26.04.08

Nubert AM 1: Computer-High-End-Aktivboxen

Nuberth AM1 - Aktivboxen für den PC oder den iPod

Die Nubert AM 1 wird eine kompakte Aktivbox für hochwertige Computer-Audiosysteme - oder auch iPod & Co. Wir haben das edle Stück auf der High End 2008 entdeckt.

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Meine Grundig-Anlage (Preceiver X55 mit Aktivboxen) hat viele Jahre treue Dienste geleistet. Doch mit Dolby-Surround konnte sie nicht umgehen.

Bei Saturn-Hanswurst, wo ich mich eigentlich nur mal umsehen wollte, gab es einen Onkyo-Surroundverstärker mit einem Satz Boxen zum Sonderpreis für weniger als die Hälfte dessen, was der Verstärker regulär einzeln kostete.

Und so verließen ein Verstärker, fünf Boxen und viele Kabel nach nicht allzulanger Zeit den geilen Geizhals...geizigen Geilladen...ach egal, Hauptsache schnell weg hier! Bei einem Onkyo-Verstärker war ja keine Unbill zu befürchten.

Die Boxen allerdings klangen nicht nur völlig unzusammenpassend (quäkend lauter Centerspeaker, kaum hörbare Rücklautsprecher...), sondern auch wie noch gar nicht ausgepackt: Selbst mit voll aufgedrehten Klangreglern mufflig und baßarm. Kein Vergleich zur alten Anlage.

Das war bei diesem Preis allerdings auch nicht anders zu erwarten gewesen. Lautsprecher sollten schließlich im Preis eher über dem Verstärker liegen, doch dieses Set war wohl aus einer Lagerräumung zusammengestellt worden. Immerhin konnte man so schon etwas hören, denn die alten Aktivlautsprecher waren am neuen Verstärker nicht benutzbar, der Passivlautsprecher benötigte. Doch es war klar, daß irgendwann noch "richtige" Lautsprecher zu beschaffen waren.

Also ging die Tour durch die HiFi-Läden los. Diesmal sollte es nicht nur Saturn-Hanswurst sein, wo die bevorzugt zu verkaufenden höhenstarken Cantons und Elacs hochgelobt wurden und gut aufgestellt waren und zum Rest kein Verkäufer etwas sagen konnte, auch wenn der Laden deutlich besser war als sein Ruf. Diesmal sollten es auch "richtige" HiFi-Buden sein.

Und "Buden" war dann auch das Stichwort: Die Verkaufserlebnisse übertrafen die berühmte Szene aus der "Unglaublichen Entführung der verrückten Mrs. Stone" noch bei weitem. Der eine Verkäufer versuchte mir, 3 Meter hohe Boxen zu verkaufen, der andere fragte mich, was ich denn hören wolle...etwa Rock aus den 60ern...?....und kam dann mit einer Box an, die angeblich Original 60er sei, nur restauriert, und auch so aussah, als ob Jim Morrison persönlich darin auf dem Friedhof genächtigt habe...

Zudem blieb das Problem, diese nun nicht mehr ganz so handlichen Boxen heim zu schaffen - HiFi-Buden sind nämlich niemals in Gebieten, wo man mit einem Auto vorfahren kann und in der U-Bahn dürfte auch ein Hundeticket noch nicht ausreichen, um sie transportieren zu können - eher angemessen wären fünf bis acht Leute zum Tragen und ein freies Abteil...

Woher dann der Name Nubert gekommen war, weiß ich heute gar nicht mehr, doch das klang genial: Boxen im Direktvertrieb zu etwa dem halben Preis gleichwertiger Markenboxen, per Post zu bestellen, zuhause zu testen (denn da müssen sie gut klingen, nicht im Laden) und bei Nichtgefallen innert 30 Tagen portofrei zurückzugeben - auf Kosten des Anbieters. Außerdem waren Nubert-Lautsprecher eindeutig für HiFi und Stereo konzipiert, aber zusätzlich für Surround zu ergänzen, während fast alle anderen Hersteller entweder nur Stereo oder nur Surround vertraten.

