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18.11.15

Nvidia Shield K1 im Test: Neuer Preis, sonst nichts?

madmax

Neuer Preis, sonst nichts? Von wegen! In diesem Teil unseres Nvidia Shield K1-Testberichtes zeigen wir, womit das Tablet die Gamer-Herzen höher schlagen lässt.

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Womit das Shield K1 wie auch sein Vorgänger punkten können, ist ihre Hardware-Power. Obwohl die verbauten Komponenten nicht mehr ganz taufrisch sind, katapultieren sie das Tablet trotzdem noch in die Oberliga. Sie sorgen dafür, dass das Shield - laut Nvidia - in machen Benchmarks bis zu doppelt so schnell wie ein iPad Mini 4 sein soll.

shield-benchmarks

Auch viele Android-Konkurrenten lässt es weit hinter sich: In unserem Test schaffte beispielsweise ein Samsung S5 Neo im "Citadel"-Benchmark durchschnittlich 30 fps (Auflösung: 1920x1080, Ultra High Quality), das K1 meisterte den opulenten Benchmark mit knapp 60 Bildern pro Sekunde.

Software sells Hardware

Nicht nur die Benchmarks bewältigt das Nvidia Shield mit einen erstklassigen Eindruck, auch im Einsatz schlägt es sich bestens. Von Racing-Titeln wie "Asphalt 8", "Real Racing" und "Need for Speed: No Limits" über die Flug-Simulation "X-Plane" bis hin zu Shootern wie "Modern Combat 5" oder "Dead Effect 2": Stets läuft das Geschehen in HD flüssig über den Bildschirm.

Um die Muskeln besonders spielen zu lassen, hat Nvidia ein paar Apps im Angebot, die exklusiv für das Shield erschienen sind. Dazu gehören beispielsweise die Adaptionen der Klassiker "Doom 3", "Half-Life 2" und "Portal". Und mittels spezieller Updates sollen aus nicht-exklusiven Titel wie beispielsweise "Need for Speed: No Limits" das Letzte aus dem Tablet herausgekitzelt werden.

Streaming und Cloud-Gaming

Um dem selbst gewählten Motto "The ultimate Tablet for Gamers" gerecht zu werden, packte Nvidia noch ein paar zusätzliche Dienste auf die Waagschale. Da wäre zum einen die Funktion "GameStreamer", mit dem man ausgewählte Spiele von seinem PC auf das Tablet streamen kann. Das funktioniert allerdings nur mit einer Grafikkarte der Baureihe GeForce GTX.

Und dann wäre da noch ein Dienst, der eigentlich schon vor einigen Monaten in Deutschland starten sollte: "GeForce Now". Dahinter verbirgt sich ein Cloudgaming-Angebot, der bis vor kurzem noch "GRID" hieß und nur in wenigen Ländern verfügbar war. Mittlerweile hat Nvidia Server in ganz Europa aufgestellt, weswegen "GeForce Now" nun auch in Deutschland läuft - allerdings nur, wenn man über eine flotte DSL-Leitung mit mindestens 25 MBit/s und einem Ping von unter 40 ms verfügt. Zudem sollte das WLAN die Daten entsprechend schnell durch den Äther schicken.

Erfüllt man die Voraussetzungen, dann ist man bereit für das (O-Ton) "Netflix for Gamers". Das bedeutet, ähnlich wie ein Videostream werden die Spieldaten nahezu in Echtzeit durch die Internetleitung gejagt. So lassen sich Blockbuster wie "The Witcher" oder "GRID Autosport" auf dem Tablet spielen, als säße man an einem PC.

Das besagt die Theorie. Unser zweitägiger Praxis-Test zeigt: Wir konnten wirklich via Cloud die Games auf dem Shield K1 bzw. unserem Fernseher genießen. Selbst bei Rennspielen oder Ego-Shootern merkt man keine nennenswerten Verzögerungen. Echte Lags kamen zwar vor, aber sie traten selten auf. Der Grund hierfür liegt eher im nicht ganz optimal eingerichteten WLAN.

Die Zukunft ist endlich da

Nvidia scheint wirklich die lang versprochene Ära des Cloudgamings einzuläuten. Und das zu einem fairen Preis: Knapp 10 Euro kostet der Dienst pro Monat, wobei er die ersten drei Monate kostenfrei ausfällt. Das Portfolio umfasst aktuelle über 50 Titel, es sollen ständig weitere hinzukommen.

Der Wermutstropfen: Die meisten der angebotenen Spiele haben schon ein paar Jahre auf dem Buckel. Wer anstatt zeitlos guter Klassiker lieber aktuelle Titel spielen will, der muss dafür extra bezahlen. Beispielsweise kostet das Streaming von "Moto GP 3" satte 40 Euro, "The Witcher 3" schlägt sogar mit 60 Euro zu Buche. Bei diesen fast schon unverschämten Preisen sollte Nvidia auf jeden Fall noch nachbessern!

Fazit

Spätestens mit dem neuen Shield beweisen die Manager von Nvidia, dass sie es ernst meinen. Die Zukunft gehört laut ihnen nicht den proprietären Systemen wie Playstation und Konsorten, sondern offenen Systemen, die auf Android basieren.

Die High-End-Hardware von Nvidia zeigt, welche Pracht und Rasanz Games mittlerweile haben können, obwohl sie "nur" auf einem Tablet berechnet werden. Wem das nicht reicht, der kann mittels Streaming die Power eines PCs auf das Shield bringen. Was nicht passt, wird eben passend gemacht - ein erstklassiger Schachzug!

Damit zeigen die Hardware-Profis auch, wohin die Reise geht: In Zukunft benötigt man nicht mehr satte Power vor Ort, sondern holt sie sich von fremden Rechnern. So kann theoretisch jedes Internet-fähige Gerät locker mit einer aktuellen Konsole oder einem aufgemotzten Computer mithalten.

Mit all diesen Komponenten hat Nvidia einen wirklich würdigen Konkurrenten für Xbox One, PS4 & Co. geschaffen. Und das zu einem Preis, der die Mitbewerber düpiert. Hut ab, Nvidia!

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