um digitale Informationen über den Verblichenen.

 

Ab einem bestimmten Zeitpunkt im Leben merkt man, dass alles endlich ist: Der Akku im iPod, die Festplatte im PC, der Auspuff am Auto und auch das eigene Leben. Und was am Ende von einem zurückbleibt, ist in der Regel ein grauer Stein mit Name und Geburts- und Sterbejahr.

Die Amerikaner finden das anscheinend nicht ausreichend, und so vertreibt die Firma Objecs den RosettaStone, der den Grabstein um Fotos und Videos des Verstorbenen anreichert.

Um die Informationen abzurufen bietet Objecs zwei Möglichkeiten an. Die vordergründigste ist die per Touch: Ein NFC-enabled Smartphone tippt den Grabstein an und wie durch Geisterhand werden zusätzliche persönliche Informationen der Vorfahren auf dem Handydisplay angezeigt. NFC steht für "near field communications" und basiert auf der RFID-Technologie, wie sie auch im Deutschen Reisepass Anwendung findet. Bringt man einen elektromagnetischen Sender in die Nähe eines solchen Chips, funkt dieser seine Informationen zurück, in unserem Fall können dies sechs freie Textfelder sein und ein Foto plus ein Video.

Wer kein damit ausgerüstetes Handy besitzt - die werden frühestens Ende 2010 erwartet - muss die auf der Plakette eingravierte URL von Hand aufrufen. Ein Beispiel wie das dann aussehen würde, gibt es unter der Adresse pwdb.mobi zu sehen.

Zudem verfügt die iPod-große Granittafel über ausreichend Platz für sechs "moderne ideographische Symbole, ähnlich der antiken Hieroglyphen" (sollte man vollkommen größenwahnsinnig geworden sein). Damit können die sechs Textfelder symbolisiert werden, die wiederum einen Lebensabschnitt wiederspiegeln. So könnte zum Beispiel ein Sheriff-Stern die Zugehörigkeit zur Polizei darstellen und eine Gitarre das Hobby.

So vergänglich wir auch sind, diese Granitplatte verspricht eine kleine Ewigkeit zu überstehen: um genau zu sein 3200 Jahre, und damit höchstwahrscheinlich auch die RFID-Reader.

Bei all der Technisierung sollte man manchmal innehalten und sich fragen, wie nötig manche digitalen Technologien sind. Früher wurden durch Fotoalben, Erzählungen und Geschichten der (Groß-)Eltern die Erinnerungen an die Vorfahren weitergegeben, und das funktionierte. Wer seinen Grabstein dermaßen aufpeppen muss, sollte sich die Frage stellen, ob es überhaupt jemanden interessiert, was da draufsteht -und wer in 25 Jahren die Pacht für das Grab erneuert.

Nur in den USA zu erwerben zum Preis von 225 Dollar bei Objecs.

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