08.04.14

Novena: Geekiger Open-Source-Computer startet Crowdfunding-Aktion

Novena in der edlen Holz-Version mit zahlreichen Anschlüssen. Bilder: Novena

Novena ist ein Open-Source-Computer, den zwei Tüftler aus Singapur selbst zusammenstecken und der dank einer Vielfalt an Komponenten verschiedener Hersteller vom Radar der Geheimdienste verschwinden soll. Nur ganz billig wird der Spaß leider nicht.

 

Über Novena haben wir im Januar schon einmal berichtet. Damals hatten die beiden Gründer nicht viel mehr vorzuweisen als den ersten, sehr klobigen Prototypen des Open-Source-Laptops, der nerdig ohne Gehäuse daherkam. So weit waren die beiden Entwickler Andie „Bunnie“ Huang und Sean „Xobs“ Cross zu dem Zeitpunkt einfach noch nicht.

Seitdem hat sich aber einiges getan und der Status des Novena dürfte von nerdig auf geekig gestiegen sein: Denn es gibt nur ansprechende Gehäuse für das Projekt, die Wahl zwischen einer Laptop- und einer Desktop-Version und die Möglichkeit, eins der Geräte via Crowdfunding zu unterstützen und vorzubestellen.

 

Bunnie und Xobs stellen die Fortschritte im Video zum Projekt vor:

Wie die neuen Bilder zeigen, ist der Novena inzwischen sehr hübsch geworden: Bunte Gehäuse, eine für Laptops astronomisch anmutende Zahl von Anschlüssen und eine zufriedenstellende technische Ausrüstung unter der Haube. Der Novena ist laut dem Crowdfunding-Projekt ein 64-Bit-System mit einem Quadcore-Prozessor Cortex A9 mit 1,2 GHz, wie er auch in modernen Smartphones vorkommt. 4 GB RAM sind drin, eine Micro-SD-Karte mit 4 GB Speicher und einem vorinstallierten Debian-Linux liegt bei. Das Display ist 13,3 Zoll groß und hat eine Full-HD-Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixel. Das ist etwas weniger als ursprünglich angekündigt, dafür soll es statt einer SATA-Festplatte eine SSD mit einem stolzen Fassungsvermögen von 240 GB geben.

Luxusversion für 3.600 Euro

Die Laptop-Einheit verfügt zusätzlich über einen Akku mit einer Ladekapazität von 3.000 mAh - was nicht gerade viel ist für einen Laptop. Dafür soll er über eine integrierte Energiespartechnik verfügen. Aus Spaß haben Bunnie und Xobs gleich zwei Ethernet-Ports eingebaut (Gigabit und 100 Mbit/s), es gibt zwei USB-Schnittstellen und noch eine Vielzahl an Anschlüssen mehr. Schaut bitte für die vollständigen Details auf die Crowdfunding-Seite.

 

All das hat seinen Preis. Will man nur das Board erwerben, zahlt man inklusive Lieferung umgerechnet 384 Euro. Der Novena Desktop würde mit 866 Euro zu Buche schlagen, der Standard-Laptop mit 1.446 Euro. Bei beiden liefert Novena keine Tastatur mit, aus dem fadenscheinigen Grund, jeder verwende am liebsten seine eigene Tastatur. Auch bei einem Laptop? Wer das nötige Kleingeld hat, kann für umgerechnet 3.625 Euro die Luxus-Version im edlen Holzgehäuse erwerben, den Heirloom-Laptop. Alle Geräte sollen erst um die Jahreswende 2014/15 verschickt werden.

 

Das Projekt ist sympathisch, die Idee ambitioniert, die technischen Anschlüsse zahlreich, die Maschinerie allerdings für das Geld etwas enttäuschend. Den Standard-Laptop ohne Tastatur auszuliefern, wirkt halbherzig, die Geräte an sich etwas klobig. Ein Ultrabook ist das alles gerade nicht. Wer bei Hardware Open Source will, zahlt also einen recht hohen Preis dafür. Ist das den Spaß wert, zumindest eine Zeitlang unter dem Radar der NSA zu fliegen?

Wer sich für einen Novena-Rechner interessiert oder das Projekt auch so, etwa mit der Option „Kaufe uns ein Bier“ unterstützen möchte, hat dafür noch bis zum 18. Mai Zeit. Die Crowdfunding-Aktion läuft auf der eher weniger bekannten Plattform Crowdsupply.

Gefunden haben wir ihn bei t3n.

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