Da ich mich nicht so recht entscheiden konnte, ob ich nun wie zuvor Regalboxen, und dann mit Subwoofer oder Standboxen haben wollte, bestellte ich kurzerhand beides. Die Regalboxen konnten gegenüber den Standboxen nicht überzeugen, der Subwoofer ließ sich am Onkyo-Verstärker nicht vernünftig anschließen, doch am Ende gingen nur drei Boxen zurück nach Schwäbisch-Gmünd zu Nubert und der Rest blieb da. Ohne dummes Geschwätz von HiFi-Gurus und ohne Transportchaos und zu einem Preis, der zwar zugegeben den des Verstärkers weit überstieg, doch nicht zum finanziellen Ruin führte.

Diese lange Geschichte vorab als Disclaimer: Ich bin von Nubert seitdem überzeugt. Seine Boxen sind computerberechnet, eigenentwickelt, kleiner als erwartet und besser als erwartet und in der Optik neutral genug, um auch anspruchsvolle Lebensgefährtinnen nicht auf die Palme zu bringen, sondern eher nur schwer von der Anlage weg zu bekommen.

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Der Verstärker wurde einige Jahre später noch gegen ein besseres Modell ausgetauscht, die Boxen blieben. Das ist das Problem an guter Ware: Man braucht nie mehr Ersatz. Nur am Computer, da hätte man vielleicht auch mal gerne die Brüllwürfel gegen richtige Lautsprecher getauscht.

Doch Günther Nubert macht keine halben Sachen. Seine Lautsprecher sind zwar preiswert, aber überhaupt nicht billig, und sein Anspruch an eine Box für Computer ist höher als die der meisten Computernutzer. Von daher geriet dieser im Forum oft vorgetragene Wunsch der Kunden "ich habe im Wohnzimmer nun schon Ihre Lautsprecher, ich hätte auch gerne im Arbeitszimmer..." in Vergessenheit.

Andere Firmen wie Teufel, die auch gut sind, aber eher auf Subwoofer mit kleinen Böxchen setzen wie Bang & Olufsen, was gut ist fürs Filmegucken, aber nicht für HiFi, haben längst Computersysteme. Fünfkanal-Surround. Ja, wer außer Gamern braucht das denn am Computer? Und wohin damit auf dem Schreibtisch???

Als ich nun Günther Nubert auf der High End 2008 persönlich antraf, war ich nicht nur darüber überrascht - was macht ein Direktvertriebler auf einer Messe am Händlertag?? - sondern fragte ihn auch nach dem alten Computerlautsprecherprojekt. Und siehe da: das wird noch dieses Jahr Realität! Erste Muster hatte er bereits dabei, doch die klangen wie noch nicht ausgepackt: sie waren nämlich noch nicht ausgepackt. Das holte Günther Nubert für neuerdings.com aber schnell nach.

AM 1 wird die Nubert Aktivbox heißen, etwa 350 Euro soll sie kosten. Pro Stück, für Stereo braucht man zweie. Dafür bekommt man allerdings auch keinen Brüllwürfel, sondern eine durchaus studiotaugliche, aktive Monitorbox, die neben Analogsignalen - auch von einem iPod - auch USB und SPDIF "frißt". Deutlich größer ist als das, was man am Computer gewohnt ist, aber noch auf einen Schreibtisch oder an ein Mischpult oder einen Computer-Audio-Schnittplatz paßt. 40 und 80 Watt wird die Ausgangsleistung für Tief- und Hochtöner sein. Und in vier Monaten könnte es soweit sein.

Doch auch andere interessante Systeme hat Nubert entwickelt. So z.B. auch ein - allerdings dann wirklich nicht billiges - Subwoofer-Schallwandsystem. Der Gedanke: Bassfrequenzen neigen in geschlossenen Räumen oft zu Resonanzen, es dröhnt. Eine Wand aus Subwoofern auf der einen Seite des Raumes, eine zweite gleichartige, doch gegenphasig angesteuerte Wand auf der anderen Seite des Raumes, löst das Problem. Da nachher der Raum voll und der Geldbeutel leer ist, so noch kein massentaugliches Konzept. Aber der schwäbische Tüftler arbeitet daran...

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