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21.01.14

Novena: Tüftler schrauben sich eigenen Open-Source-Laptop zusammen

Alles selbst zusammengebaut: Novena

Zwei Bastler haben einen eigenen Laptop allein aus frei verfügbaren Komponenten zusammengebaut. Das Gehäuse erinnert an einen schmalen Aktenordner, die Tastatur ist die eines ThinkPads. Angeblich war es Angst vor der NSA, die sie dazu brachte, den Traum vom wirklich eigenen Laptop wahr werden zu lassen.

 

Einsteiger-Laptops gibt es heute für weniger als 300 Euro. Also warum sollte man sich so ein komplexes Gerät selbst zusammen bauen, zumal es doch nie so hübsch, schlank und leicht und vielleicht nicht einmal so günstig werden dürfte, wie das eines Markenherstellers?

Nun, zum einen sei es Angst vor der NSA gewesen, die Falltüren in praktisch alle erdenklichen internetfähigen Geräten auf dem Markt eingebaut habe, wie die Macher des Novena erklären. Wer wirklich anonym arbeiten wolle, müsse sich also selbst helfen. Und klar, natürlich war es auch die Freude am Basteln. Wer kann schon von sich behaupten, seinen eigenen Laptop zusammengeschraubt zu haben? Erste Bilder und eine Anleitung zum Projekt Novena haben die beiden nun veröffentlicht.

Immerhin anderthalb Jahre haben Andie "Bunnie" Huang und Sean "Xobs" Cross aus Singapur angeblich am Novena gearbeitet. Dabei herausgekommen ist ein Kasten mit einer Art Heftbox als Gehäuse, der so in einem Regal zwischen Aktenordnern nicht weiter auffallen würde. Angeblich ist der Novena nur 2,4 cm dick, zwei Schrauben und einige Klebestreifen halten sein Innerstes zusammen. Viel dicker als heutige Standard-Laptops, die nicht der Ultrabook- oder Ultraslim-Klasse angehören, wäre der Novena nicht. Die Hardware haben sich die beiden bei Vertrieben für Einzelteile bestellt. Darunter sind:

  • Ein 13-Zoll-Display mit einem LED-Backlit Panel und einer Auflösung von 2.560 x 1.700 Pixel (239 ppi)
  • Als CPU eine Freescale iMX6, darauf ein Quadcore Cortex A9 mit 1,2 GHz
  • Als GPU eine Vivante GC2000 OpenGL ES2.0
  • Eine SATA-II-Festplatte
  • Zwei USB-2.0-Schnittstellen
  • Zwei Ethernet-Schnittstellen (eine davon Gigabit Ethernet), damit das Gerät auch als Router dienen kann.
  • Betriebssystem ist ein angepasstes Debian auf einem Stock-Linux-Kernel.
  • An einer eigenen Firmware arbeiten die beiden gerade. Der Novena soll von einer Micro-USB-Karte booten.
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Die genauen technischen Daten - es sind eine Menge - gibt es im offiziellen Wiki zum Projekt.

"Nicht ganz billig"

Ganz Open Source ist das freilich nicht. Einige der Bauteile verwenden eine proprietäre Firmware. Kaum eine Komponente kommt direkt vom Hersteller, sondern von Zwischenhändlern. Für immer und vollständig entgeht man der NSA damit vielleicht nicht, aber man macht ihr damit das Leben ein ganzes Stückchen schwerer.

 

Wie teuer die Komponenten eines Novena sein sollen, verraten die beiden Tüftler leider nicht. Sie lassen nur wissen, dass das alles zusammen nicht gerade billig würde. Fertige Laptops der großen Hersteller dürften hier sogar preiswerter sein. Wer es dennoch einmal ausprobieren möchte, der darf auf die Crowdfunding-Kampagne von Bunnie und Xobs warten, die im März starten und einen fertigen Bausatz enthalten soll. Dann könnte der Traum vom selbstgebastelten Laptop auch für andere Heimwerker wahr werden.

Gefunden auf Technabob. Weitere Infos gibt es auf der Novena-Projektseite.

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