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25.06.09

Nokia N97: Marktstart für die nächste Generation

Das Nokia N97 hat eine nette Lupenfunktion: Die Fingerspitze vergrössert einen Bildausschnitt. (©PS)

Nokia bringt das N97 in den nächsten Tagen in die Läden. In der Schweiz ist es seit kurzem erhältlicht. Ein erstes Anfassen verspricht viel.

 

Ende des letzten Jahrhunderts hatte Nokia ein Multitalent im Mobiltelefon-Sortiment, das "Communicator" hiess, eine grosse Klappe und eine Quer-Tastatur besass und dafür in der Grösse eines halbierten Backsteins daherkam.

Jetzt legen die Finnen das Konzept neu auf: Das Nokia N97 entspricht in vielem dem Communicator, bringt Tastatur und Touchscreen mit, liegt auf dem Tisch wie ein Psion (selig) und zieht das Konzept der multitalentierten Surfnmaschine vom iPhone noch eine Stufe weiter.

Das Nokia N97 ist ein echtes Multitalent, das fürs Surfen so gut geeignet ist wie das iPhone und fürs arbeiten wie das Nokia E71. Ausserdem bringt das verblüffend kleine (Nokia würde wohl "handlich" als Bezeichnung vorziehen) Telefon einige nette Gimmicks mit.

Widgets für Facebook & Co

Dazu gehört das Konzept der "Widgets", die den vollständig individualisierbaren Home-Bildschirm ausmachen: Kleine Programme, die in der Regel auf einen Webservice zurückgreifen und dessen Informationen ständig auf dem Heimbildschirm anzeigen - Facebook, Wetter, Mail etc. Es handelt sich nicht um vollwertige Apps in der Sprache des Betriebssystem Symbian, sondern dank eigenem Entwicklerkit in Minuten zusammenklickbaren Frontends, von denen nach Erscheinen des N97 bald Hunderte für jede Website zu erwarten sind.

Technisch hat das N97 ungefähr alles unter der Haube, was Nokia zu bieten hat: automatische Ausrichtung des Bildschirms, GPS, Voip, FM-Empfang, aber auch Funk (zum Beispiel ans Autoradio), einen grossen 1500mAh - Akku, und in der Schweiz sind die Karten der Nokia-Routenplanung vorgeladen und im Preis inbegriffen (ich gehe davon aus, dass die Nokia-Experten damit das Routing meinten).

 

Persönlich gefällt mir der geschrumpfte Communicator: Die Tastatur ist grosszügig (und auch im Schweizer Layout erhältlich) und hat einen angenehmen Druckpunkt für die Daumen, der Bildschirm im 16:9-Format ist brilliant und der Touchscreen reagiert mit leichtem Feedback auf Klicks und Bewegungen - aber etwas träger als der des iPhones auf Befehle, wie die Journalistenschar an einer Präsentation zum Verkaufsstart in Zürich sogleich herausfand.

Das Gerät ist in den Abmessungen mit der üblichen Grösse etwa eines iPhones oder eines E71 vergleichbar, aber etwas dicker; der Mechanismus zum ausklappen der Quertastatur wirkt sehr solide und kann mit einer Hand bedient werden. Zum Surfen ist der Querbildschirm gut geeignet, auch wenn er sich nicht mit Gesten, sondern nur mit Druck auf ein bestimmte Stelle des Monitors Zoomen lässt. Der Bildschirminhalt ändert die Ausrichtung beim Kippen des Geräts, und das geht auch mit den frei platzierbaren Widgets. Bei aufgeklappter Tastatur bleibt er quer.

Zum Scrollen wird man bei aufgeklappter Tastatur schnell auf den 5-Richtungs-Navigator zurückgreifen, der für die linke Hand unten links eingerichtet ist. Insgesamt wirkt auf dem Nokia N97 alles eine Spur weniger flüssig als auf dem iPhone, aber das könnte teilweise auch am schlechten Mobilfunkempfang am Vorführort gelegen haben.

Wer ein bisschen mehr Wert auf ein unmfangreiches Technikangebot als das des iPhone legt, aber auf dessen Eleganz verzichten kann, dafür aber nicht auf einen grossen Bildschirm und eine Tastatur, wird mit dem N97 gut bedient.

5 Megapixel, 42 GB und Standardanschlüsse

 

Die 5 Megapixel-Kamera mit Doppelblitz schiesst akzeptable Fotos und gute Videos, die Verbindungsmöglichkeiten via Kabel, Bluetooth und Wlan lassen keine Wünsche offen, und Nokia hats endlich hingekriegt, einen Standard 3.5-mm Klinkenstecker und eine Micro-USB-Schnittstelle einzubauen, über die das Gerät auch mit Strom geladen wird, und der Speicher ist mittels Micro-SD auf insgesamt 42 GB ausbaubar.

Ein Wermutstropfen ist das Gehäuse aus Plastik, welches deutlich billiger wirkt als beispielsweise die edle Metallhülle des E71. Trotzdem: Das N97 ist für Geeks mit hohen Multimedia- und Produktivitätsanforderungen eine gute Wahl.

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